Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie

Goethe-Universität Frankfurt am Main

Lehrforschungsprojekt

Offshore Living

Beschreibung

Das studentische Lehrforschungsprojekt "Offshore Living - Arbeits- und Alltagswelten transnationaler Professionals in Frankfurt-Rhein-Main" wurde nach einer Projektlaufzeit von April 2006 bis Juli 2007 Ende des Sommersemesters 2007 abgeschlossen.

Das Thema Mobilität von Kompetenzen und dadurch entstehende neue Migrationsmuster gewinnt im Rahmen der Transnationalisierungs- und Globalisierungsforschung zunehmend an Bedeutung. Bisher gibt es jedoch nur wenige Untersuchungen, die sich mit diesem Thema auf der Mikroebene beschäftigen und Aussagen dazu machen können, wie sich "Offshore"-Lebenswelten von transnationalen Professionals konstituieren.

Das Lehrforschungsprojekt "Offshore Living" des Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main möchte mit einer Forschung auf Mikroebene am Beispiel Frankfurt und Umgebung zum Verständnis von Alltagsrealitäten hochmobiler transnationaler Karrieren beitragen.

Es beschäftigt sich mit Alltagen transnationaler mobiler Professionals, die als Fach- und Führungskräfte zeitlich begrenzt in Frankfurt am Main und in der Region arbeiten und leben. Der Blick auf Mikrokontexte soll Einsichten darüber vermitteln, unterschiedlichen Ressourcen, "Werkzeuge" und Routinen transnationale Professionals einsetzen, und welche Lösungen sie entwickeln, um die kontinuierlichen Herausforderungen ihrer mehr oder weniger transitorischen Alltage zu managen, und welche spezialisierten Dienstleister zur ihrer Organisation beitragen.

Das Projekt verortet sich im Rahmen einer transnationalen Anthropologie, die sich mit Berufscommunities und Professionskulturen beschäftigt. Solche sozialen Formationen operieren grenzüberschreitend. Ihre Mitglieder sehen sich daher oft in Bezug auf mehr als einen Nationalstaat konfiguriert. Es bilden sich Alltage heraus, in denen kontinuierliche Kontakte und Mobilität über nationale Grenzen hinweg üblich sind.

In der akademischen Debatte um transnationale soziale Formationen spielen Konzepte wie Kosmopolitanismus und Deterritorialisierung sowie Bezeichnungen wie "postnational", "denationalized" und "extranational" eine Rolle. Dabei erscheint das Konzept des "Offshore" interessant, das auf neuartige Beziehungen zwischen Souveränität, Staat, Gesellschaft und Markt in Globalisierungsprozessen sowie auf neu konfigurierte Erfahrungen von Zugehörigkeit verweist.

Projektaufsätze