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Böden des Parque Natural da Arrábida -
Bedeutung, Gefährdung und Schutz

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7 Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Böden des Parque Natural da Arrábida (Portugal) und deren Stellung im Geoökosystem . Ihre Genese und räumliche Verteilung in Abhängigkeit von den Faktoren Ausgangsgestein, Relief, Klima, Vegetation, Zeit und menschlichem Eingriff werden erläutert. Ähnliche Böden werden zu Bodeneinheiten zusammengefaßt.

Die dominierenden pedogenetischen Prozesse sind heute Entkalkung, Humusanreicherung, Erosion, Akkumulation, Lessivierung oder Podsolierung. Polygenetische Böden sind die Regel. Kleinräumige Wechsel der Bodentypen sind häufig, vor allem im zentralen Hügelland bilden die Böden sehr heterogene Einheiten.

Im Südteil des Parque Natural erheben sich direkt an der Küste Bergketten bis zu 500 m Höhe. In diesen Bergen aus Kalkstein und Dolomit dominieren Rhodo-Chromic Cambisols und Rendzic Leptosols. Es sind kalkfreie, rubifizierte und erodierte Böden oder Böden aus umgelagertem Material.

Der zentrale Teil des Untersuchungsgebiet ist deutlich von Ost nach West differenziert. Im Osten unterlag das Gebiet stärkeren tektonischen Bewegungen, zahlreiche kleinste Schichtstufen sind dort ausgebildet, die Reliefenergie ist höher. Daraus resultieren sehr stark erodierte Böden und solche aus umgelagertem Material. Auf Karbonatgestein sind dies überwiegend Calcaric Leptosols und Cambisols, auf karbonatfreiem Gestein Eutric Leptosols. Weiter westlich im zentralen Hügelland überwiegt der Einfluß der Entkalkung über den der Erosion, es treten vorwiegend Eutric Cambisols auf. Ganz im Westen ist die Landschaft flacher, hier sind die Böden auf karbonathaltigem Gestein lessiviert und die auf Sanden podsoliert. Es handelt sich um Haplic Luvisols, Haplic Podzols und verwandte Bodentypen. Die Horizontmerkmale von zahlreichen Böden im zentralen und nördlichen Teil des Untersuchungsgebiets sind durch Terrassierungen oder Tiefpflügen vermischt. Dies ist der Fall bei Aric Anthrosols und Calcaro-Aric Anthrosols.

Der Nordteil des Parque Natural ist morphologisch von einer Schichtstufe aus tertiärem Kalkgestein geprägt, die im Osten sehr stark herausgehoben ist und nach Westen hin allmählich abtaucht. An deren Fuß lagern vor allem in der östlichen Parkhälfte Tone, auf denen sich Eutric Vertisols und Calcaro-Vertic Cambisols ausgebildet haben. Die Stufenstirn und die Stufenkante weisen Rendzic oder Calcaric Cambisols und Leptosols auf. Die Schichtfläche ist von Calcaric Leptosols und Cambisols auf Mergeln bedeckt. Am Nordrand des Parque Natural schließen sich humose Böden auf pliozänen Sanden an, die durch Umlagerungen infolge Jahrtausende alten Ackerbaus entstanden. Für diese Böden wurde die Bezeichnung Aric Arenosols gewählt.

Für die Beschreibung der ökologisch wichtigsten Bodeneigenschaften wurden die Bodeneinheiten nach Möglichkeit nochmals zu ökologischen Klassen zusammengefaßt. Vorrangige Kriterien dafür sind die nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum und der Karbonatgehalt bzw. das Basensättigungsprodukt.


Den Böden im Parque Natural da Arrábida kommt in mehrfacher Hinsicht eine besondere Bedeutung zu, wovon zwei Aspekte genauer untersucht werden. Näher betrachtet wird zum einen die Bedeutung von Böden als Archiv der Landschaftsentwicklung. Die roten Böden der Kalkgebirge geben Aufschluß über überwiegend natürliche Prozesse und Veränderungen, aus den Aric Arenosols auf pliozänen Sanden lassen sich mehrere Jahrtausende Kulturgeschichte ablesen.

Zum zweiten wird die Bedeutung der Böden für die Verbreitung und den Erhalt der mediterranen Wälder im Parque Natural untersucht. Für verschiedene Waldgesellschaften konnten typische Standorte herausgearbeitet werden. Als entscheidendes Kriterium erwies sich der Wasserhaushalt. Die Bodenreaktion hat keinen oder nur geringen Einfluß. Das Aufkommen von Wald in den Kalkgebirgen ist an eine nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum von mindestens 140 mm geknüpft. Dies gilt für Hartlaubwald in geschützten Lagen. Die Kombination von windgeschützter Lage, Restfeuchte der Böden und feuchterem Bestandsklima gibt diesen Wäldern einen gewissen Schutz gegen Brände. An wind- oder strahlungsexponierten Standorten reicht auch ein erheblich höheres Wasserspeicher- und Nachlieferungsvermögen der Böden nicht zum Aufkommen eines Waldes aus.


Schließlich wurden verschiedene Aspekte der Gefährdung der Böden im Parque Natural da Arrábida erfaßt und bewertet. Genauer untersucht wurde die Gefährdung durch Erosion und durch Immissionen, außerdem die durch Abgrabungen, Flächenversiegelung und Freizeitnutzung. An die einzelnen Abschnitte zur Gefährdung schließen sich jeweils Vorschläge für Schutzmaßnahmen an.

Immissionen wurden in zwei thematisch und räumlich verschiedenen Bereichen untersucht. Im ersten Fall handelt es sich um basische Immissionen im Westteil des Parque Natural auf sauren Böden. Die Ursache hierfür sind Karbonatstäube, die sehr wahrscheinlich von einer frisch geschotterten Straße herrühren. Eine Beeinflussung der Böden durch Hebung des pH-Wertes, der Calcium- und Magnesiumgehalte sowie der Basensättigung wurde noch in drei Kilometer Entfernung von der vermuteten Quelle festgestellt.

Der zweite Untersuchungsbereich ist die Umgebung einer Zementfabrik bei Outão, die auf Schwermetalle untersucht wurde. Die Untersuchungen ergaben gegenüber den Hintergrundwerten deutlich erhöhte Gehalte. Diese überschreiten für einzelne Standorte und Metalle Grenzwerte, jenseits derer eine Gefährdung für Bodenorganismen, Pflanzen, Tiere und Menschen nicht auszuschließen ist. Dem Kalkgehalt und den hohen pH-Werten der Böden dort ist es zu verdanken, daß diese nicht unbedingt akut ist. Eine Erstabschätzung der Gefährdung wurde durchgeführt und der weitere Untersuchungsbedarf wurde abgegrenzt. Anhand der Entfernung von der Zementfabrik und der lokalen Windrichtungen konnte diese als Verursacher zumindest eines Teiles dieser Immissionen festgestellt werden.

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Inhaltsverzeichnis Anhang 1 BodenAnhang 1 Boden

Anhang 2 VegetationAnhang 2 Vegetation

Anhang 3 StandorteAnhang 3 Standorte

LiteraturLiteratur
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Letzte Änderung:16.2.2001