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Priv.-Doz. Dr. Rainer Schalnus

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Auge und Allgemeinerkrankungen


Entzündliche Veränderungen: an rheumatische und autoimmunologische Erkrankungen denken !

Augenmanifestationen sind häufige Symptome entzündlich-rheumatischer und autoimmunologischer Erkrankungen. Bei den HLA-B-27 assoziierten Arthritiden, wie dem Morbus Bechterew oder dem Reiter-Syndrom, sind Entzündungen des vorderen, aber gelegentlich auch des hinteren Agenabschnittes oft anzutreffende klinische Befunde. Auch die chronische Poliarthritis, die juvenile rheumatoide Arthritis ( in 90% HLA-B-27+,in 75% ANA+, HLA-B-DW5+, HLA-DPw2+), die Psoriasisarthritis und der Morbus Bechet sind häufig mit rezidivierenden intraokularen Entzündungen vergesellschaftet. Die Sarkoidose kann als granulomatöse Systemerkrankung, bislang ohne bekannte Ursache, praktisch alle okulären Gewebe in Form granulomatöser Entzündungen beteiligen.

vorderer Augenabschnitt: Uveitis anterior

Die rezidivierende anteriore Uveitis bei Morbus Bechterew beispielsweise zeichnet sich durch die typischen Veränderungen einer derartigen Entzündung aus: Man erkennt die überwiegend ziliare Injektion, gegebenenfalls Hornhautendothelbeschläge, Eiweiß und Zellen im Kammerwasser und hintere Synechien. (In diesem Zusammenhang sei angemerkt, daß die Exsudation von Proteinen und Zellen in das Kammerwasser gewissermaßen das Pendant zu einer Gewebsschwellung, die Sie bei Entzündungen im Bereich anderer Organe vorfinden, darstellt). Die Katarakta complicata bildet sich dann nach rezidivierenden Entzündungsschüben, möglicherweise auch unter langdauernder Corticosteroidtherapie aus.

Habitus: Morbus Bechterew

Die Prävalenz von HLA-B27 beträgt bei Patienten mit Morbus Bechterew und einer akuten Iritis immerhin etwa 95 %. Im Weitern Verlauf der Erkrankung fallen die Patienten durch Ihren typischen Habitus auf.

vordere Augenabschitte: endokrine Orbitopathie (EO)

Die endokrine Orbitopathie stellt sich heute als eine organspezifische Autoimmunerkrankung dar, bei der IgG-Antikörper für eine Hypertrophie der extraokulären Muskeln, eine zelluläre Infiltration des interstitiellen Gewebes der Orbita und der Proliferation orbitalen Fettes und Bindegewebes verantwortlich sind. Klinisch finden sich Oberlidretraktion, konjunktivale Injektion und Chemosis, Exophthalmus, restriktive Myopathie, Expositionskeratopathie und Optikusneuropathie. In der Mehrzahl der Fälle bestehen zwar klinische und biochemische Hinweise auf eine thyroideale Erkrankung, ihr Verlauf ist aber vom okulären völlig unabhängig.

 
   
schalnus@em.uni-frankfurt.de, 26 Oktober, 2002

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