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Die Programmversionen der Textdetektive-Familie setzen sich aus unterschiedlichen inhaltlichen Bausteinen zusammen: Kern des Basisrogramms sind sieben kognitive und metakognitive Lesestrategien. Die Lesestrategien werden durch Strategien der kognitiven Selbstregulation zur Unterstützung des selbstständigen und eigenverantwortlichen strategischen Lesens ergänzt. Das Basisprogramm (Wir werden Textdetektive) und die Programmversion für den Englischunterricht (Text Detectives) enthalten einen zusätzlichen Baustein zur Motivationsförderung.

Im Folgenden werden die inhaltlichen Bausteine kurz beschrieben. Ausführlichere Informationen finden Sie z.B. in

Gold, A. (2007). Lesen kann man lernen. Lesestrategien für das 5. und 6. Schuljahr. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

 

Kognitive und metakognitive Lesestrategien

Kognitive Lesestrategien

Das Verstehen und Behalten von Texten wird durch verknüpfende (elaborative), ordnende (reduktive) und wiederholende Lesestrategien unterstützt.

Verknüpfende Strategien gehen über die Textvorlage hinaus, indem ein Textinhalt mit dem eigenen Vorwissen, mit Einstellungen, Werthaltungen und Meinungen verbunden wird. Das geschieht, wenn man Schlussfolgerungen aus dem Gelesenen zieht, wenn man sich etwas bildhaft vorstellt oder wenn man nach Anwendungs- oder Gegenbeispielen für einen Sachverhalt oder eine Argumentationslinie sucht.

Ordnende Strategien bewirken eine Verdichtung der Textvorlage durch Informationsreduktion, beispielsweise durch das Hervorheben oder Unterstreichen der Hauptgedanken oder durch das Zusammenfassen oder Aufzählen der wichtigsten Punkte.

Wiederholende Strategien sind das mehrmalige Lesen, das Abschreiben oder das Auswendiglernen. Sie sollten allerdings erst dann zum Einsatz kommen, wenn die Phasen der elaborativen und reduktiven Informationsverarbeitung bereits durchlaufen sind.

Im Textdetektive-Programm werden zuerst die beiden elaborativen Strategien Überschrift beachten und Bildlich vorstellen vermittelt. Dabei wird geübt, anhand von Textüberschriften den Inhalt eines nachfolgenden Textes zu antizipieren. Das ist deshalb von Vorteil, weil es auf das eigentliche Lesen vorbereitet, indem relevantes Vorwissen aktiviert wird. Auch sich etwas bildlich vorstellen führt zu einem tieferen Verstehen; Das bildliche Vorstellen reichert das Gelesene an.

Anschließend werden die beiden ordnenden Strategien Wichtiges unterstreichen und Wichtiges zusammenfassen eingeführt und geübt. Sie zielen beide darauf ab, Texte auf ihre wesentlichen Aussagen zu reduzieren. Aufgrund der unterschiedlichen Vorkenntnisse und Leseabsichten wird es häufig unterschiedliche Auffassungen darüber geben, was zu unterstreichen ist. Welche Textstellen wirklich wichtig sind, wird daher im Unterricht gemeinsam erarbeitet.

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Metakognitive Lesestrategien

Dass gute Leser(innen) die notwendigen ordnenden und verknüpfenden Strategien nicht nur kennen, sondern sie auch planvoll und zielführend einsetzen und dabei die Wirksamkeit des Strategieeinsatzes beständig überwachen und – wo notwendig – korrigierend in den Lernprozess eingreifen, ist ein Zeichen ihrer metakognitiven Kompetenz.

So genannte metakognitive Strategien dienen der Kontrolle, ob die Anwendung kognitiver Strategien sachgerecht und sachdienlich verläuft, d.h. aber auch, ob das strategische Lesen überhaupt zum gewünschten Erfolg geführt hat. Im Textdetektive-Programm werden die metakognitiven Strategien Verstehen überprüfen, Behalten überprüfen und Umgang mit Textschwierigkeiten vermittelt.

Mit der Detektivmethode Verstehen überprüfen wird Ergebniskontrolle betrieben, indem dazu angeleitet wird, sich selbst Verstehensfragen zu stellen und zu beantworten. In ähnlicher Weise wird beim Behalten überprüfen die eigene Gedächtnisleistung überprüft. Bei der wichtigen Strategie Umgang mit Textschwierigkeiten wird eingeübt, eine Problemstelle zu erkennen, zu markieren und eine allgemeine Routine zur Problemlösung anzuwenden.

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Kognitive Selbstregulation

Die Fähigkeit zur Selbststeuerung des eigenen Lernens ist eng verbunden mit dem bereits eingeführten Begriff der metakognitiven Kompetenz. Es geht dabei um die Fähigkeit, das eigene Lernverhalten zu planen, durchzuführen und den Lernfortgang kontinuierlich selbst zu überwachen. Nur wo Lernen eigenverantwortlich und selbstgesteuert verläuft, kann es zum Aufbau nachhaltiger und flexibel nutzbarer Wissensbestände führen.

Besonders wichtig ist, dass zu Beginn eines Lernprozesses die individuellen Lern- und Leseziele bestimmt werden und dass bewusst über die geeigneten Strategien nachgedacht wird um diese Ziele zu erreichen. So macht es einen Unterschied, ob ich ein Gedicht lese, um es später rezitieren zu können, eine Gebrauchsanweisung, um ein Gerät bedienen zu können, oder eine wissenschaftliche Abhandlung, um deren Hauptgedanken zu verstehen

Übergeordnete Kompetenzen zur kognitiven Selbstregulation werden im Textdetektive-Programm anhand der beiden Programmkomponenten Mittel-Ziel-Überlegungen und Leseplan vermittelt.

Im Rahmen der Mittel-Ziel-Überlegungen wird mit den Schülern erarbeitet, wann welche Lesestrategien anzuwenden sind. Der Leseplan soll anhand seines schematischen Ablaufs dazu befähigen, vor dem Lesen das Leseziel zu klären, die Lesestrategien zielorientiert auszuwählen und einzusetzen und nach dem Lesen das Ergebnis des Strategieeinsatzes selbst zu bewerten. Der Leseplan erfüllt dabei eine integrierende Funktion, indem die kognitiven und metakognitiven Lesestrategien mit den Prinzipien der Mittel-Ziel-Analyse kombiniert werden.

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Motivationale Selbstregulation

Die Fähigkeit zur Regulation der kognitiven und metakognitiven Lesestrategien ist notwendig, aber nicht ausreichend. Auch die eigenen Emotionen, Willenskräfte und Motive beim Lesen bedürfen der Regulation.

Maßnahmen der motivationalen Selbstregulation sind beispielsweise die Orientierung an einer (individuell) realistischen Zielsetzung, der Aufbau günstiger Kausalattributionen nach Erfolgen („ich habe konzentriert gelesen“) und nach Misserfolgen („ich hätte mich mehr anstrengen sollen“) sowie die Verwendung positiver und selbstwertdienlicher Bewertungsmuster.

Maßnahmen zur Emotions- und Willenskontrolle zielen beispielsweise auf das Unterdrücken lern- und leistungsabträglicher Gedanken oder auf das Aufrechterhalten von Aufmerksamkeit und Lernintention bei konkurrierenden Handlungsimpulsen.

Anhand zweier Spiele wird vermittelt und eingeübt, wie man sich selbst anspruchsvolle und dennoch erreichbare Ziele setzt, wie man günstige Kausalattributionen aufbauen kann und wie man ein positives Selbstbewertungsmuster erwirbt.

Beim Ringwurfspiel bekommt man Punkte, wenn man eine Flasche mit einem Wurfring trifft, wobei man den Wurfabstand frei wählen kann. Treffer sind umso leichter zu erzielen, je näher man an der Flasche steht. Trifft man aus größerer Entfernung, gibt es aber mehr Punkte. In mehreren Spieldurchgängen werden ein realistisches Zielsetzungsverhalten und die Angemessenheit unterschiedlicher Erklärungen für Erfolg und Misserfolg erfahren und eingeübt. Die Schüler lernen, sich an ihrer eigenen Leistungsfähigkeit – der individuellen Bezugsnorm – zu orientieren. Und sie erleben sich selbst als Ursache von Erfolg und Misserfolg. Beim Buchstabenspiel wird ganz ähnlich vorgegangen, nur ist das Spielmaterial ein anderes.

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Letzte Aktualisierung: Januar 2015