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Böden des Parque Natural da Arrábida -
Bedeutung, Gefährdung und Schutz

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6.2 Gefährdung durch Immissionen

Die Steinbrüche von Outão und das dortige Zementwerk widersprechen der Intention des Parque Natural (vgl. Kap. 3.8). Derzeit ist in der portugiesischen Politik und auch in der Öffentlichkeit eine intensive Diskussion über Aspekte der Umweltbeeinträchtigung durch die Industrie sowie die Notwendigkeit und Folgen regulierender Maßnahmen im Gange. Im Parque Natural da Arrábida konzentriert sich diese weitgehend auf die Aspekte der Landschaftszerstörung durch die großen Steinbrüche und auf Luftverschmutzung durch Emissionen der Zementindustrie.

Unter Immissionen werden hier Einträge aus der Luft in den Boden in Form von Stäuben oder durch nasse Deposition verstanden. Durch die Lage am westlichen Rand Europas sind Einträge aus Ferntransporten in größeren Mengen auszuschließen. Stoffeinträge aus den Industriegebieten von Lissabon und Setúbal sind möglich, aufgrund der herrschenden Hauptwindrichtungen aber nur in sehr geringem Umfang zu erwarten. Es kann davon ausgegangen werden, daß die lokale Deposition auch weitgehend auf lokale Emittenten zurückzuführen ist. Als solche kommen in erster Linie die Zementfabrik von Outão, in zweiter Linie die dortigen Steinbruchanlagen und diejenigen bei Pedreiras sowie der Kraftverkehr in Betracht. Deshalb wurde einer eingehenderen Untersuchung der Böden im Bereich der Zementfabrik von Outão der Vorzug gegenüber einer flächigen, aber sehr lückigen Beprobung mit geringerer Aussagekraft gegeben.

Da für den Parque Natural bisher in diese Richtung noch keine Untersuchungen vorliegen, dienten die Untersuchungen in erster Linie der Feststellung, ob Bodenbeeinträchtigungen durch Immissionen vorliegen. Dazu wurde gezielt ein Bereich um das Zementwerk bei Outão beprobt (Kapitel 6.2.1). Anhand der Ergebnisse wird eine Abschätzung ihres Umfanges und ihrer Bedeutung vorgenommen. Der begrenzte Untersuchungsrahmen läßt eine genaue Gefährdungsabschätzung nicht zu, da insbesondere die Pflanzenverfügbarkeit nicht untersucht wurde. Die gefundenen Gehalte an Schwermetallen werden aber mit entsprechenden Vergleichswerten in Relation gesetzt. Ebenso wird die Verlagerbarkeit diskutiert. Daraus ergibt sich eine Abschätzung der Gefährdung der verschiedenen Bodenfunktionen. Die jeweils angewandte Methodik wird erläutert, damit die Interpretation der Meßergebnisse nachvollziehbar ist. Darüberhinaus wird wo nötig der Untersuchungsbedarf für eine genaue Ursachen- und Gefährdungsabschätzung festgestellt.

Ein weiteres Kapitel (6.2.2) behandelt Veränderungen saurer Böden durch basische Staubeinträge. Hierbei wird auf Auswirkungen auf den pH-Wert und die Basensättigung eingegegangen. Die zugrundeliegenden Daten sind die der allgemeinen Bodenkartierung aus Kapitel 4.

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Letzte Änderung:16.2.2001