Durchblutungsstörungen
des Auges: Bluthochdruck, Diabetes, Hypercholesterinämie und
Erhöhung der Blutviskosität sind häufige Ursachen
Retinale Gefäßverschlüsse sind nach
der diabetischen Retinopathie die zweithäufigste vaskuläre Netzhauterkrankung.
Gefäßveränderungen und deren Folgen im gesamten Organismus, wie
sie beispielsweise im Rahmen des arteriellen Bluthochdruckes zu
finden sind, lassen sich anhand des Netzhautgefäßstatus oftmals
recht gut einordnen. Okuläre Durchblutungsstörungen, die mit einer
passageren oder permanenten Beeinträchtigung des Sehvermögens einhergehen,
können sowohl auf arterielle und venöse Netzhautgefäßverschlüsse,
auf akute oder chronische Mangeldurchblutung des Sehnerven aber
auch auf Stenosen im Bereich extraretinaler Gefäße zurückzuführen
sein.
Die Artriitis temporalis stellt in gewisser Hinsicht
dabei einen Sonderfall dar. Leitbefund ist, neben der Visusverringerung,
der Apoplexia papillae, den verdickten und oft druckdolenten Temporalarterien
die masiv erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit.
Fundusveränderungen bei arterieller Hypertonie entwickeln
sich proportional zur Dauer und Ausprägung der Hypertonie: die Fundusbeurteilung
erlaubt also eine direkte Aussage über die Schwere des Krankheitsbildes.
Jeder Patient mit schweren Fundusveränderungen bei arterieller Hypertonie
hat eine deutlich eingeschränkte Prognose quod vitam! Hier ist die
sofortige internistische Therapie und Abklärung erforderlich, da
sowohl Erblindung droht, als auch der Augenbefund Rückschlüsse auf
die akute Gefährdung anderer Organe wie Niere und Gehirn zuläßt.
Augenhintergrund:
Zentralarterienverschluss (ZAV)
Sie erkennen auf dieser Fundusphotographie das nach
einem Zentralarterienverschluß aufgetretene Netzhautödem
im Versorgungsgebiet des verschlossenen Gefäßes und dem typischen
kirschroten Fleck im Makulagebiet. Der Aspekt des Arterenverschlusses
gestattet mitunter Rückschlüsse auf dessen Ätiologie und bestimmt
somit auch das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen
nicht unerheblich. Der arterielle okuläre Gefäßverschluß, gekennzeichnet
durch einseitige plötzlich wahrgenomme schmerzlose Visusminderung,
stellt einen dringlich behandlungsbedürftigen ophthalmologischen
Notfall dar.
Das mittlere Alter der Patienten mit retinalen Arterienverschlüssen
beträgt etwa 60 Jahre. Häufigste Risikofaktoren sind eine arterielle
Hypertonie bei 75 % der Patienten, eine Carotisstenose- und plaques
bei 45 %, ein Diabetes mellitus oder Herzklappenveränderungen bei
jeweils 25 % der Betroffenen. Aus diesem Risikoprofil ergibt sich
zwanglos die umgehende und intensive internistisch-neurologische
Abklärung. In der Regel ist eine zügige rheologische Behandlung
indiziert. Liegt der Visusverlust weniger als 12 Stunden zurück,
führen wir inder Frankfurter Universitätsklinik, sofern keine Kontraindikationen
bestehen, eine systemische rtPa-Lyse durch. Bei zwischen 12 Stunden
und 28 Tagen zurückliegendem Visusabfall besteht immerhin noch die
Möglichkeit zu einer isovolämischen Hämodilution.
Augenhintergrung:
Zentralvenenverschluss
Retinale Venenverschlüsse erkennt man an retinalen
Blutungen und einer ödematösen Netzhaut. Man differenziert zwischen
einer ischämischen und nicht-ischämischen Form der Zentralvenenthrombose.
Die nicht-ischämische Zentralvenenthrombose -sie ist mit 75% die
häufigere Form- zeigt bei nur geringer bis mäßiger Visusminderung
kaum Cotton-wool Herde sowie ein osse treten ebenfalls gehäuft um
das 60. Lebensjahr auf. Patienten mit venösen Gefäßverschlüssen
weisen ein einheitliches Risikiprofil auf. Bei einer Zentralvenenthrombose,
wie hier gezeigt, finden sich funduskopisch ein ausgeprägtes Papillenödem
im Verein mit einer Stauung der Netzhautvenen, Cotton-wool-Herden,
ausgedehntenft nur mäßiges Papillen- und Makulaödem. Die Prognose
ist in diesen Fällen vielfach recht gut. Die ischämische Form ist
seltener und durch durch einen einschneidenden Visusverfall gekennzeichnet.
Charakteristischerweise findet sich neben ausgedehnten retinalen
Blutungen im Verein mit Cotton-Wool Herden ein ausgeprägtes Papillen-
und Makulaödem.
Bei etwa 2/3 der Patienten war bereits vor dem Ereignis
eine arterielle Hypertonie und eine Erhöhung der Vollblut- und Plasmaviskosität
vorhanden. Hypercholesterinämie und Diabetes repräsentieren weitere
häufig anzutreffende Risikofaktoren, während eine chronische Leukämie,
eine Polyzythämie oder Paraproteinämien eher seltenere allgenmeine
Begleiterkrankungen darstellen. Aus dem dargestellten Risikoprofil
läßt sich wiederum die erforderliche interdisziplinäre Betreuung
der Patienten ableiten. Liegt der Visusverlust weniger als 12 Tage
zurück, so indizieren wir bei ischämischen Zentralvenenverschlüssen
in der Regel die rtPa-lyse, bei zwischen 12 und 28 Tagen zurückliegendem
Ereignis kommt immerhin noch die isovolämische Hämodilution in Frage.
Angiographie
der hirnversorgenden Arterien: traumatische bedingte Stenosierng
der Arteria Caorits Communis recht nach Autounfall (Gurttrauma im
Halsbereich)
Mangeldurchblutungen des okulären arteriellen Gefäßsystems
werden nicht selten durch Stenosen oder andere Veränderungen, hier
sehen Sie eine traumatische Stenosierung der Arteria carotis communis
rechts, im Stromgebiet hirnversorgender Arterien herbeigeführt.
Die arteriellen Durchblutungsstörungen des Auges sind dann mitunter
mit cerebralen Ischämiezeichen assoziirt, die sich in entsprechenden
passageren oder persistierenden Defiziten, wie Amaurisis fugax,
Aphasie, motorischen oder sensorischen Ausfällen manifestiern können.
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