21. Januar 2012

Polynesische Kosmologie II SS 1978

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Es kann nicht behauptet werden, wir hätten im letzten Semester einen 'Überblick' über die Kosmologie der Polynesier gewonnen. Vielmehr fanden wir uns einer verwirrenden Mannigfaltigkeit von Angaben gegenüber, die uns einen wirklichen Einblick erfolgreich verwehren, weil wir die praecise Bedeutung der ausschlaggebenden Wörter nicht verstehen: weder Po noch Rawaíki, weder Raro noch Tonga oder die übrigen ambivalenten Richtungsangaben, geschweige denn, daß sich hätte eruieren lassen, wo das Fafa sei, das Falealupo, oder Lolofonua und Pul?tu. Halbwegs gesichert scheint in erster Linie zu sein, daß sich der Oktopus am südlichen Solstitium befindet; ob aber das samoanische Sa le Fe'e, das Fest des Oktopus, nur den Solstitialpunkt bedeutet oder den ganzen südlichen Wendekreis, das ist noch nicht auszumachen, so wenig wie die Identität des planetarischen Oktopus. Ein paar leidlich zufriedenstellende Identifikationen hatten sich ergeben - wir werden sie gegen Ende wiederholen -, und es hat sich ergeben, daß Maui die Sonne mittels Orion-Sternen fing, das Land aber mit einer Angel aus Scorpius-Sternen fischte. Gleich-wohl dürfte das einzige 'Ergebnis' für Sie sein, daß Sie sich der Größe und Bedeutsamkeit des Schatzes bewußt geworden sind, der da in 1001 Mythen des Inselreiches ungehoben und unbefragt begraben liegt; ich hoffe es jedenfalls, daß Sie sich sowohl der Existenz dieses Schatzes bewußt geworden sind, als auch der Tatsache, daß er vorläufig ein versiegeltes Buch bleibt.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, den topoi ?a le Fe'e, Lolofonua und Bulotu bis ins letzte Essgefach nachzusteigen, koste es, was es wolle, aber bei näherem Zusehen stellte sich heraus, daß das für Sie eine realiter unerträgliche Zumutung werden würde.Was nicht heißt, die ganze Vorlesung sei etwas anderes als eine Zumutung, aber es gibt es doch graduelle Unterschiede zwischen diversen Unzumutbarkeiten.
S? werden wir uns ein paar wenige exemplarische Mythen näher anschauen und prüfen, ob sie mit Hilfe v?n außer-polynesichem Material eventuell zu entschlüsseln wären; man muß schauen, wie weit man damit kommt. Zum ersten wollen wir den Maui-Mythos der Insel Rarotonga beäugen, mit dessen Ende wir uns schon kurz befasst hatten (WS 1977-78, 106ff.), weil wir näwlich eruieren wollten, und das auch immer noch tun, in welches Weltalter der Maui eigentlich hineingehört. Wobei in Erinnerung gerufen sei, daß es eben leider nicht nur einen Maui gibt, sondern mehrere, sodaß der Verdacht besteht, Maui sei so etwas wie ein Gattungsname nach Art des aegyptischen Horus. Was die mögliche Identität dieses Halbgottes oder 'Helden' anlangt. - wenn es denn einen Grundtypus geben sollte -, so hatten wir gefunden, daß er ziemlich genau in der Mitte zwischen Zeus und Hermes steht, d.h. daß er in vielen Fällen wie Jupiter anmutet, in vielen anderen Fallen wie Merkur.
Nachdem Maui alle Schmach gerächt hatte, die man seinem Vater Tangaroa angetan hatte, kehrte er nach Rarotonga zurück. Rarotonga bedeutet etwa "tiefer Süden" (lower South), der "untere" Süden oder der Süden long ago (s.Tregear 399), und den Namen Rarotonga teilt sich diese Insel der Berveygruppe mit dem Haus der Hine-nui-te-po, und wir hatten vernommen, daß es in mehreren Versionen des Maui-Mythos gerade das Haus der Hine-nui-te-po war, in dessen Dach

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sich Mauis Angelhaken verfing, das er ans Tageslicht zerrte und in dem er den Tod fand. Gemäß dem Mythos v?n der Hervey-Insel Rarotorga fand Maui in Rarotonga den gesuchter Eingang zum Totenreich nicht mehr. Maui kehrt nach Rarotonga zurück "t? search for the way to Hawaiki. This is the meaning of that name - (it is) a road of the gods, where the gods collect; their house is at the base of that mountain...It was that mountain that Maui was in search of. He thought it still existed, but it was quite cut off by Au-make.So Maui returned, he went from Rarotonga by way of the sunset on his return. He came by way of the sunrise to Rarotonga, and went to the leeward on his return; he went to conceal his body at Te Navao." Wo sich Te Navao befindet, habe ich nicht ermitteln können. Aber ich hatte Sie darauf aufmerksam gemacht, daß das "Verbergen des Körpers" kein Monopol von Maui ist.Als der japanische Ouranos, Izanagi, ??n der Bühne abtritt, heißt es: Nachdem seine wunderbare Bahn eine andere Richtung nehmen sollte, baute er sich einen Versteckpalast auf Ahaji und lebte dort für immer in Verborgenheit", und in mehreren ägyptischen Texten heißt es von Chnum: "du hast den Himmel auf gehängt, du hast die Tiefe gemacht, um deinen Leib zu verbergen".
Die Formulierung des Rarotonga-Mythos lässt vermuten, für die Götter, zu denen Maui ja genau so zählt wie Gilgamesh, gäbe es einen reservierten Weg, so wie es bei den Indern de?ayana und pitriyana gibt, den Weg der Götter und den der Väter oder Ahnen, denn es heißt ja ausdrücklich, daß Maui auf Rarotonga den Weg nach Hawaiki suchte, nach "dem Weg der Götter, wo die Götter sich sammeln; ihr; ihr Haus ist am Fuß von diesem Berg", dem mitt?erweile abhanden gekommenen.
Von dem Götterweg/Devayana heißt es im Vishnu Parana 2.8., p.187: "The path of the gods lies t? the north of the solar sphere, north of the Nagavithi, and south of the seven Rshis, laut Kirfel "nördlich von Naga?ithi und südlich von den Saptarshi (141). Saptarshi, die Sieben Weisen, sind die Wagensterne. Naga?ithi, Schlangenvithi besteht aus den Mondhäusern ß, ? Arietis (35, 39, 41 Arietis) und den Pleiaden (Asvini, Bharani, Krttika). Der Götterrweg also soll sich zwischen Ursa maior und Aries- und Taurus-Sternen befinden. Vom Väterweg Pitriyana heißt es V.P.2.8., p.186: "On the north ?f Agastya, and south of the line of the Goat, exterior to the Vaisvánara path lies the road of the Pitrs. Bei Kirfel (140) lautet die Angabe: "lördlich von Agastya und südlich von der Ajarvithi außerhalb der Vaisvanari vithi liegt der Weg der Väter (pitryana), der nur aus mgavithi besteht." Agastya ist der Canopus (a-Carinae), Ajavithi, alias the line of the goat besteht aus den Mondhäusern Skoroionsstachel, also lambda ypsilon Scorpii, delta epsilon und sigma zeta Sagittarii (Mula, Purvasadha und Uttarasadha). Der Väterweg befindet sich aslo nördlich v?n Canopus und südlich von Skorpionsstachel und Sagittarius. Dann heisst es aber zusätzlich, der pitriyana befinde sich außerhalb der Vaisvanaravithi. Vaisvanari oder Sonnenvithi besteht aus den drei Nakshatras a, ß-Pegasi, ?-Pegasi und a Andromedae, also dem Pegasusviereck, und den Sternen um zeta Piscium. Also: der Vaterweg befindet sich. nördlich von Canopus, südlich von Scorpius- und Sagittarius-Sternen und außerhalb der 'Linie' Pegasusviereck und zeta Piscium, und dann heißt es noch beim Kirfel (nicht im V.P.) v?m pitryana "der nur aus mrgavithi besteht",


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Mrgavithi oder Gazellenvithi umfasst die Mondstationen a, ß, ?-Aquilae, a, d-Delphini und ? Aquarii: das kann schlechterdings für den südlichen Weg nicht stimmen: Aquila- und Delphinsterne befinden sich nie und nimmer zwischen Canopus und Sagittarius. Aus welchem Purana Kirfel diesen problematischen Zusatz hat, weiß ich nicht.
Väter- und Götterweg kommen im Rigveda mindestens an vier Stellen vor, was uns von Geldner selbstredend unterschlagen wird (1.72.7.; 10.18.1; 2.7; 98.11). In 10.18.1 wird der Weg des Todes dem devayana gegenübergestellt, die anderen drei Stellen betonen, daß Agni sowohl devayana wie pitryana bestens kennt. Es versteht sich, daß der Rigveda keinerlei Definition dieser Begriffe gibt. Dem SB (2.1.3.1-3) und das dazugehörige Brhadaranyika-Upanishad (6.2.15, p904) entnimmt man, daß "the spring, the summer and the rains" die Götter repräsentieren, "the autumn, the winter and the dewy season represent the fathers, und SB 2.1.3.3 konstatiert:"Now when he (the sun) moves northwards, then he is among the gods,...and when he moves southwards, then he is among the fathers." Aus diesen Angaben lässt sich wenig machen, und es hat lebhafte Dispute darüber gegeben, ob der Devayana/ Götterweg vom Wintersolstitium bis zum Sommersolstitium reicht, oder aber vom Frühlings- zum Herbstaequinoktium. Da der Frühling als die erste der Deva-Jahreszeiten gilt, stimme ich mit Tilak (Orion 25) dafür, daß der Devayana extends "from the vernal to the autumnal equinox, when the sun was in the northern hemisphere or to the north of the equator." Bei den zitierten Angaben aus dem Vishnu-Purana scheint es sich eher um den jeweiligen Einstieg in die beiden Wege zu handeln, denn um den ganzen Umfang vor Devayana und Pitriyana. Gleichviel: die Affaire bleibt dunkel; da muß Einiges durch einandergeraten sein, was Sie schon dem Umstand entnehmen mögen, daß sich die im VP genannten topoi nicht gegenüberliegen; der Väterweg beginnt, wie sich das gehört, an der Grenze von Scorpius und Sagittarius, wo ja auch in der Sphaera barbarica die Hades-Sternbilder liegen, und so sollte man den Startplatz für die Götter-Route zwischen Taurus und Gemini erwarten, anStelle der im VP genannten Aries- und Taurussterne. Indessen: auch wenn wir genau wüßten, wie es in Indien mit den beiden Hauptwegen steht, so verriete uns dieses Wissen noch lange nichts Verbürgtes über den Götterweg, den Maui vergeblich suchte. Bislang habe ich außer der Fassung von Rarotonga keine Version gefunden, in der der Götterweg expressis verbis erwähnt worden wäre. Von Mangaia hörten wir nur, daß sich die Seelen in zwei Höhlen im Norden und Süden der Insel versammeln und nur an den beiden Solstizterminen ins Jenseits abreisen dürfen. Von anderen Inseln stehen Informationen zur Verfügung, denen gemäß der Ausgangspukt aller 'Wege' der gleiche sein soll; bei den Samoanern etwa jenes Fafa, von dem aus man sowohl ins sog.'Paradies' Pulotu gelangt wie in den sog. Hades, Sa le Fe'e (Williamson 2,156). Vom Fafa sagt ein samoanischer My,thos, Ti' iti' i sei auf der Suche nach dem Westwinde dort hineingefallen, und dort liege er auch jetzt noch. Und da wäre nachzutragen, daß der Geruch von Tiki's Leichnam im besagten Fala die Blätter der Bäume von West-Savaii zum Welken bringen soll, "as they could not stand the smell of corpses" /nach Bülow, Globus 68,159, Williamson 1, 145, 146, s.a. Stuebel 66 + Turner 49 / - da erinnere ich die Stammkunden an die Folgen des Gestankes vom toten Phaethon im Eridanos: die Argonauten konnten viele Tage lang nicht weiterfahren, so übel war ihnen.


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Außer dem Tikitiki, der ins Fafa fiel, hörten wir von ein paar weiteren Stürzen, Zu-nächst fiel der tuamotuanische Atea gleich zweimal, einmal nur zur Probe nach Hekenui, dem "großen Abstieg", später definitiv nach Kurupogi, das Stimson wiedergab mit "Swirling-vapours-of-the-dead", und dorthinein fiel der Atea, nachdem Tane die Weltregierung angetreten hatte. Der zweite Abgestürzte war der Whiro der Maori (oder Tawhiri matea). Whiro ist der gemeinsame Name von Merkur und Procyon. Der Whiro sitzt, nachdem er den Tahekeroa, the long rapid, hinabgestürzt war, in Muri-wai-hoe, welches Wort die Idee eines Flußes ausdrücken soll, der in eine Schlucht (a chasm) müdet, und ganz dicht dabei sitzt jener Reptilien-Vertreter Whakaru-au-moko, Sohn Nr. 70 von Rangi und Papa, den dann die Hine-nui-to-no, 'geborene' Hine-titama ehelicht (wie Nergal die Ereshkigal).
Zu Whiro's Ort kann man aber nicht geradenwegs gelangen, erst muß man auch bei den Maori einen generellen Totenseelen-Sammelpunkt passieren. Die einschlägige Stelle in der Lehre des Weisheitshauses lautete (101): "Whakaaku, a star (Castor, in the constellation Gemini) was appointed (or set up) at Te Hono-i-wairua (the assemblage of spirits) in Hawaiki. I have already explained that there were four doors in the temple of Whare-kura - eben dort in Hawaiki - one road (into which) the ara-matua, or rain way was to the South, at one end, another to rawhiti or east. It was there that Whakaaku (Castor) stood; whilst Puanga (Rigel of Orion) was fixed at the east of Rarohenga (Hades)." Ara matua ist die "Hauptstraße", und Percy Smith (167) plaidiert für die Ekliptik, was in diesem Zusammerhang nicht einleuchtet. Wenig später (113) heißt es von den Toten-seelen: "Arrived at Hawaiki, they separated; some went to the heavens appointed to them; the door by which they left Hawaiki was (named) Te Rawhiti (the east; whiti = to start, to shine, to appear), whence they ascended by the Ara-toi-huarewa (the dangling or floating way - the idea is of a snsrended rope). Another division passed out by the South door, and by the ray of Tahekeroa descended to Rarohenga, at the Muri-wai-hou." Hier scheint der Seil-oder Lianenweg, den ja auch der Tawhaki benutzte, dem devayana zu entsprechen, dem Götterweg. Daß Tahekeroa nebst dem in den Abyssos stürzenden Fluß oder Strudel der Eridanus sein muß, scheint sicher. Trotzdem kann die Angabe des alter Weisen nicht stimmen, d.h. nicht mehr stimmen. Hadeswege 'praecedieren' nun einmal, und Sie haben selbst gelesen, daß die Hine-titama, die sich nach Ankunft "unten" Hine-rui-te-po nannte, eine zweite Todes-"strömung" in Gang setzte: "And now from this time onward the flow of the 'current of death' of mankind to the 'everlasting night' became permanent. This was the second. The deaths at Te Paerangi - das war der Götterkrieg, der mit dem descen-sus des Whiro endete - the deaths at Te Paerangi being the first." Mithin. was das Haus der Hinenuitepo das zweite Hadesportal, und Muri-wai-hou nicht länger 'gültig'. Aus eben diesem Grunde nehme ich es dem samoanischen Gewährsmann auch nicht ab, daß Tiki noch heute im Fafa liegt, bezw. daß der Fafa genannte Weg noch heute über den topos führt, in den der Tiki gestürzt war, denn "Tiki's hole" wurde geschlossen, als Maui das Feuer stahl.
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Und nun hören wir, dass der zweite Sammelplatz der Götter auf dem Berge Rae-maru auf Rarotonga annulliert worden war, ganz ohne Zutun des Maui. Die Beseitigung dieses Einstiegs zu devayana veranlasste Tanaroa. Als er mit seinem Krieger Aumake nach Rarotonga kam, mißfielen ihm die vielen Felsen und Berge, und er befahl dem Aumake "to take his magic walking stick and clear the land. Aumake chopped off the top or 'roof' of Rae-mare, so liest man bei Luomala (180) - die Originalfassung muß ich erst noch an Land ziehen. /Verweis in JPS 8 auf JPS 7,1 ist verkehrt.Muß stehen JPS 6,1897, 1-2 = Arthur E.Browne: An account of some early ancestors of Rarotonga/

Höchst bemerkenswert ist die folgende Angabe über den Einstiegs-Berg Rae-maru: "When Ari and Tonga-iti fastened Rarotonga's foundations to keep the island from floating, they set Rae-maru and three other mountains as posts to hold or support the land" (Luomala 180). Der Berg war also ein, mittlerweile ungültig gewordener, Eckpfeiler.
Da sich der Rarotonga-Maui-Mythos weder abkürzen noch 'nacherzählen' läßt, werden wir ihn zusammen lesen, und außerdem übermache ich Ihnen zur Ergänzung (und Abschreckung) die Ausführungen von Katherine Luomala über die Rarotonga-Version (Maui 168-80).
Wie sich beinahe von alleine versteht, erklärt diese unheilbare Evolutionistin den Rarotonga-Zyklus für spät (172: "The specialized form of the Rarotongan cycle is a later invention than the simple narratives based on the same adventures of Maui." Der Text stammt von dem letzten sogenannten "high priest" von Rarotonga,Te Ariki-tara-ara, der laut Gill (JPS 8,61) als "a final authority on Rarotongan antiquities" anerkannt wurde, obwohl er sich zu einem christlichen Pfarrherrn wandelte. Ein junger rarotonganischer Missionar, Tauraki, der sich in Neuguinea, predigend und bekehrend betätigte, verfertigte eine Kopie des Manuskripts von Te Ariki-tara-ara, die dann der Perce Smith übersetzte and im JPS publizierte.
/Luomalas Behauptung, Te Ariki habe Gill diktiert, scheint nicht zu stimmen. JPS 8,61:"He wrote the originals of the native traditions to follow" dürfte sich auf Te Ariki und nicht auf Gill beziehen/
Die Fußnoten, die sich durch schwer zu unterbietende Dürftigkeit auszeichnen, stammen von einem weiteren, diesmal weißen Mssionar, J.J.K.Hutchin.
JPS 8,p64 § 11. Tangaroa ereilt im Lande Rangi-ura; ura/kura./ula bedeutet 'rot', oder Purpur - Sie kennen schon das Ware-kura, das Purpurhaus -,Tangaroa weilt also im Purpurhimmel (der chinesische Zinnober-Himmel??), der häufig von Mokoroa-i-ata heimgesucht wurde. Luomala macht den Mokoroa schlicht zu einem, Hai, ohne anzugehen, woher sie die Legitimation nimmt.Es handelt sich um ein reptilartiges Ungetüm, auf das wir später eingehen. Vom Purpurhimmel aus pflegte Tangaroa nach Vai-ono zu wandern: vai ist Wasser, ono/hono bedeutet vereinigen, versammeln, verbinden.Sie kennen das Wort Hono-i-wanua, the assemblage of spirits in Hawaiki, markiert durch alpha Geminorum.
Tangaroa wandert dorthin, wo die Wasser sich vereinigen, zu einem Zusammenfluß, von dort zu einem Platz, wo er sich mit dem oder der Großen Tupua - laut Luomala 178 eine


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Göttin -- zu amüsieren pflegte. Tupuas sind mit Sicherheit Sterne, was uns aber auch nicht weiter hilft.
/ s.Luomala 210:Oriongürtel.Tregear: a goblin, a monster, a demon, a fairy/
p.65: die Töchter Tangaroas sollen also Rankengewächse sein (a species of vine), i.e. poue; toro bedeutet "to creep, to crawl", uta = landeinwärts, tai = seewärts, d.h. die eine Tochter rankt sich landeinwärts, die andere seewärts. Über den dem Tangaroa begegnenden Uero weiß man nichts, die Euhemeristen reden von einem unbekannt gebliebenen Astrologen, wobei es schon beinahe ans Wunderbare grenzt, daß sie die Existenz eines Astrologen zugeben. Jedenfalls kündet der Uero an, es werde Übles passieren, das Pros-opon des Krebses werde sogleich aufgehen, anscheinend angekündigt durch das voraufgehende Erscheinen von Vaiau-te-ngangana; ngangana ist dem Vernehmen nach "red, brightness", Waiaua ist bei den Maori der Tümmler, porpoise, ob es sich auch auf Rarotonga um einen hellen Tümmler handelt, weiß ich nicht.
Tangaroa zieht seines Weges weiter und wird von dem Mokoroa überholt. Was dann wirklich passiert, lässt sich der Übersetzung nicht entnehmen, d.h. man kann nicht erkennen, was unter "him" und "this fish" zu verstehen ist.Es sieht so aus, als hätten sich sowohl Tangaroa wie Mokoroa mit einem Fisch zu schaffen gemacht. In jedem Falle wird Tangaroa durch einen Fischschwanz zu Fall gebracht: ob durch den eines unbekannten Fisches oder durch den des Mokoroa, das bleibt im Dunkeln. Aus diesem, den Tangaroa fällenden Fischschwanz entstehen, wie wir später hören (p.73), zwei Fische, die der Maui verstirnt.
/Hat die Story mit Pimoe zu tun?? Kumulipo 2020-2029, Beckwith p.136; s.a. (Smith:) Maui, the Demi-God and Pi'imoe, JPS 21, 1912,96: "a marine monster...half fish, half woman"; Maui befiehlt, Pi'imoe an Land zu ziehen, ohne rückwärts zu schauen, umsonst, "the line broke"/
Tangaroa fällt, bezw. "taucht", mit dem Gesicht nach unten, "from surface to surface". Luomala's Kommentar ist kläglich: es ist ihr gar nicht aufgefallen, daß diese diversen "surfaces" einer Klärung bedürfen. Im § 13 begibt sich Tangaroa nach Avaiki-te-varinga, angeblich (Luomala 177) "Avaiki-the-great-beginning", und ehelicht dort die Tochter von Vai-takere, namens (H)Ina (vai = Wasser, takere = the keel of a canoe). Was sich dort in Avaiki-the-great-beginning mit rätselhaften Lebensmitteln tut, ist sicher wichtig, aber wir werden's nicht aufklären; ob vari wirklich Reis sei, ist mehr als nur zweifelhaft. Aus der Leiche von Tangaroa's Schwiegervater entsteht jedenfalls der Brotfruchtbaum (p.66 § 14), so wie in anderen Inselgruppen die Kokospalme aus dem Leichnam von Tuna, dem Aal, dem Geliebten der Hina.

p.67, § 17: Tangaroa will nachhause, und es scheint an passenden Vehikeln zu hapern. Hina bietet ihm erst getüpfelte Krabben oder Krebse an, dann andere Krebse. Die ersteren lehnt Tangaroa ab, die spreizen die Beine zu sehr, die Schmutzkrebse sind ihm hingegen recht.
§18 Eben diese "crabs of the mud" übergeben den kostbaren Passagier den Krebsen von Rangi-make (ein Rarotonganisches Wörterbuch habe ich nicht, im Maori - Dictionary glänzt make durch Abwesenheit - traurig genug angesichts des wichtigen Aumake). Die Rangi-make-Krebse brachten ihn zu der "Welt", zu dem "Himmel"/Rangi, in dem wir leben, luden ihn dort wortlos ab und machten sich davon.

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Tangaroa pfiff nach den Krebsen von Rangi-make, die kehrten noch einmal zurück und rieten ihm, Erde, Felsen und Bäume umzuwühlen, bis er den Aufenthaltsort der Menschen erreicht haben würde. Tangaroa tat so, und darauf entstanden in großer Anzahl alle Dinge, die auf der Oberfläche des Landes umherkriechen.
§ 19 hierauf erstieg Tangaroa einen Berg und sah von dort die Frau des Ataranga, die Dame Uenga (in Tuamotu heißt sie Huahenga; vaine = indonesisch wahine = Frau). Die Uenga kam un die Mittagszeit zum Wasser, um zu baden.Tangaroa bemächtigte sich ihrer, und dann gingen die beiden zur Quelle des Stromes und schliefen.
p.68, § 20. Tangaroa fragt Uenga nach ihrem Gatten Ataranga.Der ist zum Meerestrand gegangen. Tangaroa kündigte weiter an, Ataranga werde mit zwei Fischen nachhause kommen, der eine soll ein Weißfisch sein, der andere eine Meeräsche. Tangaroa kündigt weiter an, Ataranga werde sagen, der eine Fisch sei für Tonga-iti, der andere für Tangaroa, und beide seien strengstens tabu; sie aber, die Uenga, solle unbedingt darauf bestehen, diese Tapu-Fische zu essen. Nach dieser Belehrung begab sich Uenga nachhause, "Tangaroa went up to the heavens." Uenga tat, wie ihr geheißen, und nach der Fischmahlzeit, am Abend, wurde ihr gewaltig schlecht, so arg, daß sie nicht einmal Feuer anmachte. Als Tangaroa vom Himmel aus bemerkte, daß im Hause Ataranga's kein Feuer war, kam er herunter, brachte Uenga's Kind schleunigst zur Welt, verbarg es und beruhigte dann der Ataranga, seine Gattin sei nicht ernsthaft krank.
p.69 § 22. Tangaroa übergibt das Kind Te iri und Te Rarama, die es aufziehen. Wer diese Persönlichkeiten sind, weiß man nicht.In einer Fußnote wird man auf die Maori-Namen Te Hihiri und Te Rarama hingewiesen. Unter Hihihi (myth) findet sich bei Tregear nur die Angabe: "the seventh of the Ages of the existence of the Universe"; Rarama (Tregear 389) ist abgeleitet von Rama, d.i. die Fackel, und die Pflanze, die in Polynesien als Fackel diente, "the candle nut" (Aleurites moluccana). Diese beiden Unbekannten brachten das Kind Maui in eine Höhle, wo Wasser aus einem Felsen quoll, das als Ersatz für Muttermilch zu dienen hatte.
§ 29. Tangaroa begab sich inzwischen nach 'oben' und unterrichtete seine göttlichen' Kollegen Rongo und Tane von dem Erwerb des Kindes. "Es gehört dem Ataranga", sagt er, "es ist ein Kind, das ich gestohlen habe, um meinen Sturz durch Mokoroa zu rächen." Die beiden Götter werden gebeten, sich zur Taufe einzufinden und Geschenke mitzubringen.
p.70 § 24.Tangaroa wählte als kamen Maui, und da wird eine neue Etymologie versucht, Maui von mauianga, Tangaroa's weariness, seiner Müdigkeit oder seines Überdrusses zufolge der Mokoncaischen Schmach. Rongo, Tane, Rua-nuku und Tu entschieden sich für den Namen Totoro-ngaro-oa.
§ 25. Das Kind wurde in der Höhle erwachsen, und dann gingen sie (die Götter) zu dem Knaben, um sich von seiner Weisheit zu überzeugen.Und dann heißt es plötzlich: Das ist die Bedeutung von totoro-ngaro (incognito), daß es nämlich abgeleitet werde von den heimlichen Stelldichein von Tangaroa und Uenga an der Quelle des Stroms.


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"Incognito" dürfte zu weit gehen; ngaro = concealed, hidden, lost to sight; totoro hat unangenehm viele Bedeutungen: 1. to stretch forth, to propagate; 2. high, full, of the tide; 3.to burn to blaze, a flame, burning; 4. anything used for stirring the fire; 5. to spread, as a fire...10. to survey, to explore. Es scheint sich um ein verborgenes Feuer zu handeln, eventuell ein noch verborgenes Feuer, das sich aber ausbreiten wird. Sei's drum. Die Götter fragen den Knaben, wer sie seien, und er benannte sie korrekt: Rongo, Tane, Rua-nuku, Tu und Tangaroa. Derjenige, der den Knaben so trefflich unterrichtet hatte, war Tonga-iti.
§27. Die Götter fordern Maui auf, sich zu erheben. Das tut er und zerstört spornstreichs die ganze Höhle, die Felsen bersten, und Maui hebt den Himmel zu einer großen Höhe, obwohl ganze Sippen ihn daran zu hindern suchen - unter ihnen die Ngati-ataranga, also der Clan von Mauis offiziellem Vater, dem Gatten der Uenga. Und dann stellt sich heraus, daß Maui acht Köpfe hat, und eine neue Etymologie wird fällig: itikitiki wird abgeleitet von tikitiki "the great swelling".
p.71, §28.Maui sammelt die acht Winde, d.h. er weist ihnen ihre Orte und Termine zu, und die Herren dieser Winde werden aufgezählt. Zum Unterschied von Samoa geht dies Unternehmen reibungslos vor sich.
p72 § 30.Maui begibt sich entschlossen auf die Suche nach jenem argen Sünder Mokoroa. Zu diesem Behufe verlässt er Hawaiki und erreicht Rangi-ura, den Purpurhimmel, also den Ort, wo Tangaroa seinerseit seine Rankentöchter gesucht hatte, und wo Uero prophezeit hatte, das Gesicht des Krebses werde nunmehr aufgehen. Maui geht aber weiter, er geht überall hin. Im § 32 treten neue Personen auf: Are-ariki und sein Sohn Toa - Toa bedeutet männliches Tier und Krieger -, die kamen von Tongareva nach Rarotonga.In Tongareva war der Angelhaken geblieben, Toa hatte ihn ins M eer hinuntergelassen. Der Vater schichte Toa nach Tongareva zurück, um den Angelhaken zu holen.Toa ging und angelte dort in Tongareva, der Haken verfing sich in etwas, Toa zog, aus dem Wasser kam ein Ding mit Zweigen. Da ließ er alles stehen und liegen, begab sich wieder nach Rarotonga und informierte seinen Vater. Der sagte: "Kehre sofort zurück, zieh es heraus, das ist das Land."
To stürzte zurück, aber da war Maui ihm schon zuvorgekommen und hatte das Land gefischt. Toa und Maui kämpfen um das Land, und dabei zerbricht es in drei Stücke, in die Inseln Raka-anga, Mani-iki und Tu-kao. p.73 § 33 Die beiden Angler versöhnen sich, Maui setzt seine Reise fort, Toa kehrt zurück zu Vatern nach Rarotonga. Da haben wir wieder einmal eine zappendustere Geschichte
/für Toa s.JPS 5, Luomala:Maui 136/
Tongareva, woselbst der Landangel-Wettkampf zwischen dem "Krieger" und Maui stattfand, ist so vieldeutig wie Roratonga, geographisch handelt es sich bei Tongarewa oder Penrhyn um eine Insel westlich der Marcesas. Tonga meint Süden; Rewa/reva/lewa bedeutet u.a. to melt, to become liquid, to float, to move upward; auf Tahiti soll moana reva bedeuten "the fathomless deep", reva allein aber "the firmament or expanse of heaven"; auf Hawaii wird bei lewa von Tregear angegeben "the upper regions of the air", von Pukui-Elbert bei lewa-lani "the highest stratum of the heavens". Kurzum, mit Tongarewa ist nichts anzufangen.

 

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§34. Maui sucht weiter nach Makaroa; unterwegs fischt er Tonga-ake auf und geht nach Rangiraro (raro ist, wie Sie wissen, "unten" und long ago). In Rangiraro fand er zwei Fische und brachte sie zum Purpurhimmel, nach Rangiura: sie waren aus dem Schwanz gewachsen, der damals den Tangaroa zu Fall gebracht hatte. Beide Fische brachte er hinauf in den Himmel für Rongo und Tane. "Hence are the fish seen up above in the heavens every night" -das ist zum mindesten zweifelhaft, denn weiter heißt es, die Fische deuteten nach den "Windlöchern" - w e n n man sie sieht, kommt der Wind aus dieser Richtung. Wenn die Köpfe der Fische zum Sonnenaufgang zeigen, wird es Nordostwind geben.Es ist das gleiche mit dem tike: wenn der Krebs sich nach Nordwesten dreht, kommt der Wind aus Nordosten.
p.73 §35. Als diese beiden Fische getötet worden waren, war der Vater gerächt --von Mokoroa ist keine Rede mehr. Gleichwohl heiBt es weiter, Maui sei zu allen Inseln gegangen, um seinen Vater Tangaroa zu rächen. Als er das vollbracht hatte, begab sich Maui nach Hawaiki-runga, nach dem 'oberen' Hawaiki - ruega/ruka/luna, "oben", ist bei den Maori Süden, auf Samoa Westen, auf Tahiti Osten - , und von diesem oberen Hawaiki aus suchte er die Feuergöttin Mauike auf und lernte von ihr die Feuererzeugung. Neben Mauike's Ofen fand er candlenuts, nahm sie mit "along the road of the ant" und warf sie nach den ihn belästigenden Ameisen. In einer FuBnote erwägt der ehrenwerte Reverend J.J.K. Hutchin, das Abenteuer auf dem Wege der Ameise" könnte eine unbekannte Bedeutung haben; klärlich huldigt er der Überzeugung, alles vorher und nachher Erzählte sei glasklar.*(schwierig zu lesende Fußnote!)
Auf S.74 scheint es dann endgültig kohlpechrabenschwarz zu werden, und zwar besonders darum, weil wieder einmal "zurückgegriffen" wird, wie wir das ja aus der Lehre des Weisheitshauses kennen. Dieses Mal "zerbricht" das Land nicht bei Gelegenheit des Landangelns, vielmehr wird das gewaltsame Hochstemmen des Himmels für die Bruchstücke verantwortlich gemacht. Das Hochstemmen wurde, wie wir erst hier erfahren, anscheinend erst dann beendet, als Tongaiti warnte: "Maui...It is finished, you will be cut (yourself). You are swollen up and bent about, you will be cut." So stand denn Maui von weiteren Lüpf-Aktionen ab. Und dann heißt es: "On t h i s occasion" besorgte Maui das Feuer und nicht nur das Feuer, sondern auch den Tattauierkamm. Er besorgte das Feuer gleich sofort nach der Lüpfaktion, und nicht erst, nachdem er rundherum sämtliche Kränkungen gerächt hatte, die seinem Vater Tangaroa widerfahren waren -, kata chronou taxin. Mit §38 verlöscht dann das letzte Hoffnungsflämmchen, und die dämlichen Fußnoten treiben einen zur Raserei. Es bleibt unerklärt, welchem Lande er den Mamen Mauiui gab, welches Wort nunmehr von Mauis Überdruß abgeleitet wird und nicht länger vor dem des Tangaroa.
/Ngangai von chinesisch ngai, wie oke von japanisch moksa??/
Wieder kommt der Ameisenweg ins Spiel, Mari tauft der Weg um. Welchem topos er den Namen ngangai, d.i. Tatauieren mit einem Kamm, verlieh, wird so wenig gesagt, wie wir in §39 über Uperu, seine Tochter und Ravea aufgeklärt werden; ersichtlich scheint nur, daß Maui im Landes des Uperu zum ersten Maie kocht und tattauiert. Über das Ende des Zyklus haben wir am Anfang gesprochen.


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Sie werden einräumen, daß Ihnen noch selten etwas ähnlich Undurchsichtiges vor die Augen gekommen ist wie dieser Text. Katherine Luomala ist nur aufgefallen (161), daß "Maui's character, as revealed in the single Rarotongan version of the cycle, is heavily serious", und das fuhrt sie darauf zurück, daß das Maui-Thema "has been taken over by intelectuals in the population who have reinterpreted his biography in the light of seriose purposes." Unter den "ernsthaften Zielen" versteht sie die Vaterrache. Die Dame muß so unmusikalisch sein wie ein Stockfisch: viele, wenn nicht die meisten Maui-Mythen sind in Moll gehalten, manchen, wie dem Zyklus von Tonga, hat man auch noch den Schlissel 6b vorangestellt. Und wenn es etwas Rätselhaftes gibt, dann sind es die Vaterrächer des Mythos, angefangen von Ninurta und Horus-dem-Rächer-seines-Vaters-Osiris über Tawhaki und Maui bis zum Prinzen Hamlet, oder umgekehrt: kein 'Motiv' ist so evident eine astronomische Formel wie die Rache-Reisen mythischer Söhne (vgl.Anaximander frg.9, Diels 4, p.15 = Simpl. Phys. 24, 23,s. a.Doxogr. 476). Gleichwohl werden wir dieses Thema hier nicht weiter verfolgen.
Entscheidend scheinen mir die Rollen jenes Mokoroar-i-ata und die der diversen Krebse zu sein. Ehe wir aber auf diese eingehen, sollen ein paar Worte über den Tonga-iti gesagt werden. Dieser "aufgehende Süden" kam in unserem Text dreimal vor. 1) rief er dem Mokoroa zu: "Thy tail! Thy tail! catch hold (of him) by the tail of the fish", worauf Tangaroa vom Fischschwanz zu Fall gebracht wurde.2) kündigte Tangaroa der Uenga an, ihr Mann Ataranga werde mit zwei Fischen nachhause kommen und sagen "Ich have two fish, one for Tongaiti, one for Tangaroa", und 3) wurde erklärt, der Knabe Maui habe die Namen der ihn in der Höhle besuchenden Götter von Tonga-iti gelernt.
Bei Luomala (177) findet sich die Angabe: "Tonga-iti, later to be Maui's teacher, was also kmown as Te Veka-o-te-po or Tumu-ngao." Veka, Maori Weka, anderwärts Vea oder Ve'a (Samoa), ist die Ralle; Tregear allerdings gibt für die Maori an "the Woodhen (Ocydromus greyi, Ocydromus australis, Ocydromus brachypterus)", und nur für Samoa ve'a "Rallus pectoralis". Unter Weka (myth.) lässt er uns wissen, es sei "a Sea-god, an ancestor of the great hero Maui. Mu and Weka took Maui and nourished him in his infancy after he had been thrown into the sea by his mother Taranga - A.H.M II 63, 71, etc." Und so lesen wir denn bei White (II 63) eine Fassung des Maori-Stammes Ngai-tahu:
"Taraka (Taranga) and Hine were the parents of Maui. Maui was an abortion of Hine. She wrapped it in her maro (apron) and threw it on a bramble-bush (tatara-heke). It was taken thence by Mu (gentle zephyr) and Weka (incumbrance, hindrance), and carried above, and laid out and stretched into the shape of a human body, and a soul put into it, and Maui became a living being" (s.a. 71, 81).
Über Mu ist nichts in Erfahrung zu bringen ("gentle noise"), außer eben, daß er oder sie auf Neuseeland und den Chatham Islands mit Weka a zusammen den ausgesetzten Blutklumpen Maui ernährte und erzog. Auf Rotuma besorgt Vea dies alleine, auf Samoa ist Vea die Mutter des Maui: Maui was the son of Vea, Mafuie's daughter" (Luomala 95 f., s.a.55, 157, 181, 209-12, 214).

 


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Über die Rallidae lässt uns Brehm wissen (Vögel V,197 ff.), es handle sich um zierliche, höchst ungesellige Sumpfvögel, die mehr laufen als fliegen, und das mehr nachts denn tags, und die besonders munter sind in der Dämmerung; sie verstehen sich auf schwimmen und tauchen und zählen zu den Zugvögeln - von der Anwesenheit dieser Tiere im Pacific sagt Brehm nichts.
Über die einsame Maori-Angabe hinaus, daß die Ralle -- aber nicht Weka geheißen, sondern Patatai - und die Pfauentaube gelacht haben sollen, als Maui durch Hine-nui-te-po hin-durchkroch, und damit seinen Tod verursachte (Luomala 88), fand ich beim Tregear die Information (540 B) über Samoa: "Tu, or Alii Tu, was a heavenly god... who was sometimes incarnated in the bird called the Rail (Ve'a, the Maori Weka). Tu was a War-god, and if the rail appeared reddish and glossy, it was a good omen for the combat." Die Ralle als Ziehvater oder -mutter oder leibliche Mutter des "Helden" und Avatars des Kriegsgottes - assoziieren Sie dazu vielleicht eine westliche Tradition? Nämlich den Picus Martius, den Mars-Specht, der zusammen mit der berühmten Wölfin die ausgesetzten Zwillinge Romulus und Remus betreute und versorgte? Natürlich wissen wir darum nicht viel mehr und nichts besonders Praecises über den Tonga-iti, der auch Ralle der Nacht (oder vergangener Weltalter) hieß, aber die wahrscheinliche Identität von Weka mit dem Picus Martius kann eines Tages noch nützlich werden. Vorläufig allerdings ist der Specht der Griechen, Römer, Germanen und Maya eine unbekannte Größe und verdiente eigentlich die Widmung eines großen Kapitels, zumal der Specht ja der "Bienenwolf" ist, also der Beowulf
/vgl.Introduction 126 A, 130/.
Ich erinnere nur kurz an eine gravierende Stelle beim Diodor (6.5) über den Pikos ho kai Zeus, den Specht, der auch Zeus war, und der einen Sohn Phaunos/Faunus hatte, den er auch Hermes nannte nach dem Planeten (Phaunon, hon kai Hernien ekalesen eis onoma tou planetou asteros). Als Zeus im Sterben lag, ordnete er an, seine Überreste in Kreta beizusetzen; seine Söhne bauten ihr dort einen Tempel mit der Inschrift:
Enthade katakeitai Pikos hon kai Dia kalousin
Hier liegt Pikos, den sie auch Zeus nennen.
Ende des Exkurses über Ralle und Specht als Erzieher himmlischer "Heiden".
Unter m o k o r o a notiert Tregear (249 f.) "serpents or lizards of huge size which came across the sea from Hawaiki to New Zealand"; er verweist auch auf ein Verbum in der Sprache von Mangareva "akamokomokoroa, to elongate an object into a circle." Lassen wir die zahlreichen Bedeutungen der Worte moko und mokomoko Revue-passieren, so finden wir "1. tattoo marks on the face or body. 2. a lizard". Die Bedeutung 'Eidechs' ist allgemein; moko gilt aber in erweitertem Sinne für Reptilien.
./anderersits kann bei den Maori die Eidechse auch 'ika -whenua' , Land-Fisch heißen (Tregear 102)/.
Auf Tahiti meint moo darüber hinaus "Rückgrat, Rückenmark". Durchweg handelt es sich um etwas betont Langes, ein langes Gartenbeet, eine Schlange, Längsrippen im Canoe, auf Hawaii wird moo auch angewandt auf "a history, a connected story", mooalii ist eine Genealogie; in Bibelübersetzungen fungiert moo als Ersatz für den Drachen, Moo-kahiko ist "die alte Schlange" der Satan (cf. Eisenmenger 1, 822-27).
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Maud Makemson registriert (p.236 no. 410) "Mokoroiata, Long-lizard-of the morning", a name the Milky Way in the Cook group" ; häufiger soll der Name Mangoroa sein (auch Mongoroa), also "langer Hai", bezw. "langer Morgen-Hai", noch häufiger Ika-Roa, "Langer Fisch" (Tregear sub verbis; Makemson p. 229 no. 346; Best: Astronomical knowledge 46: The name Mokoroa ...Cook group... may embody a western Melanesian word, moko = a crocodile). Elsdon Best bemerkt (45): "There is an old myth concerning an encounter between Maui, the hero, and a monster whom he subdued and fixed in the heavens, a story also known in the Cook Group. This is the Mongoroiata, who, as one version puts it, fled with trailing garments to the heavens, where he is still seen." Ein Maori, namens Tamarau (Best 42) verstieg sich gar zu der Behauptung, die Milchstraße werde "der Fisch genannt, Mauis Fisch (Te Ika a Maui)." Diesen immer wiederholten Identifizierungen habe ich noch niemals getraut, und in Falle des Maui-Zyklus von Rarotonga erscheint mir die Gleichung Mokorca = Galaxie schlechterdings unmöglich zu sein. Te Ika a Maui als Milchstraße ist nur grober Unfug, aber die Unklarheit der Begriffe in den Reportagen beinahe aller mit Austronesien Befassten übersteigt die Toleranzgrenze bei weitem. Als Modellfall diene ein Satz, den Alfred Maaß in seiner Arbeit "Sternkunde und Sterndeuterei im Malaiischen Archipel" (49) aus Schröders Buch über Nias übernommen hat. Da ist the Rede von diversen Bedeutungen der Milchstraße, a) als Fluß, b) als Baum, c).als "Drache". "Diese Vorstellung leite ich geradezu auf eine Angabe von Saleyer her, wo man die Milchstraße kurzweg 'naga' nannte, nämlich die Schlange also, welche Ursache der Verfinsterung von Sonne und Mond ist!"
Wie diese absolut hirnrissige Angabe aufzudröseln ist, wissen Sie, hoffe ich: "am Anfang' lag der Ekliptikdrache in der Milchstraße, mit dem Kopf in den Gemini, dem Schwanz in Sagittarius, allwo sich die Exaltationen der Drachenpunkte, Rahu und Ketu, weiterhin befinden; Gemini und Sagittarius sind die Schnittpunkte von Ekliptik und Milchstraße und waren einstmals, im Goldenen Weltalter, auch die Schnittpunkte von Ekliptik und Aequator, so lange, bis die Deva und die Asura anhoben, das Milchmeer zu buttern.
Angesichts der allenthalben feststellbaren survivals indischer, chinesischer und japaniecher Traditionen im Inselreich würde ich zu erwägen geben, ob der Mokoroa nicht der indische makara sein möchte, ein ähnlich nebuloses drachenhaftes Nicht-Tier wie der Mokoroa-i-ata. Der Makara ist, wie beim Dowson (195) nachzulesen, "a huge sea animal, which has been taken to be the crocodile, the shark, the dolphin, etc. but is probably a fabulous animal. It represents the sign Capricornus in the Hindu Zodiac, and is depicted with the head and forelegs of an antelope and the body and tail of a fish. It is the vehicle of Varuna, the god of the ocean, and its figure is borne on the banner of Kama-deva, god of love." Nun, die Darstellungen des Makara sind mitunter noch sehr viel lustiger, wie man der Fig.14 (nach p. 88) in Elliot Smith's "Evolution of the Dragon" entnehmen kann. Al Buruni (India 1, 219) konstatiert: "Varahamihira - das war ein Astronom des 5.nachchristlichen Jahrhunderts - Varahamihira says that it has the face of a goat, whilst the reminder is a makara (hippopotamus). Mowever, after having compared the sign with a maltara, he might have saved himself the trouble of attributing to it the face of a goat, only the Greeks require the latter description, because they consider the sign
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as composed of two animals...But the aquatic animal makara, as people described it, does not require to be explained as a composition of two animals." Das mit den Griechen stimmt nicht: der Ziegenfisch ist der Capricornus der babylonischen Sphaere, aber das konnte der Al-Biruni nicht wissen.
Das dem Makara korrespondierende extra-zoologische Tier der Azteken ist Cipactli, das erste Tageszeichen des Tonalamatl. Der naheliegende Verdacht, ausgesprochen von Fritz Röck u.a. - z.B. Standard Dict. Folklore s.v.-, Cipactli sei Capricornus (Röck 99), ist leider vorläufig nicht schlüssig zu beweisen, die Wahrscheinlichkeit bleibt groß. Aus dem Tier Cipactli, das je nach Geschmack als Krokodil oder Kaiman angesprochen wird, oder als "Hornfisch" und das zuweilen auch durch einen Schlangenkopf wiedergegeben wird, aus diesem Cipactli machten die Götter "die Erde". Und das ging so zu (Krickeberg: Märchen 8): die Götter Quetzalcouatl und Tezcatlipoca "schufen die Tage und verteilten sie auf die Monate, auf einen jeglichen 20, so daß es 18 Monate und 360 Tage im Jahre gab. Danach schufen sie den Herren und die Herrin der Unterwelt und versetzten sie dorthin, ferner die Himmel vom 13.abwärts, das Wasser und darin einen großen Fisch nach Art eines Kaimans namens Cipactli, aus dem sie nachher die Erde machten...Man stellt sie als Gottheit dar, die auf einem Fisch ausgebreitet ist, da sie ja aus ihm geschaffen wurde." Cipactli tat Schlimmes: er biss in der Unterwelt Tezcatlipocas Bein ab (Seler:Cod.Borgia 1,144). Das geschah am Ende des von Tezcatlipoca regierten zweiten Weltalters der Riesen. Tezcatlipocas einsames Bein kennen Sie, bei den Maya Quiché heißt es Hun-racan, 1-Bein: die Wagensterne, der Stierschenkel der alten Ägypter. Die Maya sagen von diesem Krokodil, beim Weltuntergang, "wenn Sonne, Mond und die Nacht (Sternhimmel) sich vereinigen", werde dem Tier der Kopf abgeschlagen werden (nach Cod.Borgia 2, 156 Seler 4,646).
Bei nahen Verwandten der Polynesier, bei Javanern und Balinesen hat sich der Name Makara/Mahara erhalten, abgebildet jedoch sieht man auf den sog. "Zodiakalbechern" von Java "eine Sorte von Garnele mit krebsähnlichen Scheren, Palaemon Dall, oder vielleicht Palinurus Dall.- Abb.12, Fig.6-8" (Maaß, Tijdschr.64, 95). Bis jetzt sind mir Untaten der Garnele noch nicht zu Ohren gekommen, aber dieser Zustand der Unwissenheit kann sich noch ändern.

 

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Nun kommt das Wort Makara bei den Maori selbst tatsächlich vor (Tregear 197 mit Berufung auf White III, 49): "Makara (myth.), a god ruling the tides", mehr wird nicht mitgeteilt aber diese knappe Auskunft entbehrt nicht des Interesses. Denn was wissen wir von unserem Capricornus, d.h. dem griechischen Aigokeros, Aigipan's Sohn? Zum ersten,daß Pan/Dionysos sich anlässlich jener berühmten Flucht der Götter in die sieben Mündungen des Nils vor dem Typhoeus in einen Bock verwandelte, von wannen Aigipan, Ziegenpan (Scheffer: Legenden der Sterne 322 ff.). Zum zweiten, daß Aigipan's Sohn Aigokeros ein Milchbruder des Zeus war und von Zeus verstirnt wurde, eben als Capricornus, zum Dank für tatkräftige Hilfe im Kampf gegen die Titanen: Aigokeros entdeckte nämlich die musikalische Verwendbarkeit der Tritonsmuschel, d.h. er erfand die Muscheltrompete, salpinx thalassia (cf. Haebler, RE 3, 1550 f.), und jagte mit ihrem Getön die Titanen in die Flucht, daher der "panische Schrecken". Mittels dieser Muscheltrompete wurde dann den Wellen der Deukalionischen Sintflut von Poseidon befohlen, sich schleunig zurückzuziehen; Sie finden die Geschichte in Ovids Metamorphosen 1. 330 ff. Über die Bedeutsamkeit der vom Meeresgrunde stammenden Muschel und Muscheltrompete wurde im letzten Semester schon kurz gehandelt (Pol. I,80 f. s.a. Introduction 135-139). Der Ebbe und Flut verursachende Makara der Maori könnte ein kümmerlicher Rest alter Capricornus-Mythen sein.
Zurück aber zu Mokoroa und seinesgleichen. Von einem Mitglied der Reptilienzunft haben wir schon außerhalb Rarotongas gehört, nämlich von Whakaru-au-moko, dem 70.Sohne von Rangi und Papa, dem engsten Verbündeten von Whiro und Gatten der Hine-nui-te-po (geborenen Hine-titama). Dieser moko, den man für die vulkanische Tätigkeit verantwortlich macht, wohnt dicht bei Whiro, der nach Taheke-roa stürzte; ob es einen Zaun zwischen den Behausungen von Whiro und moko gab, vergleichbar dem zwischen Wakea und Milu in Hawaii, wird uns nicht berichtet. Unter dem Stichwort Miru lässt uns Tregear aber wissen, im Reiche der Miru wohnten als "inferior deities" die Reptilgötter, Eidechsen aller gewünschten Formate. Der Whakaru-au-moko ist natürlich "böse", wie der Mokoroa-i-ata von Rarotonga. Indessen:Fixsterne tun ja, wie wir wissen, gewöhnlich nichts Böses; ihre "Bewohner" pflegen das zu besorgen; die bedauernswerten Fixsterne sind vielmehr die Opfer; wenn sie nicht zur vorgeschriebenen Zeit aufgehen, so sind daran die unordentlichen Planeten Schuld mit ihrem verwerflichen Linksdrall, dem man die Praecession verdankt. Da es in unserem Rarotonga-Text deutlich heißt, der Mokoroa-i-ata habe den Tangaroa überholt, bleibt wenig Zweifel an seiner planetarischen Natur. Capricornus ist die Exaltation, das Hypsoma von Mars und das Nachthaus von Saturn.So verdächtigt man automatisch erst einmal den Mars, zumal es dem

 

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Saturn nur in den allerseltensten Fällen gelingen könnte, einen anderen Planeten zu überholen, ganz auschalten kann man ihn vor läufig aber nicht. Als dritter Kandidat bietet sich der Schwanz des Knotendrachen an. Bezüglich der Beweisbarkeit indessen hapert es bei allen drei Kandidaten beträchtlich.
/??Ta'urua-nui (Jupiter), who struck the zenith of the sky, made ready his canoe..., and went forth and suppressed the tail of the great storm. This was the deviation that caused Ta'urua to lose his balance against Ta'ero, whose eyes were closed by the sun, flying in the burning expanse of Atea?? Henry, Bull. 48, 362/
Nach dem von Makoroa verursachten Unfall "taucht" Tangaroa von einer "Oberfläche" zur nächsten; um wieviele es sich handelt, wird nicht mitgeteilt. Wir hören nur, Tangaroa sei nach Avaiki-te-varinga gegangen. Avaiki-te-varinga-nui bedeutet, Luomala zufolge (177), "Avaiki-the-great-beginning", wo Te Tumu (Tumu, wie im Namen des Kiho-tumu, Wurzel, Quelle, Anfang) und Papa anfänglich lebten, und wo ihre Göttersöhne Rongo, Tane, Ruanuku, Tu, Tongaiti und andere geboren wurden. Es soll prächtig zugegangen sein, und alle Festlichkeiten, die man später abzuhalten pflegte, sind erstmals dort, in Hawaiki-dem-großen-Anfang gestiftet worden - es riecht förmlich nach dem Goldenen Zeitalter; das ist längst vergangen, aber die "Örtlichkeit" gibt es noch, wie das Ogygia des Kronos.
In Avaiki-te-varinga-nui heiratet Tangaroa die Tochter von Vai-takere, in dessen 'Haus' auffällig viel von Nutzpflanzen die Rede ist, in den undurchsichtigsten Wendungen. Die himmlischen Nutzpflanzen repräsentieren ein weites Feld, das wir jetzt aber nicht beackern werden - ich erinnere nur an die im letzten Sommer behandelten Hirsearten der Dogon, vor allem jenen Digitaria-Stern, der um den Sirius kreist; in China sind die "acht Getreidearten" in einer Konstellation zu finden, die aus Auriga- und Camelopardelus-Sternen gebildet ist. Zunächst jedoch denkt man an Spica, bezw. die ganze Virgo. Ina's Vater heißt Vai-takere; vai = Wasser, takere bedeutet bei den Maori den Kiel eines Schiffes oder aber "the bottom of a deep water": keine aufschlußreiche. Information. Zu berücksichtigen sind aber zwei Momente: 1) sitzt auf javanischen Tierkreisbechern die Jungfrau in einem Boot, 2) gibt Varahamihira, laut Al-Biruni (1, 219) für Virgo an "ship, in its hands an ear of corn". Schiffe mit Händen fand Al-Biruni zum mindesten eigenartig und vermutete eine Lücke im Varahamihira-Text: es sollte eine Jungfrau in dem Schiff die Ähre halten. Wir wollen Ina-Spica mit doppelten Fragezeichen flankieren und sich selbst überlassen. Schiffe in dieser Himmelsgegend sind natürlich ungehörig, jedenfalls für Leute, die nördlich des Aequators wohnen.
/Henry 399: "Let more land grow from Havai'i. Mariua (Spica) is the star..."/

 

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Um von Ina und ihrem mittlerweile verstorbenen und in einen Brotfruchtbaum verwandelten Vater namens Schiffskiel, fortzukommen, bedient sich Tangaroa verschiedener Arten von Krabben und Krebsen - Luomala befindet souverän, solches sei ein polynesischer Euphemismus für "Sklaven". Tangaroa lehnt die "spotted crabs" ab, weil sie die Beine oder Füße zu sehr spreizten. Natürlich habe ich danach getrachtet, mich beim alten Brehm zu belernen: mit "getüpfelt" ist nichts zu machen; wer da sonst in Frage kommen könnte,wäre die Familie der Spaltfüßer (Schizopoda),"im hohen Meere lebende Krebse,die, oberflächlich betrachtet, den Garnelen gleichen." Zu dieser Gattung gehört auch die der Leuchtkrebse (Lucifer), welche keine Kiemen haben; diese Familie ist, so sagt Brehm (49), "von so abweichender, man kann sagen, abenteuerlicher Gestalt, daß die Systematiker über seine Stellung noch nicht im Klaren sind."

Minima zur 'Methode': Sie könnten vielleicht meinen, es sei unsinnig, sich um zoologische Gattungen zu scheren, wenn wir doch darauf aus sind, Sternbilder und Himmelszonen zu identifizieren. Die Sternbilder haben aber ihre Namen im Rahmen eines Systems erhalten, und zwar von Leuten, die nicht nur vom Himmel etwas verstanden, sondern mindestens eben so viel von den Tieren und ihren Gewohnheiten, und man kann sich darauf verlassen,daB sie es bei der Namensverteilung auf die Mitglieder der Stern-Menagerie an Sorgfalt nicht haben fehlen lassen. Daß die Polynesier, die, ihrer geographischen Provinz entsprechend, den Großen Jäger Orion in eine Vogelfalle 'umfunktioniert' haben, daß diese Polynesier den Wassertieren, den hienieden wirklich begegnenden wie denen am Himmel, differenziertere Namen gegeben haben als die Festlandbewohner, von denen sie das System geerbt haben, das ist leicht einzusehen. Mithin muß man wenigstens versuchen, mehr über die auftretenden Tiere in Erfahrung zu bringen - ob das gelingt, steht auf einem anderen Blatt.

Die "Schmutzkrebse" hingegen sollten der Gattung Gecarcinus ruricola angehören (Brehm p.19: "Gar nicht selten nisten sie sich ein an sehr unreinlichen Orten"), denen eine gewisse Ähnlichkeit mit Skorpionen nachgesagt wird Dieser Umstand könnte ev. erklären, warum Cicero und Festus den gleichen Namen, nepa, dem Cancer und dem Skorpion zugedacht haben.
/Vgl.Deonna: Mercure et le Scorpion 15, n.2. Nepa Afrorum lingua sidus quod Cancer appellatur, velut quidam volunt, Scorpius, Festus ed.Müller 164 f.; Cicero,Arat. v.324: lucens vis magna Nepei..., auch für Cancer, ibid. v.216; Plautus,Casina Akt 2, Szene 8: Recessim cedam ad parietem, imitabor nepam./

Gewisse Gewohnheiten des Landkrebses, daß er nämlich auch auf Bäume steigt und Zweige und Blätter abzwickt (Verweis auf "Gezer-Kalender" und Mithras-Monumente, Eisler: Royal Art 139 f. + 95), hat Robert Eisler genutzt, um zu erklären, warum die Babylonier den Cancer "nangaru sha eqli", "the carpenter of the field" nannten. Der Fall scheint aber komplizierter zu sein, wie üblich viel komplizierter, wenn man ausnahmsweise den jüngeren Verlautbarungen

 

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Vertrauen schenkt. Da diese von Ernst Weidner stammen, der sich seit vor dem ersten Weltkrieg bis heute unaufhörlich mit der babylonischen Sphaere herumschlägt, ist Vertrauen wohl angebracht. Weidner sagt (s.a. van der Waerden,JNES 8,13), der Name kakkabnangar, "Stern des Kunsthandwerks" komme nur dem Sternhaufen Praesepe zu (epsilon Cancri). Cancer als Ganzes heißt mulal-lul, "dessen Bedeutung umstritten ist". Wir kommen notgedrungen darauf zurück.
/vgl. Ungnad AfO 14, 256 A.42, andererseits Weidner AfO 4, 80.Kugler 1,35: pulukku scheint das Gleiche wie nangar; Hommel:Aufsätze 251 +Memnon 1, 2092. Weidner = RLA 3,77/
Dem irdischen Gecarcinus ruricola kommt insofern besondere Bedeutung zu, als er massenweise von den Bergen herabgestiegen kommt drei Tage bevor der Palolowurm zwecks Fortpflanzung an die Meeresoberfläche steigt, was regelmäßig passiert "just before sunrise on the day before, or the day after, the last quarter of the moon in October" oder an den gleichen Tagen im November, soweit es sich um den Palolo des Pacifischen Ozeans handelt, Eunice viridis, während der Palolo des Atlantik, Eunice fucata, in Erscheinung tritt "within three days of the last quarter of the moon at the end of June, or at the end of July." Der Palolo wird von den Inselbewohnern roh oder gekocht verspeist, und die vielen gestrandeten Exemplare vertilgen mit Vergnügen die Heerscharen des Gecarcinus ruricola (Eisler 139). Dieses Faktums wird von Eisler in seinem Kapitel "The Empirical Basis of Astrology" gedacht, als eines der wenigen nachweisbaren, wenn schon viel besprochenen, Fälle, in denen der Mond sichtbarlich Einfluß auf irdische Lebewesen ausübt. Eisler's Schluß: "it would seem to be at least a remarkable coincidence that the zodiacal sign of the Crab (Cancer) - specially characterized by the Babylonians as the 'land-crab' - should have been considered by ancient astrologers... as the 'house of the moon'." Ich weiß nicht, ob Sie diese, dem gescheiten Eisler schlecht zu Gesicht stehende, Stupidität gleich in ihrem ganzen Umfang begriffen haben: weil das Auftauchen des Palolo von den Mondphasen - innerhalb einer bestimmten Jahreszeit - abhängt, und der Gecarcinus ruricola sich drei Tage vorher seewärts bewegt, deshalb ist Cancer das Haus des Mondes.Sowas nennt sich dann "empirical basis of astrology"!
/Für Palolo als Sternnamen s.Makemson pp.102 f., auf Futuna sind die beiden Palolos Sirius und Regulus/
Bevor wir uns ein wenig näher mit der konsternierenden Vielfalt der Nachrichten über den Krebs beschäftigen, rufen wir uns ins Gedächtnis zurück, daß Cancer uns jetzt nicht nur deswegen etwas angeht, weil Tanga-roa verschiedene Angehörige dieser Gattung benutzte, um vom Hause der Hina fortzukommen, sondern weil ihm gleich zu Anfang Übles angekündigt

 


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worden war, da das Gesicht des Krebses im Begriff sei aufzugehen. Es be-steht natürlich die Möglichkeit, daß direkt gegenüberliegende Konstellationen, bezw. deren 'Bewohner' einander Unheil bringen: Musterbeispiel dafür sind die 'Gegner' Taurus, häufiger noch Orion, und Scorpius; Scorpius tötet den Orion, im Phaethon-Mythos bei Ovid verliert der Knabe Fassung und Zügel beim Anblick von Scorpius und fällt vom Auriga-Wagen in den Eridanus; aber befriedigend klingt diese immerhin mögliche 'Lösung' nicht, daß Cancer den 'Fall' des im Capricornus befindlichen Tangaroa be-wirkt.

Wenn wir uns geschwind nach Untaten oder auch Verdiensten von Cancer umschauen, finden wir zuerst die Legende, Cancer sei von Hera unter die Gestirne versetzt worden, "weil der Krebs alleine es wagte, der Hydra im Kampf gegen Herakles beizustehen. Er kroch aus dem Sumpfe Lerna hervor - deshalb Lernaeus bei Columella, litoreus bei Manilius und Ovid -- und biss den Herakles in den Fuß" (Haebler, RE s.v. 1459 f., Robert: Cat.88f.)

Vat.Myth.III.15.4., p.254: Quum Chironis filius,nepos Saturni et Philyres, juxta mare transiret, quendam cancrum immensae magnitudinis pede calcavit, qui eum miserabiliter laesit; et conversus Chiron sagittis cancrum percussit, filiumque expedivit. In cujus memoriam cancer ille translatus est in caelum, factusque signum caeleste.Sol dicitur esse in Cancro, quia sicut hic gressum ad utramque partem habet ante et retro, sic sol, quum ad Cancrum accedit, semper progreditur; quum vero est in Cancro, retrocedit, et ultra progredi non potest.
Von Praesepe hingegen, epsilon Cancri, dem nangar der Sumerer, der als Krippe (phatne) fungiert, und von den dabei befindlichen Eseln (onoi, asini, aselli) berichten die Katasterismen des Erathostenes, "Dionysos, Hephaistos und Satyrn seien auf Eseln reitend in den Kampf gegen die Giganten gezogen, und die Tiere hätten, noch ehe sie der Giganten ansichtig wurden, ein solches Geschrei erhoben, daß diese die Flucht ergriffen; daher wurden die Esel (nebst ihrer Krippe) unter die Sterne versetzt", und zwar von Dionysos.
/S.a. Hyg. astr. 2, 23, Geschichte mit Priapos/

Da sind es auf einmal die Giganten, bei der Verstirnung des Capricornus sollen es die Titanen gewesen sein, die in die Flucht geschlagen wurden; das eine reimt sich schwer auf das andere, und der Titanenkampf gehört füglich einem anderen "Po" an als die Gigantomachie, während Cancer und Capricornus unzweideutig dem gleichen Weltalter angehören, dem des Aries, in dem aber weder Titanen noch Giganten etwas zu suchen haben. Da wir seit rund zwei Jahrtausenden mit Tierkreiszeichen rechnen

 

 

 

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und nicht mehr mit Konstellationen, empfinden wir unwillkürlich Cancer und Capricornus als Solstiz-Gouverneure als "gegenwärtig"; man muß sich immer erneut korrigieren und sich darauf besinnen, daß die Sternbilder Aries-Cancer-Libra-Capricornus ab ungefähr 2000 v.Chr. an die vier Ecken der Welt rückten, und daß sie diese Stellung etwa zu Beginn unserer Zeitrechnung räumen mußten zu Gunsten von Pisces-Gemini-Virgo-Sagittarius. In weit entfernten oder aber in Isolierung geratenen Provinzen des Hochkulturgürtels, wo nicht auf 'Zeichen' umgeschaltet worden ist, sollte sich der Anbruch des Pisces-Alters im Mythos ausgedrückt finden - und dabei wollen wir nicht einmal auf Ichthys eingehen, Jesous Christos Theou Yios Soter, der das Fischezeitalter eröffnete.
Daß Maui-tikitiki ausgerechnet an dem Tage zur Welt kommt, nachdem seine Mutter zwei Fische gegessen hatte - sie waren für Tongaiti und Tangaroa bestimmt - , und daß er nach Vollzug der Vaterrache zwei Fische an den Himmel versetzt - dieses Mal für Rongo und Tane -, die entstanden waren aus dem Schwanz des Fisches, der Tangaroa zu Fall gebracht hatte, das kommt mir in dieser Hinsicht immerhin recht bemerkenswert vor.
Nicht minder Bemerkenswertes tun die Westsudaner uns kund, die Dogon und Bambara: wir hatten im letzten Sommer ausgiebig mit dem Fall zu tun. Ich wiederhole so kurz wie möglich das Gröbste. "Am Anfang" schuf Gott (Amma, Mangala, Ngala) acht Zwillingsarten von Getreidekörnern, ordnete sie den 4 Elementen und 4 Kardinalpunkten zu und steckte alle zusammen in das Weltei oder die Weltplacenta, und obendrein noch zwei verschiedengeschlechtliche Zwillingspaare. Der eine der beiden Männer, der Yurugu oder Pemba, d.i. der Fennek, wünschte die Schöpfung zu beherrschen. Behufs dessen brach er vorzeitig aus dem Ei aus, riß noch ein Stück seiner Placenta mit und segelte durch den leeren Raum; das mitgerissene Stück Weltei wurde zur Erde, aber sie war trocken und unfruchtbar, und Yurugu wußte nichts mit ihr anzufangen.Daher kehrte er zurück und versuchte, wieder in das Ei hineinzukommen und seinen weiblichen Zwilling zu finden. Gott aber hatte den verbleibenden Rest von Yurugu's Eihälfte, alias Placenta, in die Sonne verwandelt, und des Fuchses weiblichen Zwilling zu dem anderen Paar in die andere Eihälfte gesteckt. Yurugu stahl daraufhin aus Gottes Schlüsselbeinen die acht männlichen Samenkörner und säte sie in das Stück seiner Placenta, das zur Erde geworden war. Dieses aber war eine Art Inzest, und so wurde die Erde unrein, und außerdem gedieh mangels Feuchtigkeit nur eine einzige Eleusine-Art. Der andere männliche Zwilling - realiter ist die Sache komplizierter: dieses Wesen Faro/Nommo ist bi-sexuell -Faro also, der im Ei zurückgeblieben war, nahm die Form von

 

 

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Zwillingsfischen an, und zwar die von Clarias Senegalensis und Heterobranchus bidorsalis, Mannogo-fi und Mannogo-ble, das sind Welsarten. Um die Erde von der Befleckung durch den Wüstenfuchs zu reinigen, wurde Faro im Himmel geopfert, eben in der Form von Zwillingsfischen. Sein Körper wurde in 60 Teile zerstückelt und im Raum verstreut. Sie fielen auf die Erde und wurden Bäume (u.a.: die Details sind sehr undurchsichtig). Gott aber brachte im Himmel den Faro wieder zum Leben, gab ihm menschliche Gestalt und sandte ihn auf einer Arche zur Erde. Die Arche, mit dem Feuer an Bord, landete auf einem Berge in der Gegend, die auf Bambara eigentlich Kele Koroni "ancient space" hieß, fortan aber umbenannt wurde in Mande; und Mande wird erklärt als Abkürzung von "Sohn von Mannogo", also Sohn des Welses, bzw. Sohn der Welse, denn die beiden Fische heißen ja Mannogo.
Der dritte und letzte hier anzuführende Fall von zwei Fischen erscheint im Popol Vuh, dem sog. Heiligen Buch der Maya Quiché, und dieser Fail ist selbstredend für den Kulturhistoriker besonders wichtig: eine Interpretation polynesischer Phaenomene auf Grund von 'westlichem', d.h. altorientalischem, eurasiatischem und afrikanischem Vergleichsmaterial gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn gleiche oder ähnliche Phaenomene innerhalb der mittelamerikanischen Hochkultur auftreten.
Ein göttliches Zwillingspaar, 1-1-Jäger und 7-1-Jäger (Hun-Hunahpú und Vucub-Hunahpú) waren gelegentlich eines großen Ballspiels mit den Herren der Unterwelt,Xibalbá, getötet worden.Der Kopf von 1-1-Jäger verwandelte sich in eine Baumfrucht; von der aß eine Jungfrau aus Xibalbá und wurde schwanger. Vertrieben, fand sie Unterkommen bei der Mutter der getöteten Zwillinge. Dort gebar sie Hunahpú (1-Jäger) und Ixbalanqué. Diese neuen Zwillinge erfuhren von einer Maus, wo die vorhergehenden Zwillinge den Ball und die übrigen Spiel-Utensilien verborgen hatten und hoben sogleich zu spielen an, was die Herren von Xibalbá, 1-Tod und 7-Tod (Hun-Camé und Vucub Came) gründlich verärgerte (Cardan 78):"Wer erdreistet sich neuerdings, über unseren Häupten zu spielen und hinderlichen Lärm zu vollführen? Sind vielleicht Einsjäger, Siebenjäger nicht gestorben, jene, die sich vor uns hervortun wollten? Gehet und rufet sie sogleich!" Mittels Laus und Kröte wurde die Botschaft überbracht, und die 'neuen' Zwillinge begaben sich nach Xibalbá, der Unterwelt (Cordan 176: Das Maya-Wort xibil bedeutet 'verschwinden, sich auflösen'). Und dieses Mal bleiben die Zwillinge, Hunahpú und Ixbalanqué siegreich im Ballspiel und überstehen alle Proben der verschiedenen Unterwelt-Stationen. Gleichwohl sind sie durchaus zum Tode bereit, ja, sie planen ihren eigenen Tod bis ins Detail. Sie werden in einem Feuerofen getötet, die übrigbleibenden Knochen "wie Mais zermahlen" und

 

 

 


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"in den Quell-Lauf des Flusses" gestreut.So formuliert es Schultze-Jena (p.91); Cordan (93):"ins reißende Wasser"; Pohorilles (57): "in den Fluß, wo der Schwall hinabstürzt"; Götz-Morley:"into the river immediately there where the spring gushes forth; Girard (261):"à la rivière à l'endroit ou elle sort de la source".
Aber: die Jünglinge, bzw. ihre zermahlenen Knochen, "trieben nicht davon, sondern sanken auf den Boden des Wassers und verwandelten sich in schöne Jünglinge." "Am fünften Tage erschienen sie von neuem und wurden im Wasser von Leuten gesehen, die Beiden sahen ganz wie Menschenfische aus" (Schultze-Jena). Cordan (95):"Die Form von Menschenfischen nahmen sie an, als die von Xibalbá sie erblickten." Pohorilles (58):"Wie zwei Fischmenschen sahen sie aus" (Vgl. W.Schultz: Einleitung P.V. 61 f.).Götz-Morley: "Both had the appearance of fish-men".Girard (264): "ils avaient l' apparence d'hommes-poissons, Winnak Car." (p.265: "Cela veut dire qu'ils prennent l'apparence de leur nagual zoologigue").
Wir müssen noch ein kleines Weilchen in Yucatán verbleiben, nicht nur einiger Anschluß-Stücke halber, die wir später brauchen, sondern auch wegen des Umstandes, daß hie und da im Popol Vuh Dinge deutlicher ausgesprochen werden als in Polynesien. Z.B. kommt es dort klarer heraus, daß die Abenteuer der beiden Paare von Zwillingen - und eines dritten, das zu Affen wurde - sich ereigneten vor der sogenannten "Menschenschöpfung". Am fünften Tage also nahmen Hunahpú und Ixbalanqué die Form von Menschenfischen an, "andren Tags erschienen sie als Bettler, schmutzigen Angesichts, zerlumpt, in alte Lappen gehüllt". (In Klammern sei Ihnen eine, vorerst vague, Vermtung mitgeteilt, daß es sich nämlich bei allen sich als "Bettler "verkleidenden oder generell als "Deklassierte" auftretenden mythischen Persönlichkeiten um Planeten handelt, die sich gerade im Aries aufhalten, z.B.Zeus bei Lykaos, wo er den Tisch umwirft. Aries hieß bei den Mesopotamiern mulHUN.GA = agru, "a hired laborer" (vdW. JNES 8, 11), "Tagelöhner" (Ungnad: Ursprung Sternnamen 11), "Lohnarbeiter, Mietling" (Jensen, ZA 7, 214 f., "falls von einer Wurzel -g-r, etwa urspr.'jemanden (vorübergehend) der persönlichen Freiheit berauben und zu seinem Dienste veranlassen'.") ??Generell: Verknechtungs-Station??)
Die Zwillinge verrichteten Wunder vor den Augen der staunenden Bewohner von Xibalbá und brachten die Herren Eins-Tod und Sieben-Tod mittels eines weitverbreiteten Tricks zu Fall: sie töteten einander und machten sich wieder lebendig; die Herren der Unterwelt wollten bei dem Spiel mithalten: sie aber wurden nicht wieder erweckt. Cordan 98: "Es flohen die von Xibalbá, als sie ihre Herren tot sahen... Zusammen verbargen sie sich in einem tiefen Schlund. Da wurden sie aneinander gedrängt, als zahllose Ameisen erschienen, sie fanden und aus der Schlucht vertrieben. Auf den Weg wurden sie gejagt, kehrten zurück,ergaben sich und demütigten sich daselbst. So wurde die Macht von Xibalbá gebrochen." Die Zwillinge geben sich zu erkennen: "Diese sind wir: Hunahpú und Ixbalanquá. So nennen wir uns.

 


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Und die ihr erschlugt, Einsjäger, Siebenjäger genannt, sind unsere Väter. Wir sind gerufen, die Leiden und Schmerzen unserer Väter zu rächen." Die Zwillinge erlassen einige undurchsichtige 'Gesetze', die fortan gültig sein sollen.
/deutlicher: Pohorilles 62, zu vergleichen Girard 280/
Sie versuchen vergeblich, ihre Väter wieder zum Leben zu erwecken, und dann heißt es: "Hierauf mitten ins Licht stiegen sie, zum Himmel erhoben sie sich sogleich. Zur Sonne wurde der eine, zum Monde der andere. Und so füllt Licht die Kuppel des Himmels und das Angesicht der Erde. Am Himmel verweilen sie. Die ihnen vorangegangen, die 400 Jünglinge, die Zipacná erschlagen, sie sammelten sich als Gefährten um jene. In Sterne verwandelten sie sich." (Die 400 Jünglinge sind die Pleiaden??). So übersetzt es Cordan (1O1). Der Text kann aber, angesichts der voneinander abweichenden Wiedergaben durch die anderen Übersetzer, gar so eindeutig nicht sein. Pohorilles formuliert (64):" Da stiegen sie, umstrahlt vom Lichte, empor, stiegen sofort zum Himmel auf. Dem einen (wurde) die Sonne, dem anderen der Mond (zu Teil), die das Himmelsgewölbe und das Antlitz der Erde erhellen; und im Himmel blieben sie. Auch die 400 Jünglinge, die von Sipacná getötet worden waren, stiegen empor und wurden zu Sternen des Himmels." Schulze-Jena (99): "Darauf stiegen sie, Jenen entrückt, an Ort und Stelle auf in die Mitte des Lichts, in einem Augenblick stiegen sie auf: Dem Einen wurde die Sonne und dem Anderen der Mond zuteil. Da wurde es hell in der Wölbung des Himmels und auf dem Antlitz der Erde. Am Himmel weilten sie nun. Und siehe, auch jene 400 Jünglinge, die durch Zipacná umgekommen waren, sollten emporsteigen: Sie wurden zu Gefährten Jener, wurden zum Sternenheer des Himmels." Götz-Morley (163 f.):"Then they rose up in the midst of the light, and instantly they were lifted into the sky. One was given the sun, the other, the moon. Then the arch of heaven and the face of earth were lighted. And they dwelt in heaven. Then the four hundred boys, whom Zipacná had killed, also ascended, and so they again became the companions of (the boys) and were changed into stars in the sky." Girard (292): "Aussitót ils partirent de là en pleine lumière, et immédiatement ils s' elevèrent au ciel: l'un au Soleil, 1'autre à la Lune. Depuis, la voûte céleste et la face de la terre s'illuminent, tant qu'ils demeurent au ciel. Alors montèrent aussi les quatre cent enfants qui avait tué Zipacná. Ils en devinrent des compagnons, et se transformèrent en étoiles du ciel."
Daß die Zwillinge "zu Sonne und Mond" wurden, scheint nicht im Text zu stehen; Sonne und Monde werden ihnen "zuteil" oder "gegeben", oder sie

 

 

 

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erhoben sich zum Himmel, der eine "zur Sonne, der andere zum Monde". Wenn wir ganz genau wüßten, was über die 400 Jünglinge wortwörtlich gesagt wird, wäre uns geholfen. Cordan übersetzt: "Die ihnen vorangegangenen, die 400 Jünglinge...", Phorilles:"Auch die Jünglinge stiegen empor", Goetz-Morley:"Then the fourhundred ..", Girard:"Alors montèrent..",Schulze-Jena: "Und siehe da, auch jene...sollten emporsteigen." Aus nur minimal verdrehten, 'verschönten' Redewendungen lassen sich weitreichende Schlüsse ziehen, wie z.B. von Girard (307), der von der "association de Hunahpú et des quatre cent jeunes gens" auf die Sonne in den Pleiaden schließt: "l'ascension simultanée de Hunahpú (Soleil) et des quatre cent jeunes gens (Pleiades) au ciel." Diese Interpretation ist keineswegs unmöglich, aber auf Grund der offensichtlich mehrdeutigen 2-3 Zeilen darf sie nicht als unabweisbares Faktum ausgegeben werden.Der Text sagt nicht unzweideutig, Hunahpú sei die Sonne. Goetz-Morley und Schulze-Jena übersetzen einmütig, daß die Zwillinge in die "Mitte des Lichts" aufstiegen: da darf ich erinnern an Agni, von dem es RV 10.46.3. heißt: "Ihn fand Trita viel suchend...auf dem Haupte der Kuh. Als Liebling in den Herrscherhäusern geboren, wird der Jugendliche der Mittelpunkt des Lichts."
Das Problem wird durch den Umstand komplizierter, daß die Geschichte von der Tötung der 400 Jünglinge im Popol Vuh sehr viel früher erzählt wird, lange ehe man von der Geburt der Zwillinge unterrichtet wird. Allerdings erfährt man, Hunahpú und Ixbalanqué hätten den Tod der 400 gerächt: w i e, das werden wir sehen.
Der langen Rede kurzer Sinn ist nicht der, koste es, was es wolle, Hunahpú und Ixbalanqué in Form von Menschenfischen auf dem Frühlingspunkt festzunageln, vielmehr nur auf ein paar Fälle hinzuweisen, in denen in der "Dämmerung" zwischen zwei Weltaltern Zwillingsfische auftreten: eine ganz gewiß nicht "auf der Hand liegende" Konzeption. Gleichwohl ist Vorsicht geboten, speziell weil uns "Kultur bringende" Fischmenschen, ja eine Sequenz von vier solchen Wesen aus den Berichten von Berossos, Abydenos, Synkellos u.a. wohlbekannt sind, zuvörderst Oannes (Annedotes, Odakon, Euédokos, s.Jeremias in Roscher s. 0annes,577-79, vgl. Tümpel RE 6,950 f.), der die Menschen die Schrift lehrte, ihnen zeigte, wie man Tempel errichtet, Gesetze einführt und das Land vermißt. Berossos sagt, "seit jener Zeit habe man nichts darüber hinausgehendes erfunden"; beim Hyginus erfahren wir in Fabula 274: Quis quid invenerit, wer was erfunden hat, als Nr.16: Oannes qui in Chaldaea de mare exisse dicitur astrologiam interpretatus est. Es gibt einen, bereits erwähnten, Umstand, der darauf schließen läßt, daß

 

 


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man in Polynesien wirklich bewußt mit der Praecession weitergeschritten ist:daß nämlich auf Mangaia die Totenseelen nur an den beiden Solstiztagen in den Himmel einsteigen können. In unserem Fischzeitalter werden die Solstitien regiert von Gemini und Sagittarius, den Schnittpunkten, bzw.Kreuzwegen von Ekliptik und Milchstraße, und in die Milchstraße wollen die Totenseelen ja gelangen, die polynesischen so gut wie alle anderen - und das wahrscheinlich seit dem Jungpalaeolithicum: ich erinnere nur an die Naskapi auf Labrador. Gleichwohl bitte ich nachdrücklich da-rum, es mir nicht als Behauptung anzukreiden, Maui habe das Weltalter der Pisces eröffnet.Diese Möglichkeit bleibt erwägenswert, mehr nicht, wobei weiterhin die Mehrzahl der Mauis zu berücksichtigen bleibt. Von Rarotonga abgesehen, woselbst Maui Tangaroa und zwei Fischen sein Dasein verdankt und wo er zwei Fische katasterisiert, sprechen zwei Faktoren lauthals gegen die zur Diskussion gestellte Interpretation: Mauis Angelhaken im Stachel von Scorpius und die Sonnenfalle im Orion. Wir hätten demnach in Polynesien die gleiche Situation wie weiter im Westen: der Zeus beendet und eröffnet ja auch mehr als ein Weltalter, deren eines in Gestalt seines 'Sohnes' Herakles, mit dem der Maui nach wie vor die größte Ähnlichkeit aufweist.
Zurückkehrend nach Rarotonga und dem drohenden Aufgang des "Gesichtes des Krebses", betrachten wir kurz diverse Geschichten rund um den Krebs.
Die Haupt-Crux des Sternbildes Cancer ist, daß es garnichts Rechtes 'darstellt': Lumina Cancro desunt, sagt der Manilius 2.259; die Konstellation ist so, wortwörtlich, unscheinbar wie der Aries, weshalb man mit Vorliebe auf leuchtende Paranatellonta ausgewichen ist: die Babylonier acceptierten als den Hauptstern von Cancer den Prokyon, alpha Canis minoris, aber auch Hydra-Sterne wurden herangezogen. Während hinsichtlich der indischen Mondstation Pushya, alswelche auch Tishya hieß, angenommen wird, es sei Sirius gemeint.So sagt Anton Scherer (150):"Der Namenswechsel des nakshatra Tishya-Pushya macht es wahrscheinlich, daß pushya = delta Cancri (+ Nachbarsterne) in der Mondstationenreihe an die Stelle eines anderen Sternes (tishya-) trat, der sich weniger eignete, weil er von der Ekliptik zu weit entfernt war. Auch wäre es auffallend, daß der Rig-Veda, der so wenige Gestirnnamen nennt, gerade jenen lichtschwachen Stern (einen der beiden Aselli) hervorheben sollte.Der Position nach könnte es sich denn bei Tishyá wohl um Sirius handeln (wegen der annähernd gleichen Aufgangszeit). Mit dem iranischen tishtriya- ließe sich der Name vermitteln, falls jenem +tis = 'spitz' zugrundeliegt..." Damit hat es seine Richtigkeit: dahinter steckt der mulKAKSIDI, der Pfeilstern, und Sothis/Spd, der 'Dorn' (Ägypt. Wb.) Die RV Stelle 5.54.13, auf die Scherer anspielt, haben wir schon des öfteren am Wickel gehabt: "Ihr klugen Marut, wir möchten Lenker des von euch

 

 

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