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Böden des Parque Natural da Arrábida -
Bedeutung, Gefährdung und Schutz

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1 Einleitung und Problemstellung

Böden rücken zunehmend in das Blickfeld öffentlichen Interesses. In einem Zeitalter, in dem die Beeinträchtigung der Lebensqualität dieser und zukünftiger Generationen durch die Verknappung von Ressourcen und Beeinträchtigungen der Umwelt eines der großen Problemfelder der Gegenwart und Zukunft darstellt, wird der Bodenschutz zum politischen Ziel. Böden zählen zu den kostbarsten Gütern der Menschheit (ER, 1972).

In der Vergangenheit ging es dabei im wesentlichen um den Schutz der Bodenfunktionen, womit meist der direkte und indirekte Nutzen gemeint ist, den der Mensch aus Böden zieht, indem er sie zum Beispiel als Ackerland nutzt. Mittlerweile wird auch die Bedeutung des Schutzes der Böden "an sich" erkannt, wie sie für Tiere und Pflanzen, aber auch für ganze Ökosysteme schon länger unbestritten ist, und geht in die Praxis ein (BW, 1991). Dies ist die Voraussetzung dafür, daß Böden als Ganzes mit allen ihren Eigenschaften und Potentialen auch zukünftig erhalten bleiben.

In dieser Arbeit werden die Böden des Parque Natural da Arrábida in Portugal beschrieben. Dieses Schutzgebiet ist besonders in botanischer, geologischer und bodenkundlicher Hinsicht interessant. Während Aspekte der Botanik und der Geologie schon von zahlreichen Autoren bearbeitet wurden (z.B. PEDRO, 1941 und 1991, CHOFFAT, 1908), liegen von bodenkundlicher Seite nur die Bodenkarten des SROA (1969) vor. Diese Karten sind wegen ihrer landwirtschaftlichen Zielrichtung, der benutzten Nomenklatur und verschiedener Mängel (vgl. SCHRITTENLOCHER ,1997) für ökologische Fragestellungen nur sehr eingeschränkt verwertbar. Eine Neubearbeitung des Gebietes unter Verwendung international gebräuchlicher Nomenklatur (FAO, 1988) war daher geboten.

Böden können nicht isoliert von den geoökologischen Faktoren Ausgangsgestein, Morphologie, Klima und Vegetation betrachtet werden. Genauso bedeutsam sind für ihre Ausprägung die Landnutzung und die Kulturlandschaftsentwicklung. Diese werden jeweils kurz beschrieben. Auf dieser Grundlage werden dann die Böden des Gebietes in ihrer räumliche Differenzierung und mit ihren wesentlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften dargestellt.

Die besonderen Pflanzenformationen der Arrábida, insbesondere die Reste mediterraner Wälder, waren einer der wesentlichen Gründe für die Unterschutzstellung des Gebietes. Im bisherigen Schutzkonzept der Parkverwaltung (MOURA, 1979) blieben Böden nahezu unberücksichtigt. Die Bedeutung der Böden als Standortfaktor für den Schutz der natürlichen und naturnahen Vegetation wird hier erstmals untersucht.

Böden sind aber nicht nur Standorte für Pflanzen, sie sind auch Filter, Puffer und Transformator (BLUME, 1990) und sie können ein Archiv der Landschafts- und Kulturgeschichte darstellen. Auf diese Bedeutung der Böden im Parque Natural als Informationsträger, beispielsweise für Klimawechsel oder die Siedlungsgeschichte, wird ebenfalls eingegangen.

Die Böden des Parque Natural da Arrábida und ihre Funktionen unterliegen Gefährdungen. In der Region entstehen durch die Bevölkerungskonzentration im Großraum Lissabon/Setúbal vermehrt Interessens- und Nutzungskonflikte. Ziel dieser Arbeit ist es, die aktuellen Gefährdungen und wesentliche Gefährdungspotentiale der Böden im Parque Natural zu erfassen und zu bewerten. Schwerpunkte bilden dabei die Erosion und die Immissionen. Letztere sind im Zusammenhang mit einer Zementfabrik im Parque Natural ein aktuelles umweltpolitisches Problem in der Region.

Je endgültiger eine Schädigung ist, umso wichtiger ist die rechtzeitige Erkennung dieser Gefahr, damit vorbeugende Maßnahmen eingeleitet werden können. Wünschenswerte Schutzmaßnahmen werden jeweils im Kontext anschließend an die Beschreibung der Gefährdungen erläutert. Diese Vorschläge dienen gleichzeitig dem Bodenschutz im zukünftigen Managment Plan, der seitens der Parkverwaltung vorbereitet wird.

Boden ist nur eines der zu schützenden Objekte im Natur- wie im Umweltschutz. Der vorliegende Text möchte zeigen, daß Böden dennoch nicht weniger wichtig und oft genauso interessant sind. Böden sind keine statischen Körper, sie sind belebt, sie unterliegen Wechselwirkungen mit äußeren Umweltfaktoren und beeinflussen diese. Bodenschutz schließt somit immer den Schutz der Bodendynamik ein, wobei zu klären bleibt, welche Vorgänge dabei natürlicher Art sind, welche durch den Mensch induziert sind, und wie letztere zu bewerten sind.

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Letzte Änderung:16.2.2001