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Böden des Parque Natural da Arrábida -
Bedeutung, Gefährdung und Schutz

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6.2.2 Veränderungen saurer Böden durch Immissionen

Während der Geländearbeit zeigte sich immer wieder, daß Böden einen höheren pH-Wert aufwiesen, als aufgrund der Bodenmerkmale zu erwarten war. Die unerwartet hohen pH-Werte bestätigten sich bei den Kontrollmessungen im Labor. Gleichzeitig war festzustellen, daß die pH-Werte zum Unterboden hin häufig absanken. Dies betrifft in erster Linie Böden im Westteil des Parque Natural, der Ostteil ist davon nicht betroffen.

Die Oberböden weisen jeweils die höchsten pH-Werte aufweisen. Bei Profil 25 ist auch noch der pH-Wert des Al- (E-) Horizontes so stark erhöht, daß er über dem des Bt- Horizontes liegt. Die pH-Werte von einigen Profilen mit Ansätzen von Podsolierung, darunter Profil 42, liegen deutlich über 4,5 Grafik zu pH-Werten.

Um die Ursache für diese pH-Werte festzustellen, wurde der Gehalt an austauschbaren basenbildenden Kationen untersucht. Die Abbildungen 6-21 und 6-22 zeigen die Calcium- bzw. Kaliumgehalte für ausgewählte Profile, Tabelle A3-1 im Anhang A3 enthält die Angaben für weitere Standorte und Stoffe.

Abb.6-21: Calciumgehalte von fünf Profilen mit erhöhten pH-Werten Profil 25: Luvic Arenosol (Parabraunerde auf sandigem Substrat), Profil 26: Stagno-Gleyic Luvisol (Pseudogley-Parabraunerde auf Kalksandstein), Profil 34 Haplic Luvisol (erodierte Parabraunerde auf Kalksandstein), Profil 42 Cambic Arenosol (saure Braunerde auf Sand). Profil 47: Podzol auf Sand. Das vorderste Profil in der Grafik liegt am weitesten nördlich, das hinterste am weitesten südlich. Zur genauen Lage vgl. Abb. A3-3 im Anhang A3.

Aus Abbildung 6-21 wird deutlich, daß die Calciumgehalte der Oberböden jeweils am höchsten sind. Die Unterschiede sind besonders bei den tonarmen Böden erheblich. Ähnlich sieht es bei den hier nicht dargestellten Magnesiumgehalten aus, nur daß diese insgesamt viel geringer sind. Anders verhält es sich dagegen für Natrium und Kalium. Die Gehalte beider Ionen bewegen sich auf sehr niedrigem Niveau. Die Natriumwerte steigen erwartungsgemäß zum Unterboden hin an. Die Kaliumgehalte der Einzelhorizonte der fünf Profile (vgl. Abb. 6-22) sind uneinheitlich. Sie lassen sich aber gut durch die Verteilung der Austauscherplätze erklären. Höhere Gehalte haben jeweils humus- oder tonreichere Horizonte. Einen tendenziellen An- oder Abstieg mit der Tiefe gibt es nicht.

Abb.6-22: Kaliumgehalte von fünf Profilen mit erhöhten pH-Werten Bodentypen siehe Abb. 6-20 und 6-21, Lage siehe Abb. A3-3 im Anhang A3

Diese unterschiedlichen Gehalte an Kationen lassen sich nur durch Einträge in die Oberböden erklären. Diese sind reich an Calcium, enthalten auch nennenswerte Anteile an Magnesium, aber kein oder kaum Kalium und Natrium. Gleichzeitig sind die Gehalte der südlichsten Profile höher als die der weiter nördlich gelegenen. Als Erklärung bietet sich die Deposition von Kalk- und Dolomitstäuben an. Aerosole vom Meer können wegen der geringen Natriumgehalte ausgeschlossen werden. Düngung kommt auf den extensiv genutzten Weiden nicht in Betracht, außerdem wären dann eher erhöhte Kaliumwerte zu erwarten, da Kalium in diesen Böden Mangelfaktor ist. Ferntransport scheidet durch die räumlich verschiedene Deposition ebenfalls aus.

Als Quelle wird daher die frisch mit Kalk geschotterte Straße von Casais da Serra nach Südwesten Richtung Calhariz und zu den Steinbrüchen von Pedreiras angenommen. Bei trockenem Wetter wirbeln Fahrzeuge große Mengen an Staub auf, die sich in Windrichtung ausbreiten. Durch die überwiegend nördlichen und nordwestlichen Winde wird ein Großteil des Staubes nach Süden verfrachtet, was sich auf den dortigen Böden mit relativ hohem pH-Wert und hohen Basengehalten nicht weiter auswirkt. Bei Windstille und östlichen oder südlichen Winden wird aber auch Staub in den Bereich nördlich der Straße verfrachtet.

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Letzte Änderung:16.2.2001