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Böden des Parque Natural da Arrábida -
Bedeutung, Gefährdung und Schutz

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2 Methodik

Catenenprinzip: Der Parque Natural hat eine Fläche von rund 108 km2. Eine flächendeckende Untersuchung war somit in dem begrenzten Zeitraum ausgeschlossen. Als geeignete Methode wurde daher das Catenenprinzip gewählt (SCHEFFER & SCHACHTSCHABEL, 1989). Die Catenen 1 Karte Catena 1 und 2 Karte Catena 2 sind an klimatologische Meßprofile im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts angelehnt. Sie durchschneiden den zentralen Teil des Untersuchungsgebietes von der Küste bis zur nördlichen Parkgrenze. Die genaue Lage der Catenen und die der Probenahmepunkte sind aus den Abbildungen A3-1 Karte Catena 1 bis A3-5 Karte Catenen 5,6 und 7 im Anhang A3 (Anhang Standorte) zu ersehen, die Lage dieser Ausschnitte im Parque Natural zeigt Abbildung 2-2 Lage der Catenen. Catena 3 Querprofil zu Catena 3 Landschaft von Catena 3 verläuft parallel dazu weiter westlich in einem tektonisch schwächer beeinflußten Abschnitt (vgl. Abb. 2-2 und Abb. A3-3) und erfaßt den Küstenbereich nicht mehr. Catena 4 Querprofil zu Catena 4 Landschaft von Catena 4 (vgl. Abb. 2-2 und Abb. A3-4) liegt im tektonisch am stärksten beanspruchten Ostteil des Parque Natural mit der größten Reliefenergie bei kurzer Distanz zur Erosionsbasis im Hinterland. Der Küstenbereich wurde hier wiederum ausgespart, da die dortigen Verhältnisse aus den anderen Catenen und der Lithologie ableitbar sind. Drei kurze Catenen wurden im Tal von Solitário Tal und Wald von Solitário angelegt (vgl. Abb. 2-2 und Abb. A3-5), um die Zusammenhänge zwischen Böden und Waldbeständen zu erfassen. Weiterhin gehen Beobachtungen und auch einzelne Profilaufnahmen aus anderen Teilen des Parque Natural, insbesondere den Waldregionen, in diese Arbeit ein.

Abb.2-1: Lage des Arbeitsgebietes Lage des Arbeitsgebietes
Abb.2-2: Lage der Catenen 1 bis 4 (Karte) Lage der Catenen 1 bis 4
Legende der Höhenschichten Höhenschichten der Serra

Lage der Aufnahmepunkte: Entlang der Leitlinien der Catenen wurden in unregelmäßigen Abständen Profil- und Standortaufnahmen durchgeführt. Die Abstände ergaben sich aus den Wechseln in Relief, Gestein oder Vegetation und aus der Zugänglichkeit des Geländes (Privatbesitz, Steilstufen). Grundsätzlich wurde möglichst bei jedem Wechsel eine Standortaufnahme gemacht. Die Abstände liegen zwischen 2 und 500 m, wobei der Durchschnitt bei etwa 50 m liegt. Ergänzende Aufnahmen wurden, wo nötig, seitlich versetzt vorgenommen. Zum Zeitpunkt der Geländeaufnahme standen die mittlerweile neu überarbeiteten topographischen Karten noch nicht zur Verfügung, sie fand somit auf Grundlage der Blätter 454 SETÚBAL, 465 OUTÃO and 464 SESIMBRA (SCEP 1966, 1963, 1964) der CARTA MILITAR DE PORTUGAL 1 : 25.000 statt. Diese Karten gaben nicht immer die in den letzten dreißig Jahren stark veränderte Realität wieder, die Lagegenauigkeit der Meßpunkte ist dadurch teilweise nicht gesichert. In der Regel treten nur maßstabsbedingte Abweichungen von ± 10 m auf, im Einzelfall sind aber auch Abweichungen bis zu 50 m möglich.

Standortaufnahme: An jedem Aufnahmepunkt wurden folgende, über die Pedologie hinausgehende Parameter notiert: Exposition mit Hilfe des Kompasses, bis auf 1/16 des Vollkreises genau als Himmelsrichtung (WNW, SE, etc.); Inklination mit dem Klinometer gemessen, in Altgrad (°) auf ± 1° genau bei geringen Hangneigungen und auf ± 2° bei Hangneigungen > 10°; Reliefform; Gesteinsart; gegebenenfalls Streichen und Fallen der Gesteinsschichten sowie Spuren von Bränden, Beweidung und anthropogenen Veränderungen. Daten zur stratigraphische Eingruppierung der Gesteine, Streichrichtungen, Fallwinkel und Störungszonen wurden außerdem der geologischen Karte 1 : 50.000 des Gebietes (SG, 1964) sowie den Werken von SEIFFERT (1963) und LEINFELDER (1983) entnommen.

Weiterhin wurde der Vegetationstyp und die Vegetationsdichte beschrieben und eine Artenliste der Pflanzen aufgestellt. Soweit die Pflanzen nicht bekannt waren, wurden sie mit Hilfe der Bestimmungsbücher von BAYER et al. (1986), SCHÖNFELDER & SCHÖNFELDER (1990) und FECHTER, GRAU & REICHHOLF (1985) bestimmt, im Einzelfall auch nach COUTINHO (1939). Die Nomenklatur richtet sich nach FRANCO (1984), für einige einkeimblättrige Familien nach COUTINHO (1939). Schwierige Fälle wurden dankenswerter Weise von Herrn Eng. agr. J.G. PEDRO überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Mangels entsprechender Vorkenntnisse und der begrenzten Zeit blieben dabei Moose und Flechten generell, Farne und Gräser weitgehend unberücksichtigt. Aufgeführte Pflanzenlisten (s. Anhang, dort auch Namen der Autoren) sind somit prinzipiell als unvollständig zu betrachten. Naturgemäß erweitern sich die Pflanzenkenntnisse im Verlauf einer solchen Arbeit. Pflanzenlisten der Catenen 3 und 4 sind somit in mancher Hinsicht vollständiger als die Listen vor allem von Catena 1. Bei einer abschließenden Überprüfung gegen Ende der Geländearbeit von zu Anfang aufgenommenen Standorten zeigte sich aber, daß der Unterschied nicht gravierend ist. Ebenfalls aus Zeitmangel wurde auf Vegetationsaufnahmen nach BRAUN-BLANQUET verzichtet. Die Standorte der Serras (Gehölzformationen auf Kalkgestein) wurden soweit möglich nachträglich einer der in Kapitel 3.6.4 beschriebenen pflanzensoziologischen Einheiten nach CAPELO & de ALMEIDA (1993) zugeordnet. Wegen der fehlenden Vegetationsaufnahmen wurde im Zweifelsfall auf eine Zuordnung verzichtet.

Profilaufnahme: Die bodenkundliche Aufnahme erfolgt mit Hilfe von 1 m Bohrungen mit dem Pürckhauer Bohrstock und an Aufschlüssen. Festgehalten wurden in beiden Fällen Horizontgrenzen und -mächtigkeiten, Bodenart, Bodenfarbe, Bodentyp, Kalkgehalt, Skelettgehalt, Gehalt an organischer Substanz und Hydromorphiemerkmale. In Einzelfällen wurde der pH-Wert mit dem HELLIGE pH-Meter bestimmt. An Aufschlüssen und Aufgrabungen wurde zusätzlich nach HARRACH (1990) aus Gefügeform, Aggregatgröße, Lagerungsart, Verfestigungsgrad, Eindringwiderstand und Verteilung der Makroporen für jeden Horizont die Packungsdichte ermittelt und daraus nach AG BODENKUNDE (1982) die nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum errechnet. Die Bodenart wurde mit der Fingerprobe ermittelt. Die Ergebnisse wurden später an ausgewählten Proben nach KÖHN (DIN, 1991) im Labor überprüft. Dabei ergab sich, daß im Feld der Tongehalt in der Regel um 5 - 10 % unterschätzt wurde. Im Einzelfall kann sich daraus eine Einstufung der Bodenart in die nächsthöhere Tongehaltsklasse ergeben. Schluff- und Sandanteile wurden richtig geschätzt. Die Bodenfarbe wurde nach Augenschein notiert, wobei dieser in Abständen mit MUNSELLS Bodenfarbtafeln geeicht wurde. Bodentypen wurden im Feld mit Hilfe der deutschen Nomenklatur (AG BODENKUNDE, 1982) und ergänzender Erklärungen festgehalten. Anhand der Felddaten wurden die Böden dann nachträglich nach FAO (1974/1988) klassifiziert und auch den Einheiten der portugiesischen Bodenkarte (SROA, 1969) gegenübergestellt (SCHRITTENLOCHER, 1997). Der Kalkgehalt wurde halbquantitativ nach AG BODENKUNDE (1982) mit 10 %iger HCl im Gelände bestimmt. Der Gehalt an organischer Substanz wurde geschätzt, bei einigen Proben von wichtigen Profilen wurden im Labor der Gehalt über den Glühverlust bestimmt (SCHLICHTING & BLUME, 1966). Der Skelettgehalt wurde an Aufschlüssen nach AG BODENKUNDE (1982) quantitativ bestimmt, ansonsten ebenso wie Hydromorphiemerkmale qualitativ vermerkt.

Laboranalysen: Im Feld wurden von zahlreichen Profilen Bodenproben entnommen, die zur Untersuchung von Unklarheiten und, wo nötig, genaueren Bestimmungen dienten. Die Proben wurden luftgetrocknet, gemörsert, auf < 2 mm gesiebt und bei 105° nachgetrocknet. Mit diesen Proben wurde neben den bereits genannten Untersuchungen pH-Werte in einer Boden -KCl-Suspension 1 : 2,5 (0,1 mol KCl) bestimmt und anhand der Ergebnisse Böden für die Bestimmung der effektiven Kationenaustauschkapazität und der hydrolytische Acidität nach KAPPEN (1928) zur korrekten Benennnung nach FAO (1988) ausgewählt. Wegen unerwartet hoher Werte für den pH und die Basensättigung wurde die Austauscherlösung der selben Böden auch am AAS auf ihre Gehalte an Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium untersucht.

Für die Beprobungen im Rahmen der Immissionsuntersuchungen wurden generell ergänzende Korngrößenanalysen nach KÖHN (DIN, 1991) durchgeführt (s. Kapitel 6.2). Ergänzend wurde der Kalkgehalt dieser Proben quantitativ im Labor nach SCHEIBLER (SCHLICHTING & BLUME, 1966) bestimmt. Weiterhin wurden diese Böden auf Gehalte durch Königswasser extrahierbarer Schwermetalle untersucht. Cadmium, Zink, Kupfer, Blei und Nickel wurden am AAS bestimmt. Aus Kostengründen wurden lediglich zehn Proben, die für die übrigen Standorte weitgehend repräsentativ sind, mit der Hydridmethode auf Quecksilber untersucht. Mangels Verfügbarkeit geeigneter Untersuchungsverfahren mußte auf eine Untersuchung der Thalliumgehalte verzichtet werden.

Im Zuge der geoökologischen Kartierungen wurden sichtbare Erosionsformen notiert. Quantitative Untersuchungen wurden nicht durchgeführt, lediglich an einzelnen Punkten wurde die Höhe des Bodenabtrages anhand von Geländekanten und Sedimentmächtigkeiten festgehalten. Während einer Periode mit ergiebigen Niederschlägen im Frühjahr wurde in verschiedenen Gebieten das Abflußverhalten und Auftreten oder Ausbleiben von Erosion beobachtet. Desweiteren lassen zahlreiche Bodenprofile Rückschlüsse über Erosionsereignisse in der Vergangenheit zu.

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Letzte Änderung:16.2.2001