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Böden des Parque Natural da Arrábida -
Bedeutung, Gefährdung und Schutz

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3 Der Natur- und Kulturraum des Parque Natural da Arrábida -

3.6.4 Die pflanzensoziologischen Einheiten

Nach LAUTENSACH (1964) gehört das Gebiet der Arrábida zur Palmito-Gemeinschaft im Sommertrockenen und Immertrockenen Iberien. Diese Einstufung geht auf einen bisher nicht wiederholten Fund von zwei Exemplaren der Zwergpalme (Chamaerops humilis) durch DAVEAU (1899) zurück ( GIRÃO, 1960). Die Einmaligkeit des Fundes zeigt deutlich die bioklimatische Grenzlage des Parque Natural.

Die folgenden Ausführungen stützen sich auf eine Arbeit von CAPELO und DE ALMEIDA (1993), eine Zusammenschau älterer Arbeiten von Prof. JOSÉ CARLOS COSTA, Lissabon und eigene Beobachtungen im Gelände. CAPELO und DE ALMEIDA unterscheiden dabei zwischen Verbänden der Wälder, der Strauchformationen (matos e comunidades altifruticetas pré-florestais und matos de substituição), ausdauernden Kräutern, ephemeren Therophyten, Felsgemeinschaften, Gemeinschaften der Steilküsten und Strandfelsen sowie Gemeinschaften der Ruderalflächen. Im Anhang A2 (Vegetation) sind die kartierbaren Einheiten (i.d.R. der Verband) dargestellt (Tab. A2-3 bis A2-8). Die Gehölzformationen und daraus entwickelte Einheiten werden im folgenden kurz beschrieben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Pflanzengesellschaften der Serras.

Die Wälder werden überwiegend von der Kermeseiche (Quercus coccifera var. pseudococcifera) geprägt (Ordnung der Quercetalia). Dies ist eine Besonderheit, da die Kermeseiche sonst nur im östlichsten Mittelmeerraum in Baumform auftritt (RIKLI, 1943). Frische Standorte werden von zwei Gesellschaften des Arisaro simorrhini-Quercetum broteroi eingenommen. Diese Einheit mit der laubabwerfenden Portugiesischen Eiche (Q. faginea ssp. broteroi) findet in der Arrábida ihre südlichste Verbreitung. Ein Unterverband weist zusätzlich den französischen Ahorn (Acer monspessulanum) auf. Trockenere Bereiche führen zum Querco rotundifoliae-Oleion sylvestris. Darin enthalten sind vier Verbände. Die trockensten Bereiche des Südhangs mit Karobbaum (Ceratonia siliqua) und Ölbaum (Oleum europaeum ssp. sylvaticum Ölbaum) werden vom xerophilen Trockenwald des Viburno tini-Oleetum sylvestris typicum eingenommen.
Viburnum tinusDie basophile Assoziation der rundblättrigen Eiche (Com. Quercus rotundifoliae c.f. Smilaco mauritanicae-Quercetum rotundifoliae) tritt ebenfalls nur an trockenen Standorten auf. Die trockeneren Randbereiche der frischen Standorte tragen Viburno tini-Quercetum cocciferae. Die kalkfreien Böden des Nordhanges und des anschließenden Hügellandes werden von der Korkeiche dominiert (Oleo-sylvestris-Quercetum suberis).

An Bachläufen treten zwei Verbände des Querco-Fagetea Sylvaticae mit jeweils einem Unterverband auf: Ranunculo ficariae-Fraxinetum angustifoliae und Lonicero hispanicae-Rubetum ulmifolii typicum. Dazu kommt in Lichtungen der Wälder und der Strauchformationen auf humosen Böden ein Unterverband des Origanion virentis (Leucanthemo sylvatici-Cheirolophetum sempervirentis).

Der Matagal , die Buschformation, ersetzt die Waldformen der Quercetalia auf steinigen flachgründigen Böden. Auf eher frischen Standorten tritt das Melico arrectae-Quercetum cocciferae auf. Es wird nochmals in die Variante typicum auf etwas feuchteren und juniperetosum turbinatae auf eher trockenen Stellen unterteilt. Weite Bereiche des Südhanges der Arrábida nimmt Querco cocciferae-Juniperetum turbinatae ein, seltener ist dort Asparago albi-Rhamnaetum oleoidis. Nur bei Sesimbra tritt eine Einheit mit der makaronesischen Art Euphorbia obtusifolia ssp. regis-jubae auf. Vor allem an den Rändern der Wälder findet sich das Phillyreo angustifoliae-Arbutetum unedonis mit drei Unterverbänden.

Stadien weiterer Degradation (vgl. Abb. 3-7) stellen das von Stechginster (Ulex densus Polsterstechginster) und Thymian (Thymus sylvestris) geprägte Rosmarinetalia officinalis auf kalkhaltigen und das Phlomido purpurea-Cistetum albidi auf entkalkten Böden dar. Auf den sandigen Standorten stocken Pflanzen des Coremion albi mit Stechginster (Ulex australis und Staurocanthus genistoides) und des ähnlichen Ericion umbellatae com. Thymus villosus, dominiert von der Gelben Zistrose (Halimium halimifolium), auf den sauren Standorten (vgl. Abb. 3-6). Beide bilden das Unterholz der Kiefernforsten. vergrößern

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Letzte Änderung:16.2.2001