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Wissenswertes

Wirksamkeit

 

Ist das Programm wirksam?

In fünf aufeinander folgenden Evaluationszyklen (Schuljahre 2000/2001 bis 2004/2005) wurde das Programm im Rahmen des Deutschunterrichts erprobt und evaluiert. Einbezogen waren über 170 Lehrkräfte aus mehr als 30 Schulen im Rhein-Main-Gebiet sowie über 4000 Schülerinnen und Schüler fünfter und sechster Klassen.

Fragen der praktischen Erprobung wurden schwerpunktmäßig in den Schuljahren 2000/2001 bis 2002/2003 bearbeitet. Spezifische Wirksamkeitsprüfungen wurden unter verschiedenen Gesichtspunkten und Fragestellungen über vier Schuljahre hinweg (2001/2002 bis 2004/2005) begleitend vorgenommen.Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Anzahl der beteiligten Klassen in den jeweiligen Schuljahren und Schulformen.

 

Tabelle 1: Übersicht über die an der Evaluation des Programms beteiligten Klassen
Schuljahr
Gymnasialklassen
Klassen in Haupt-, Real- und Gesamtschulen
Klassen in Förderschulen
2000/01
6
3

2001/02
20
23

2002/03
24
32

2003/04
27
15
13
2004/05


27
Gesamt
77
73
40

 

Zur Erfassung von Programmeffekten wurden zu Beginn und am Ende des ersten Schulhalbjahres Testungen in den Bereichen des Lesestrategiewissens und des Leseverständnisses durchgeführt. Am Ende des zweiten Schulhalbjahres wurden weitere Testungen durchgeführt, um die nachhaltige Wirksamkeit des Programms zu prüfen.

Es wurde erwartet, dass sich die Förderung direkt auf die verschiedenen Facetten des Lesestrategiewissens auswirkt sowie indirekt auf das Leseverständnis, letzteres als Indikator für die Breite der Programmwirksamkeit. Klassen, die nicht am Programm teilnahmen, fungierten als Kontrollgruppen. Durch Unterrichtsbeobachtungen und durch die Auswertung von Lehrertagebüchern wurden Informationen zur Angemessenheit der Programmdurchführung gewonnen.

Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisses für das Basisprogramm "Wir werden Textdetektive", für das Programm "Wir werden Lesedetektive" sowie für die Programmversion mit den Wiederholungsstunden kurz zusammengefasst.

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Das Basisprogramm "Wir werden Textdetektive"

Die Ergebnisse zeigen, dass die Vermittlung von Lesestrategien in der unterrichtlichen Praxis gelingt. Das Ausmaß der durch das Basisprogramm erzielten Verbesserung liegt – im Vergleich zu den herkömmlich unterrichteten Kontrollgruppen – im Mittel bei etwa einer halben Standardabweichung (d = .46), was einem mittelgroßen Effekt entspricht. Der Transfereffekt auf das Leseverständnis ist geringer als der Effekt auf die Lesestrategien. Im Mittel liegt er bei einer Effektstärke von d = .16 (im FollowUp-Test bei d = .27).

Dieses Basisprogramm wurde im Jahr 2004 unter "Wir werden Textdetektive" veröffentlicht und richtet sich an Klassen in Gymnasien und Gesamtschulen.

Zum Weiterlesen:

Mokhlesgerami, J. (2004). Förderung der Lesekompetenz. Implementation und Evaluation eines Unterrichtsprogramms in der Sekundarstufe I. Hamburg: Verlag Dr. Kovac.

Souvignier, E. & Mokhlesgerami, J. (2006). Using self-regulation as a framework for implementing strategy-instruction to foster reading comprehension. Learning & Instruction, 16, 57-71.

 

 

Die Programmversion "Wir werden Lesedetektive"

Für lernschwächere Schüler wurde eine verkürzte und vereinfachte Version mit vier Lesestrategien entwickelt. Diese wurde unter "Wir werden Lesedetektive“ veröffentlicht.

In den Förderschulen, in denen mit dieser neu konzipierten, vereinfachten Programmversion gearbeitet wurde, ließ sich eine hohe Wirksamkeit nachweisen. Die Effekte sind auch ein halbes Jahr nach Abschluss des Unterrichtsprogramms noch vorhanden.

Zum Weiterlesen:

Antoniou, F. & Souvignier, E. (2007). Strategy instruction in reading comprehension: An intervention study for students with learning disabilities. Learning Disabilities: A Contemporary Journal, 5, 41-57.

Souvignier, E. & Rühl, K. (2005). Förderung des Leseverständnisses, Lesestrategiewissens und Leseinteresses von Schülern mit Lernbehinderungen durch strategieorientierten Unterricht. Heilpädagogische Forschung, 31, 2-11.

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Die Wiederholungsstunden

Eine erfolgreiche Implementation setzt voraus, dass sich die Lehrkräfte die Prinzipien des Programms zu Eigen machen und diese langfristig übernehmen. Auch bei gut ausgearbeiteten Materialien und nach einer gelungenen Lehrerfortbildung kann es vorkommen, dass die Lehrerinnen und Lehrer nach Abschluss der Unterrichtseinheit (im Falle der Textdetektive also nach ca. 28 Unterrichtsstunden) zu ihren gewohnten Unterrichtsmustern zurückkehren und die strategieorientierten Prinzipien wieder ‚vergessen’. Deshalb wurde eine Wiederholungseinheit konzipiert, die die Lehrenden bei der Wiederaufnahme der Programmprinzipien unterstützen soll.

Die Wirksamkeit der Wiederholungsstunden wurde überprüft. Lehrerinnen und Lehrer, die eine zusätzliche Wiederholungseinheit unterrichtet hatten, gaben in höherem Maße an, die Programmprinzipien auch längerfristig und überdauernd in ihr unterrichtliches Repertoire zu übernehmen – dies auch fächerübergreifend.

Auf Schülerseite waren die Klassen, in denen das Strategieprogramm unterrichtet worden war, den Kontrollklassen beim Lesestrategiewissen überlegen. In den Klassen, in denen zusätzlich Wiederholungsstunden durchgeführt wurden, erwiesen sich die Effekte als besonders nachhaltig.

Im September 2006 wurde der Wiederholungsbaustein unter der Bezeichnung "Wir sind Textdetektive" veröffentlicht.

Zum Weiterlesen:

Souvignier, E. & Trenk-Hinterberger, I. (2007). Ein Drei-Stufen-Modell zur Implementation neuer Unterrichtskonzepte in den Schulalltag. In M. Krämer, S. Preiser & K. Brusdeylins (Hrsg.), Psychologiedidaktik und Evaluation VI (S. 197-206). Göttingen: V & R unipress.

Trenk-Hinterberger, I. (2006). Lesekompetenz im Schulunterricht. Evaluation und Optimierung eines strategieorientierten Programms in der fünften Jahrgangsstufe. Hamburg: Verlag Dr. Kovac.

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Letzte Aktualisierung: Januar 2015