Dies ist eine stark gekürzte Internetversion des Buchs gleichen Titels. Das Inhaltsverzeichnis der gedruckten Fassung finden Sie hier.(1)
Eine Besprechung von Benedikt Erenz ist in der ZEIT erschienen

Vicent Andrés Estellés
Gedichte
(katalanisch und deutsch)

Katalanische Lyrik
1. Band
Domus Editoria Europaea
(Axel Schönberger Verlag)
Frankfurt am Main 1993
ISBN 3-927884-42-1
ISSN 0937-1432

1. Auflage 1993
© Copyright für die deutsche Ausgabe: Domus Editoria Europaea (Axel Schönberger Verlag)
© Copyright für die katalanische Originalausgabe: Eliseu Climent, València
Omnia proprietatis iura reservantur stricteque vindicantur / Alle Rechte vorbehalten



Vicent Andrés Estellés - ein katalanischer Schriftsteller aus València
Leben und Werk
El gran foc dels garbons (Das große Feuer aus Reisigbündeln)
Horacianes (Horatiana)
 

Vicent Andrés Estellés - ein katalanischer Schriftsteller aus València

Der valencianische Lyriker Vicent Andrés Estellés ist im deutschen Sprachraum bisher nur in wenigen, verstreut veröffentlichten Übersetzungen zugänglich gewesen; wenn ihm auch beispielsweise Kindlers Neues Literatur Lexikon einen dreispaltigen Artikel gewidmet hat, so war er doch bislang bei uns bestenfalls als Geheimtip bekannt. In seiner Heimat dagegen gilt er längst als ein Klassiker der Moderne, als eine jener Persönlichkeiten, deren Beitrag zur Kultur des Landes bereits Allgemeingut geworden ist. Estellés' lyrische Produktion ist schon rein quantitativ beträchtlich: 1990 erschien der zehnte und vorläufig letzte Band der Werkausgabe, in die allerdings bei weitem nicht alles aufgenommen wurde; rechnet man dazu noch die große Menge bisher unveröffentlichen Materials, das der Autor in Plastiktüten überall in seiner Wohnung aufbewahrte, so ist zu erwarten, daß Leser und Kritiker noch viele Jahre lang mit diesem Werk beschäftigt sein werden, dessen volle Bedeutung womöglich noch gar nicht ermessen werden kann. Ähnlich wie bei Fernando Pessoa hat sich bei Estellés die Situation ergeben, daß ein in Jahrzehnten gewachsenes Werk plötzlich in kürzester Zeit der Öffentlichkeit zugänglich wurde und nun erst nach und nach gesichtet und gewürdigt werden kann.

Die geringe internationale Verbreitung der Dichtung von Vicent Andrés Estellés liegt sicher nicht allein am mangelnden Interesse der potentiellen Leser. Die Gründe dafür sind vielmehr im außerliterarischen Bereich zu suchen, in der Tatsache, daß Estellés auf katalanisch schreibt. Die Behinderung jeglicher Art katalanischer Kulturäußerung durch das franquistische Regime in Spanien war dabei nur ein Faktor, der aber wohl oft überschätzt wird; ein mindestens ebenso wichtiger Faktor dürfte in der weitverbreiteten unkritischen Gleichsetzung von Staats- und Kulturgrenzen zu suchen sein, die für einen valencianischen Autor wie Estellés keine passende Einordnungskategorie zu finden weiß. Für einen europäischen Autor, der in einer Sprache schreibt, die nicht Staatssprache ist, greift man schnell zum Etikett «Regionalliteratur», für eine europäische Kultur- und Literatursprache wie das Katalanische, mit mehr Sprechern als etwa Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Litauisch oder Slowenisch u.v.a., bleibt nur die Kategorie «Regionalssprache». Tatsächlich wäre aber das Epitheton «regional» zur Charakterisierung des Estellésschen Werks und Selbstverständnisses denkbar ungeeignet. Wie zahlreiche große Künstler schöpft er zwar aus einer tiefen Verwurzelung in der Kultur seiner Heimat wichtige Impulse für sein künstlerisches Schaffen, doch wird ihm das Lokale, ähnlich wie bei Federico García Lorca, der daher gern als «el andaluz universal» apostrophiert wird, nicht zum Selbstzweck, sondern ist die notwendige Bedingung, welche die Universalität erst ermöglicht. In diesem Sinne könnte man Estellés mit dem selben Recht als «el valencià universal» bezeichnen: Was Granada für Lorca bedeutet, ist Burjassot für Estellés.

Was hat es nun für eine Bewandnis damit, daß ein Valencianer sein Werk auf katalanisch verfaßt? Die katalanische Sprache hat in València eine jahrhundertealte Tradition. Die Stadt wurde im Jahre 1238 durch die Truppen des katalanisch-aragonesischen Königs Jaume I., genannt El Conqueridor (d.h. «der Eroberer»), endgültig von den Mauren zurückerobert, wodurch die islamische Herrschaft im Gebiet des heutigen Landes València nach fünfhundert Jahren ihren Abschluß fand. Die christlichen Siedler, die das eroberte Land daraufhin in Besitz nahmen, stammten zum überwiegenden Teil aus Katalonien und brachten ihre Sprache und Kultur mit; lediglich ein dünn besiedelter Teil im Westen des Gebietes wurde von aragonesischen Siedlern besetzt und ist traditionell nicht-katalanischsprachig. Das Spanische (d.h. Kastilische) begann erst Jahrhunderte später in den Städten an Terrain zu gewinnen und hat erst in den letzten beiden Jahrhunderten eine ähnlich breite soziale Verbreitung gefunden wie das Katalanische. Auch eine zentralistische Politik der Favorisierung des Spanischen (besonders im Franquismus) hat dem Katalanischen nicht seine Stellung als eigentliche und angestammte Sprache Valèncias streitig machen können. Vom 13.-18. Jahrhundert gehörte das Königreich València zusammen mit der Grafschaft Katalonien, dem Königreich Aragonien und dem Königreich Mallorca zu dem Staatenbund der Katalanisch-Aragonesischen Krone, in dem die verschiedenen Teilreiche unter einem gemeinsamen Monarchen in einer Art Commonwealth zusammengeschlossen waren. Innerhalb der Katalanisch-Aragonesischen Krone hatten Katalonien und seine Hauptstadt Barcelona im politischen, wirtschaftlichen und auch kulturellen Bereich fast durchgehend eine klare Führungsrolle. Erst im 15. Jahrhundert, als mit dem Aufstieg Kastiliens die politische Bedeutung der Katalanisch-Aragonesischen Krone insgesamt langsam schwand, verlagerte sich deren Zentrum für einige Jahrzehnte von Barcelona nach València, und die Stadt erlebte, unmittelbar vor dem goldenen Jahrhundert Kastiliens, ihr eigenes goldenes Jahrhundert. Ein Indiz für diese kulturelle Blüte ist beispielsweise die Tatsache, daß das erste auf der Iberischen Halbinsel gedruckte Buch im Jahre 1474 in València gedruckt wurde, nämlich die katalanischen Obres o trobes en llaors de la Verge Maria. Die mittelalterliche katalanische Literatur fand also nicht - wie man aus heutiger Sicht leicht glauben könnte - in Barcelona, sondern in València ihren unbestrittenen Höhepunkt: mit valencianischen Autoren wie Joanot Martorell und Martí Joan de Galba, deren Roman Tirant lo Blanc von Vargas Llosa als der erste «moderne» Roman der Literaturgeschichte eingestuft worden ist, oder auch mit Lyrikern wie Ausiàs March, Jaume Roig oder Roís de Corella, die alle im 15. Jahrhundert ihre Meisterwerke schufen.

Mit der Personalunion der kastilischen und der katalanisch-aragonesischen Krone seit Karl V., dem Beginn des Amerikahandels und der Entstehung des Habsburgischen Weltreichs verlor das katalanisch-aragonesische Mittelmeerreich an Bedeutung, und das Katalanische wurde als Literatursprache zusehends durch das Kastilische zurückdrängt, wenn es auch noch bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein Amtssprache blieb und durch die Jahrhunderte hindurch weiterhin stets auch als Schriftsprache Verwendung fand. Dabei war die Kastilisierung besonders der adligen Kreise in València deutlich ausgeprägter als in Katalonien, und die ursprüngliche kulturelle Einheit zwischen den verschiedenen katalanischsprachigen Königreichen drohte in Vergessenheit zu geraten.

Erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann in Katalonien im Rahmen der gesamteuropäischen romantischen Bewegung die Wiederentdeckung des Katalanischen als Literatursprache. Diese sogenannte Renaixença fand im früh industrialisierten Katalonien großen Rückhalt im wohlhabenden Bürgertum und entwickelte sich Anfang unseres Jahrhunderts aus einer anfänglich vor allem kulturell orientierten Strömung zu einer Massenbewegung, die eine weitgehende Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien forderte.

Die Entwicklung in València verlief indessen völlig anders. Zwar gab es auch dort eine Renaixença, doch fehlte es an einer einflußreichen gesellschaftlichen Schicht, welche die Rekatalanisierung der Kultur hätte tragen wollen, da die herrschenden Schichten längst kastilisiert waren. Die Versuche, sich aus der kulturellen Überfremdung durch das Kastilische zu befreien und die eigene Sprache wieder als Literatursprache zu verwenden, blieben minoritär. Die Mehrheit der Katalanischsprecher in València assoziiert ihre Sprache ausschließlich mit Mündlichkeit; ein gezielt gesamtspanisch orientiertes Bildungssystem hat dazu geführt, daß das Bewußtsein sprachlicher, kultureller und historischer Gemeinsamkeit mit Katalonien und den Balearen im Land València weitgehend verloren gegangen ist. Während die Sprache in Katalonien eine neue literarische Blüte erlebte, blieb ihre Situation im Land València prekär:

So charakterisierte der valencianische Kulturhistoriker Joan Fuster 1972 die kulturelle Situation im Land València.

Eben derselbe Joan Fuster hatte 1962 mit seinem Buch Nosaltres els Valencians («Wir, die Valencianer») dem politischen und kulturellen Valencianismus ein Grundlagenwerk gegeben, das bei aller Betonung valencianischer Partikularismen keinen Zweifel an der sprachlichen, kulturellen und historischen Zugehörigkeit Valèncias zu einem größeren katalanischen Kulturraum aufkommen ließ. Was Joan Fuster auf dem Gebiet der Essayistik und Kulturgeschichte leistete, das gelang Vicent Andrés Estellés auf dem Gebiet der Literatur: die Überwindung des lange Zeit vorherrschenden Provinzialismus in der valencianischen Kultur, ein genuin valencianischer Beitrag zur Weltliteratur. In seinem Vorwort zur Werkausgabe von Vicent Andrés Estellés schreibt Joan Fuster über seine Eindrücke beim erneuten Lesen der Gedichte:

Diese Worte schrieb Joan Fuster 1972. Aus der Perspektive des Jahres 1993 bestätigt sich, daß der «Glücksfall Estellés» tatsächlich einen tiefgreifenden Neuanfang der valencianischen Literatur bewirkt hat - nicht im Sinne einer Estellés-Schule, sondern eher im Sinne einer Befreiung des Valencianischen vom Ruch des Provinziellen und vom Beigeschmack nach Heimatliteratur. Lyriker der jüngeren Generation wie beispielsweise Marc Granell sind heute längst etablierte Autoren, die zusammen mit vielen anderen die Kontinuität einer katalanischsprachigen valencianischen Lyrik auf europäischem Niveau sichern.

Leben und Werk

Die äußeren Lebensumstände Vicent Andrés Estellés' waren ausgesprochen unspektakulär, wenn man einmal von den großen kollektiven Umwälzungen absieht, die sich im Verlauf seines Lebens abgespielt haben. Die Zeit des Franquismus war für die valencianischen Intellektuellen eine traumatische Erfahrung, der sich niemand entziehen konnte und die sie einander verbunden hat. Bei der Suche nach biographischen Daten aus dem Leben von Vicent Andrés Estellés erhält man in València zuweilen die Antwort, er habe überhaupt keine Biographie. Estellés(2) hat natürlich seine Biographie, doch ist sie in mancherlei Hinsicht so typisch für einen valencianischen Schriftsteller seiner Generation, daß sie dort kaum noch als Biographie wahrgenommen wird. Es dürfte sich dabei wohl um eine «optische Täuschung» handeln, die durch die übergroße Nähe und Parallelität der Lebenswege zu entstehen scheint.

Als typischer Künstler des 20. Jahrhunderts war er, ähnlich wie Franz Kafka, Antonio Machado, Charles Ives und viele andere mehr, sein Leben lang gezwungen, einem bescheidenen Brotberuf nachzugehen. Wie die überwiegende Mehrzahl der Repräsentanten katalanischer Kultur im Land València stammt auch Vicent Andrés Estellés aus dem ländlichen Milieu: Am 4. September 1924 wurde er in dem nahe der Stadt València gelegenen Ort Burjassot geboren, wo seine Familie bereits seit Generationen dem Bäckerhandwerk nachging. Auch der junge Vicent übte eine Zeit lang den Beruf des Bäckers aus, bevor er sich dem Journalismus zuwandte. In seinem Buchtitel «Das große Feuer aus Reisigbündeln» sollte er später auf das Reisigfeuer im Backofen seines Vaters anspielen, das so gleichsam zum flammenden Zentrum der in dem Buch porträtierten Dorfgemeinschaft stilisiert wird.

Die Herkunft aus einer einfachen Familie, in der «Bücher nicht zu den unverzichtbaren Möbelstücken zählten» (Fuster), prägte Estellés' Einstellung zur Welt und zur Kunst und taucht in vielfältiger Form in seinem Werk wieder auf. Er hat sich nie als hermetischer oder akademischer Dichter, sondern stets als «un entre tants», «einer unter vielen», verstanden, als ein Autor, der zwar nicht pathetisch «für das Volk», wohl aber aus dem Volk heraus schreibt. Was die intakte, wenn auch keineswegs idyllische Dorfgemeinschaft für seine Identität bedeutet, zeigt sich beispielsweise in jenem berühmten letzten Sonett (Nr. 103) aus dem Buch El gran foc dels garbons, in dem der Dichter ein Selbstportrait auf dem Totenbett zeichnet:

Viele seiner Gedichte verarbeiten diese Erfahrung einer noch funktionierenden Dorfgemeinschaft, in der jeder Einzelne noch eher unter seinem Spitznamen als unter seinem offiziellen Namen bekannt war, wo sich pittoreske Gestalten wie «der Blinde» oder «der irre Bischof» oder auch die Hure «la Cordovesa» tummeln und wo der Autor der «Sohn des Bäckers» ist, «der Verse macht».

Schon sehr früh, noch vor Ausbruch des Bürgerkriegs, unternahm Estellés erste schriftstellerische Versuche und verfaßte anfangs Theaterstücke in einer noch stark dialektal gefärbten Sprache. Seine Kindheit und Jugend waren geprägt vom Erlebnis des Spanischen Bürgerkriegs, mehr noch aber von der Nachkriegszeit:

Die in diesem Band abgedruckte Ekloge Nr. VIII spiegelt die Atmosphäre jener Zeit wieder, in der «alle armselig hurten, armselig aßen, armselig starben [...]» (Fuster). Estellés veröffentlichte seinen ersten Artikel: Die Lyrik im Spanien jener Jahre wurde durch den akademischen Ästhetizismus der Literaturzeitschrift Garcilaso geprägt: Auch Estellés konnte sich diesem Einfluß anfangs nicht entziehen, und seine ersten veröffentlichten Gedichte waren vom Stil des Garcilaso geprägt - nicht zuletzt sprachlich, denn er schrieb zu jener Zeit noch auf spanisch. Die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Avantgarde gestaltete sich äußerst schwierig, weil der Anti-Intellektualismus des franquistischen Regimes die Beschaffung gerade der interessantesten Bücher zu einem Glücksspiel und Abenteuer werden ließ. Ebenso schwierig war es, sich mit der klassischen katalanischen Literatur zu befassen, an deren Verbreitung der spanische Zentralismus jener Zeit keinerlei Interesse hatte; auf eigene Faust machten sich Estellés und viele andere Intellektuelle seiner Generation an das intellektuelle Abenteuer, sich die totgeschwiegene Kultur der eigenen Sprache aus dem Material anzueignen, das ihnen zugänglich war. Anders als beispielsweise französische oder italienische Autoren bekamen die katalanischen Intellektuellen jener Zeit den Bildungskanon der eigenen Kultur nicht bereits staatlicherseits in der Schule vermittelt, sondern mußten ihn sich selbständig und im Widerspruch zu den geltenden Bildungsvorstellungen aneignen. Dadurch war Estellés' Zugang zu den Klassikern sehr persönlich und weitgehend frei von bildungsbürgerlichem Ballast, der einen solchen unmittelbaren und vorurteilsfreien Zugang zuweilen erschwert. Unter den katalanischen Klassikern war es insbesondere Ausiàs March, der ihn Zeit seines Lebens nicht losließ und dessen Einfluß in seinem Werk allgegenwärtig ist - vom typisch Marchschen Versmaß des Elfsilbers mit Zäsur nach der vierten Silbe über archaisch klingende Wendungen und wörtliche Zitate bis hin zu den Motti, die er vielen seiner Gedichte voranstellt.

1948 begann Estellés seine Arbeit bei der Tageszeitung Las Provincias, zu deren Chefredakteur er zehn Jahre später ernannt wurde. Im Jahre 1955 heiratete er seine Frau Isabel; und ging damit eine Ehe ein, die bis zu seinem Tode andauerte. Das Bild des treusorgenden Familienvaters dürfte manch einen Leser seiner freizügigen und zuweilen schockierend pornographischen Liebesgedichte verblüffen, welcher sich den Dichter eher als unbändigen, erotomanen Satyr vorgestellt haben mochte. Dabei hat Estellés' ungewohnte Offenheit bei erotischen Themen keineswegs mit einer übermäßigen Libido des Autors zu tun. Zum einen wird in der valencianischen Literatur traditionell unverkrampfter mit allem Sexuellen umgegangen als beispielsweise in Barcelona. Mehr noch als dies dürfte diese Facette seines Werks aber etwas mit seinem Anspruch zu tun haben, die Gesamtheit der menschlichen Erfahrungswelt poetisch zu erfassen, wodurch es sich von selbst verbietet, einen so bedeutenden Teil wie die Sexualität einfach auszuklammern.(4)

Der tragische Tod der ersten gemeinsamen Tochter im Jahre 1956 war ein schwerer Schlag, von dem er sich nur langsam wieder erholte. Schon in seiner Kindheit war er durch den Tod mehrerer naher Verwandter auf sehr direkte Weise mit dem Tod in Berührung gekommen - eine Erfahrung, die den Tod zu einem immer wiederkehrenden Thema in seinem Werk werden ließ:

Der Tod wird Estellés aber nicht zum Ausgangspunkt für transzendentale Spekulationen, sondern präsentiert sich als integraler Bestandteil des alltäglichen Lebens; die Selbstverständlichkeit, mit der bei Estellés Leben und Tod nebeneinander existieren, erinnert in ihrer realistischen Diesseitigkeit an mittelalterliche Totentanzdarstellungen. Das in diesem Buch vertretene Gedicht La casa, ara sí verarbeitet den Tod der kleinen Tochter mit einer schonungslosen Offenheit und gehört in der Weltliteratur sicher zu den schockierendsten und zugleich anrührendsten Auseinandersetzungen mit diesem Thema,

In diesen Jahren begann das Werk Vicent Andrés Estellés' zu wachsen. Es wuchs abseits des staatlich sanktionierten Literaturbetriebs, denn die politischen Verhältnisse erlaubten praktisch keine Publikation. Jahrelang schrieb er mit der bedrückenden Aussicht, daß sein Werk kaum jemals ein größeres Publikum als nurmehr die begrenzten Zirkel der Lyrikexperten erreichen würde, und er füllte Hefte und Mappen mit Gedichten in der Hoffnung darauf, daß die Zeiten eines Tages günstiger werden würden. Die Sprache und Kultur, der er sich zugehörig fühlte, schien aber unter dem Ansturm der spanischen Staatskultur dem Tode geweiht zu sein, und Estellés sah sich in der Position des Chronisten und Bewahrers, der wie besessen die alltäglichen Details und die bedrohten alltäglichen Wörter festzuhalten suchte.

Seine Produktion ist stets immens gewesen. Wo nicht eine feste, äußere Form seinen Redefluß bändigt, schwellen die Gedichte auf fünf, sechs und mehr Seiten an. Kein Gegenstand ist ihm zu klein und unbedeutend, als daß er nicht poetisch behandelt werden könnte. Ähnlich wie der junge Gottfried Benn, der 1912 in seinen «Morgue»-Gedichten die Kunstwelt mit so unlyrischen Sujets wie Operationssälen und Krebsbaracken konfrontierte, schockiert auch Estellés sein Publikum, indem er von «Sperma», «Spucke» und «Scheiße» mit derselben poetischen Objektivität spricht wie andere Lyriker von Wein, Rosen oder Tränen. Dabei ist dieser Schockeffekt als solcher vom Autor sicher nicht gewollt. Es geht ihm nicht um Effekte, sondern um ein umfassendes poetisches Erfassen der Welt jenseits allen Moralisierens - man hat den Eindruck, der Autor habe ständig Angst, irgendetwas zu vergessen, ein Stückchen Welt, das ohne seine Aufzeichnung verloren ginge: der Geschmack einer gerösteten Paprikaschote, jener Sommerabend, die festen Brüste eines Mädchens - alles wird lyrisch inventarisiert. Doch trotz der scheinbaren chaotischen Wahllosigkeit, die Joan Fuster einmal treffend mit dem Ausdruck «vòmit de llengua» («Erbrechen von Sprache») charakterisiert hat, gelingt es Estellés stets, all diese Teile zu einem überzeugenden, sehr persönlichen dichterischen Universum zusammenzuschweißen. Für ihn liegt das Lyrische weniger im beschriebenen Gegenstand als vielmehr in der Art und Weise, ihn zu betrachten.

Seine Beschreibungen mögen auf den ersten Blick in ihrem Realismus oft grausam und kalt wirken, wie die Weltsicht eines Zynikers, der, verbittert, für seine Umwelt nichts als Verachtung zu empfinden mag und allenthalben nur im Unvollkommenen und Lächerlichen wühlt. Nichts aber läge Estellés ferner. Seine scheinbare Unbeteiligtheit ist in Wahrheit nichts als ein Schutzmechanismus, und seine Grausamkeit ist eine schmerzliche und liebevolle Grausamkeit, die aus der großen Verletzlichkeit und einer mühsam rational gebändigten, tiefen Verletztheit des Dichters entspringt. Seine Sensibilität, ja zuweilen sogar Sentimentalität, verbindet er mit einem rückhaltlosen Wahrhaftigkeitsanspruch, mit dem jede Art von unwürdiger Beschönigung radikal unvereinbar ist. Die Kombination von echter Betroffenheit mit gleichsam chirurgischer Präzision in der künstlerischen Formung gibt dem Estellésschen Werk seine Überzeugungskraft: Es ist weder das blutleere Produkt eines kunsthandwerklichen Gedichtemachers noch der ungeformte, süßliche Erguß eines Betroffenheitslyrikers, sondern ein Kunstwerk, das seine innere dialektische Spannung erträgt und bewahrt.

Estellés' kraftvolle Sprache nährt sich zum einen aus der Sprache der Klassiker, zum anderen aber auch aus dem bodenständigen Valencianischen mit all seinen Vulgarismen und Dialektalismen. Ähnlich deutschen Lyrikern wie Peter Rühmkorff oder Robert Gernhardt ist ihm das wohlabgewogene umgangssprachliche Element ein Gegengewicht zur eigentlichen lyrischen Sprache, wodurch ein Abgleiten seiner Dichtung in jene eskapistische Preziosität verhindert wird, die im Franquismus als Inbegriff aller Kunst propagiert wurde. So entsteht der typisch Estelléssche Schwebezustand zwischen Satire und Realismus, der ihm zuweilen einen Grad von Emotionalität und Ehrlichkeit ermöglicht, der ohne diese leichte ironische Brechung vielleicht penetrant erscheinen könnte, so aber immer aufs neue entwaffnend wirkt und damit für den Leser nachvollziehbar bleibt.

Wenn Estellés lange Jahre hindurch fast ausschließlich für die Schublade arbeitete, so geschah dies mehr einem inneren Bedürfnis folgend als unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Massenwirkung in der Zukunft. Das Schreiben ist für ihn nicht eine Beschäftigung unter vielen anderen, sondern vielmehr eine Lebensform, vielleicht ähnlich wie bei Franz Kafka. Alles verwandelt sich unter seinen Händen in Literatur. Das Schreiben ist seine ganz persönliche Art der Verarbeitung von Eindrücken aller Art. Beim Niederschreiben scheint er noch überhaupt nicht an den möglichen zukünftigen Leser zu denken, und so geschieht die Unterscheidung zwischen Privatem und Öffentlichem erst in einem zweiten Arbeitsgang, in dem aus der Fülle des literarischen «Rohmaterials» dasjenige ausgewählt wird, was sich dann zu Zyklen und Büchern zusammenfügt. Das Ergebnis ist ein Hauch des Spontanen, Ungekünstelten, der selbst denjenigen Gedichten anhaftet, die sich bei näherem Hinsehen als bewußt und minutiös durchgeformt entpuppen.

Erst als die Lockerung der Verhältnisse in Spanien das Publizieren zeitgenössischer katalanischer Literatur wieder ermöglichte, begann ab 1971 ein wahrer Estellés-Boom. Innerhalb weniger Jahre wurde ein Großteil jenes Werkes veröffentlicht, das im Laufe der vorausgegangenen 20 Jahre entstanden war (1972 erschien der erste Band der Werkausgabe). Seine wachsende öffentliche Bekanntheit als katalanischschreibender Autor fiel jedoch mit dem Wiedererstarken rechtsnationaler Kreise in València zusammen, den sogenannten blaveros, die nach dem Tode Francos in ihrem Sinne «Schadensbegrenzung» zu betreiben suchten und alles taten, um eine weitere Demokratisierung und Dezentralisierung zu verhindern. Ein besonderer Dorn im Auge dieser Kreise war (und ist) das erneute Aufblühen eines katalanischsprachigen, öffentlichen Kulturlebens in València. In populistischer Ausnutzung des weitgehenden Analphabetismus der Valencianer in ihrer eigenen Sprache versuchen die blaveros die katalanische Schriftsprache als eine von außen herangetragene, den Valencianern fremde Sprache darzustellen; als Alternative propagandieren sie das sogenannte «valenciá» (ein dialektales Katalanisch, geschrieben nach Maßgabe des Spanischen) als wahrhaft valencianische Literatursprache - doch tun sie dies für gewöhnlich in reinstem Spanisch und nicht im von ihnen selbst vertretenen «valenciá». In direkter Fortführung der franquistischen Tradition erscheint ihnen das Spanische letztlich als einzige Kultursprache Spaniens und alle katalanischsprachigen Schriftsteller als gefährliche Separatisten und Vaterlandsverräter.

Im Rahmen dieser Auseinandersetzungen wurde auch Estellés als exponierter Vertreter der neuen katalanischen Literatur öffentlich angegriffen und geriet zugleich in wachsende Spannung zu seinem Arbeitgeber, da seine Zeitung sich bereits seit Mitte der 60er Jahre zusehends der ideologischen Ausrichtung der blaveros zuzuwenden begann. Der lange Konflikt endete schließlich 1978 damit, daß man eine krankheitsbedingte Abwesenheit ausnutzte, um ihn seines Postens zu entheben und ihn so über Nacht in eine Arbeitslosigkeit zu entlassen, die ihn ohne die tätige Hilfe vieler Freunde in die völlige Verarmung getrieben hätte. Estellés selbst erfuhr von seiner eigenen Kündigung erst aus der Tagespresse. Unter dem Eindruck jener Ereignisse der 60er Jahre, besonders auch der Hetzkampagne, die zu jener Zeit gegen seinen Freund Joan Fuster veranstaltet wurde, entstanden die Horatiana, von denen sich in diesem Buch eine Auswahl findet.

Doch Estellés' Werk wird alle tagespolitischen Auseinandersetzungen sicher lange überleben, gerade auch, weil er sich trotz seines politischen Engagements nie dazu hergegeben hat, politische Ideologien zu verbreiten. Es gibt kaum einen bedeutenden katalanischen Literaturpreis, den er nicht erhalten hätte, und sein Status als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Lyriker katalanischer Sprache ist allgemein unbestritten. Nach langer, schwerer Krankheit verstarb Vicent Andrés Estellés am 27. März 1993 in València.

Die Auswahl zu diesem Band wurde nach folgenden Kriterien vorgenommen: Anthologien, die das Werk eines einzelnen Autors vorstellen wollen, bemühen sich oft um eine lückenlose chronologische Dokumentation seines Werks, indem sie aus jeder Phase und jeder Publikation ein oder zwei repräsentative Gedichte auswählen. Der Nachteil dieses Auswahlprinzips ist es allerdings, daß sich der Leser von keinem einzelnen konkreten Buch des Autors ein wirkliches Bild machen kann, da ihm jeweils nur ein Bruchteil davon zugänglich ist. Die vorliegende Anthologie geht dagegen von dem Prinzip «weniger ist mehr» aus und versucht gar nicht erst, die volle Bandbreite des Estellésschen Werks abzudecken. Stattdessen werden einige wenige Bücher zugrunde gelegt, die dafür allerdings in einer umfangreichen Auswahl vertreten sind.


El gran foc dels garbons (Das große Feuer aus Reisigbündeln)

Der Gedichtband El gran foc dels garbons («Das große Feuer aus Reisigbündeln») entstand in den Jahren 1958-1967. Der Titel verweist mit seiner Anspielung auf das Feuer im Backofen des Vaters bereits auf die dörfliche Thematik. Es handelt sich um eine Sammlung von insgesamt 103 Sonetten vornehmlich erzählenden Inhalts, in denen der Autor den Bewohnern des ländlichen Valèncias der 40er und 50er Jahre ein Denkmal gesetzt hat. Tatsächlich fehlt diesen Sonetten formal fast alles, was ein klassisches Sonett ausmacht,(5) und auch ihr erzählender Inhalt ist für Sonette nicht gerade typisch. Daß Vicent Andrés Estellés durchaus auch die klassische (katalanische) Sonettform beherrscht, sieht man indes schon bei einem flüchtigen Durchblättern der Werkausgabe, in der man häufig auf «strengere» Verse stößt.(6) Die sehr frei gehandhabte Sonettform in El gran foc dels garbons ist als Sonett also kaum mehr als ein «Formzitat». Die Beschränkung auf 14 Verse zwingt den Autor allerdings, seine Geschichten auf das Äußerste zu komprimieren. Das Ergebnis sind oft komprimierte Kurzgeschichten (im Sinne der amerikanischen short-storys) in Sonettform, die aus präzisen Momentaufnahmen heraus das ganze Leben der Protagonisten erahnen lassen. Die Schilderung schwankt zwischen liebevoll ironischer Detailbeobachtung und einem zuweilen grausamen Realismus, in den sich manchmal bruchlos ein phantastisches Element einfügt, das an den phantastischen Realismus eines García Márquez erinnert.(7)
 
 
5 5
Damunt el catre gemegava el gos 
oscurament, abolquerat amb mantes, 
amb els ronyons fets pols pel camió, 
mentre el barber li feia micapans
Auf seinem Feldbett wimmerte der Hund 
in dumpfer Klage, eingehüllt in Decken, 
ein LKW zermalmte ihm die Nieren, 
derweil ihm der Barbier Brothäppchen machte
dient-li frases maternals i intactes 
com Fill meu, Amoreta de ma vida, 
Bonico tu com Sant Lluís Gonzaga! 
L'adust barber, sense muller i sol,
und mütterliche, harmlos-reine Worte 
ihm zurief, wie mein Sohn, Stern meines Lebens, 
so schön bist du, wie Sant Lluís Gonzaga! 
Der Barbier - wortkarg, ohne Frau und einsam,
amb el llarguíssim davantal posat, 
fent dinarets per a l'invàlid ca, 
fent-li peücs amb llana de Terol.
die riesengroße Schürze umgelegt - 
bereitete dem siechen Hund das Essen, 
machte mit Wolle aus Terol ihm Binden.
Morí, tristíssim, en morir el gos, 
amarg exemple de fidelitat, 
lladrant sis dies d'agonia íntegra
Er starb, tieftraurig, als der Hund gestorben, 
und gab ein bittres Beispiel größter Treue; 
sechs Tage bellte er im Todeskampf.


 
7 7
El mort, que no s'havia mort en casa, 
el dugueren a casa, a grapats, tots, 
i es despenjava un braç del mort, i el cap 
se'l ficava dins la butxaca l'altre.
Den Toten - er war nicht daheim gestorben - 
trug man nach Hause, jeder griff mit zu, 
ein Arm des Toten hing herab; den Kopf 
verstaute einer in der Jackentasche.
Tots el duien, solícits, raonant-li 
com si li hagués sentat mal el conyac, 
i mitja barra li penjava al mort, 
i aquell que li buscava les ulleres
Sie trugen ihn, besorgt und ihn beschwörend 
als wär' ihm nur der Kognak nicht bekommen. 
Des Toten Unterkiefer hing herab; 
und einer war da, der die Brille suchte,
com si buscàs, entre espardenyes, un 
gerani per posar-li'l a una orella, 
com si fós un detall que li faltava.
als sucht' er zwischen den Sandalen eine 
Geranie, hinters Ohr sie ihm zu stecken, 
als sei dies ein Detail, das ihm noch fehlte.
Tocaren a la porta, obrí la dona 
i li'l deixaren en el bancalet, 
i encara algú va dir: No som ningú.
Sie klopften an, es öffnete die Frau, 
sie ließen ihn ihr da, auf einer Truhe, 
und einer sagte noch: Wir sind nur Staub.


 
36 36
D'un en un isqueren els difunts, 
calladament, entre les tombes gràvides, 
i es concentraren a la porta del 
cementeri, amagant-se entre els xiprers
Die Toten kamen, einer nach dem andern, 
verschwiegen zwischen prallgefüllten Gräbern 
hervor und sammelten sich an der Pforte 
des Friedhofs, hinter Bäumen sich verbergend,
i circulaven entre els morts consignes, 
subversives consignes ben xifrades, 
mentre esperaven l'arribada de 
l'enterrament del metge. Però el metge,
und Losungen kreisten unter den Toten, 
verschwörerische, wohlverschlüsselte 
Parolen, während sie auf das Begräbnis 
des Arztes warteten. Jedoch der Arzt
dins el taüt, es va apercebre, amb pànic, 
de la proximitat del cementeri 
i la subversió d'aquells clients,
in seinem Sarg, bemerkte voller Panik 
den Friedhof, dem man langsam näher kam, 
und die Verschwörung jener alten Kunden,
i amb els peus i amb els punys trencà la tapa 
i se n'anà corrents entre les vinyes, 
i no parà fins arribar a Nàquera.
und mit den Füßen und den Fäusten brach er 
den Deckel auf, floh rennend in die Reben 
und ruhte nicht, bis Nàquera erreicht war


 
40 40
Com que ell era, d'ofici, mariner 
i passava setmanes, si no mesos, 
per la mar, i pel poble es comentava 
que s'embarcava perquè no volia
Dieweil er von Beruf her Seemann war 
und Wochen, wenn nicht Monate auf See 
verbrachte, und man sich im Dorf erzählte, 
daß er zur See fuhr, um nicht in der Nähe
estar prop de la dona, en retornar-hi, 
des del portet a casa, perpetraven 
excessos efusius, palpant-se, a mossos, 
fent ostentació dominical
der Frau zu sein, veranstalteten sie, 
beim Weg vom kleinen Hafen heim, Exzesse 
des Überschwangs, sich beißend, sich betastend, 
und stellten Sonntagseinigkeit zur Schau,
més de l'enteniment que de l'amor, 
i ja en casa ella obria la finestra 
sobre la plaça i celebraven còpules
mehr wohl aus Einsicht, denn aus echter Liebe, 
und dann daheim öffnete sie das Fenster 
zum Platz hin, und sie feierten Begattung
enramades de crits, arraps, de besos. 
Per la finestra, els qui ho dubtaven, veien 
la feroç harmonia conjugal.
mit Schreien, Kratzen, Küssen dekoriert. 
Durchs Fenster sahen die, die skeptisch blieben, 
die wilde eheliche Harmonie.


 
103 103
Em posareu entre les mans la creu 
o aquell rosari humil, suat, gastat, 
d'aquelles hores de tristesa i por, 
i ja ninguna amenitat. Després
Legt mir das Kreuz dann in die Hände, oder 
den schlichten Rosenkranz, alt und verschwitzt 
von all den Stunden voller Furcht und Trauer, 
und schon ganz unansehnlich. Danach schließt
tancareu el taüt. No vull que em vegen. 
A l'hora justa vull que a Burjassot, 
a la parròquia on em batejaren, 
toquen a mort. M'agradaria, encara, 
den Sarg. Ich möchte nicht, daß man mich sieht. 
Zur rechten Stunde soll in Burjassot, 
im selben Kirchspiel, wo man einst mich taufte, 
die Totenglocke läuten. Auch gefiel' mir's,
que alguna dona del meu poble isqués 
al carrer, inquirint: «¿Que qui s'ha mort?» 
I que li donen una breu notícia:
wenn eine Frau in meinem Dorf herausträt', 
zur Tür, und fragte: «Wer ist denn gestorben?» 
Und daß sie ihr dann knapp zur Antwort gäben:
«És el fill del forner, que feia versos.» 
Més cultament encara: «El nét major 
de Nadalet.» Poseu-me les ulleres.
«Der Sohn des Bäckers, der, der Verse machte.» 
Und noch formeller gar: «Der ältste Enkel 
von Nadalet.» Setzt mir die Brille auf.

Horacianes (Horatiana)

Die Horacianes («Horatiana») entstanden zwischen 1963 und 1970. Es handelt sich um insgesamt 80 Prosagedichte, in denen die klassische Welt des Quintus Horatius Flaccus mit der des València der 60er Jahre verschmilzt. Der Titel Horacianes ist sicher, neben dem offensichtlichen Bezug auf den klassischen lateinischen Dichter, eine Anspielung auf die in der katalanischen Literatur berühmte Gedichtsammlung des mallorquinischen Lyrikers Miquel Costa i Llobera (1854-1922), mit der Estellés' Gedichte jedoch außer dem Titel wenig gemein haben. Während der Priester Miquel Costa i Llobera in seinen Horacianes, ohne tieferes Verständnis für den Epikureismus des antiken Dichters, insbesondere die formale Perfektion der horazischen Dichtung zu imitieren suchte, ist es für Estellés die historische Gestalt des Dichters selbst, die ihn interessiert. Der Autor bzw. sein lyrisches Ich schlüpft in die Rolle des Horaz, ohne jedoch völlig mit diesem zu verschmelzen. Es ist zwar Horaz, der spricht, doch was er sagt, gilt vielfach gleichermaßen für den historischen Dichter und das antike Rom wie für Estellés und das València im Jahre 1963.

Es handelt sich dabei weniger um eine simple Identifikation oder Verschmelzung mit der Figur des antiken Dichters, sondern um ein eng verwobenes Nebeneinander der beiden Welten und Persönlichkeiten, die auf den ersten Blick tatsächlich ein schillerndes Mischwesen ergeben, ohne daß aber die Spannung zwischen ihnen und die Widersprüche von Raum und Zeit aufgehoben würden. Wenn eben noch von Rom die Rede war, so ist es im nächsten Gedicht València; der Griechenlandbegeisterung des Horaz entspricht die Begeisterung Estellés' für die klassische lateinische Literatur; der Vater des Horaz ist ein einfacher Fischer, so wie Estellés' Vater ein einfacher Bäcker war, und Burjassot, der Geburtsort Estellés', verschwimmt mit Venusia, dem Geburtsort des Horaz.

Estellés spielt mit dieser Spannung; zuweilen macht sein Horaz sogar Bemerkungen über sein valencianisches alter ego, so z. B. in Nr. LXXIV: «[...] denn, mehr noch als rom, gilt meine treue venusia: / viel eher als ein bürger roms, sehe ich mich als jemand aus venusia / rom mag die höhere instanz sein, die uns eint, die uns bekrönt. venusia ist das ruhige zusammenleben. / venusia bedeutet soviel für mich wie sueca für fuster, /
oder castelló für ventura, / oder burjassot für estellés [...]». Oder noch ironischer: «[...] ich kann das erbe / unserer alten kultur nicht aufgeben. / später, in ein paar / jahrhunderten, wird irgendein / obskurer katalanischer dichter / seinen helden lateinische namen geben [...]» (Nr. LXVIII).

Es gelingt ihm, seine ganz private Welt des 20. Jahrhunderts auf das so ferne klassische Rom zu projizieren und dabei historisch belegte Details aus dem Leben des Horaz geschickt darin zu integrieren und zugleich mit einem aktuellen Doppelsinn zu versehen.

Auf die häufigen Bezüge zur lateinische Literatur in seinem Werk angesprochen, antwortete Vicent Andrés Estellés einmal:

Im Jahr 1963 begann in València die bereits erwähnte antikatalanistische und antivalencianische Hetzkampagne, deren Hauptziel Joan Fuster war. Dieser hatte mit seinem im Jahr zuvor veröffentlichten Buch Nosaltres els valencians zwar nicht, wie er selber gewünscht hatte, eine von Argumenten getragene, öffentliche Diskussion entfacht, wohl aber den Haß konservativer und kastilisierter Gesellschaftsschichten auf sich gezogen, denen die Forderung Fusters nach einer Rückbesinnung auf die eigene Geschichte, Sprache und Kultur als Verrat am «spanischen Vaterland» erschien. Die Kampagne wurde unter anderem von der Zeitung Las Provincias aus geführt, derselben Zeitung also, bei der Estellés arbeitete. Gedicht Nr. LI bezieht sich direkt auf diese Ereignisse: «an dieses erbärmliche Jahr, m.cm.lxiii. a. d., / wird man sich oft erinnern, und das voll bitterkeit. / vicent ventura, verbannt nach münchen oder paris; / joan fuster nach sueca; / - die nachbarn sagen, er schreibt nachts auf der schreibmaschine, was ihm allenthalben ein düsteres prestige verschafft -; / sanchis guarner durchstreift verwirrt die stadt; / ich schreibe und warte in burjassot; / während in den straßen von valència / die obszöne menge brüllt und ein buch verbrennt.»

Estellés muß sich in seinem Büro bei Las Provincias zusehends mißverstanden gefühlt haben, und eine Konfrontation mit dem franquistischen Direktor der Zeitung, José Ombuena, war für einen Intellektuellen, Republikaner, Freidenker und Katalanisten wie Estellés unvermeidlich. Er hat Ombuena in den Horacianes in der Gestalt des Sueton für die Nachwelt verewigt.

Zum Verständnis der Person Sueton/Ombuena in den Horacianes ebenso wie zahlreicher Anspielungen auf biographische Details aus dem Leben des Horaz seien hier zwei Ausschnitte aus Suetons(8) biographischer Skizze des historischen Horaz aus der Biographiensammlung De viris illustribus wiedergegeben, auf die sich Estellés' Horacianes wiederholt beziehen:

I I
res no m'agrada tant 
com enramar-me d'oli cru 
el pimentó, tallat en tires.
nichts mag ich so sehr 
wie die paprika, wenn ich sie mir, gegrillt, 
zerteilt in streifen, mit olivenöl beträufele.
cante, llavors, distret, raone amb l'oli cru, amb els productes de la terra. ich singe dann, zerstreut, sprech mit dem öl, mit den erzeugnissen der erde
m'agrada molt el pimentó torrat, 
mes no massa torrat, que el desgracia, 
sinó amb aquella carn mollar que té 
en llevar-li la crosta socarrada.
ich eß sie furchtbar gern, die gegrillte paprika 
doch nicht zu sehr gegrillt, denn das verdirbt sie, 
allein das zarte fruchtfleisch, das man findet, 
wenn man ihr die verkohlte schale abzieht.
l'expose dins el plat en tongades incitants, 
l'enrame d'oli cru amb un pessic de sal 
i suque molt de pa, 
com fan els pobres, 
en l'oli, que té sal i ha pres una sabor del pimentó torrat.
ich leg sie mir zurecht in appetitlichen reihen, 
beträufel sie mit kaltgepreßtem öl und einer prise salz 
und tränke eine menge brot darin, 
wie es die armen tun, 
im öl, das salzig ist und den geschmack der paprika angenommen hat.
després, en un pessic 
del dit gros i el dit índex, amb un tros de pa, 
agafe un tros de pimentó, l'enlaire àvidament, 
eucarísticament, 
danach nehme ich 
zwischen daumen und zeigefinger, mit einem stückchen brot, 
ein stückchen paprika, und heb es gierig hoch, 
wie eine hostie,
me'l mire en l'aire. 
de vegades arribe a l'èxtasi, a l'orgasme.
und betrachte es in der luft. 
manchmal komm ich zur extase, bis zum orgasmus.
cloc els ulls i me'l fot. ich mach die augen zu und zieh's mir rein.


 
II II
pel que veig, 
no domines bé la tècnica. 
pots beure tot alló que vulgues. 
en arribar un cert moment, et cal 
posar-te dos dits a la gola, 
vinclat sobre un poal, i vomitar.
wie ich sehe, 
beherrschst du die technik nicht. 
du kannst trinken, was du willst. 
wenn ein bestimmter moment kommt, mußt du 
dir zwei finger in den rachen stecken, 
dich über einen eimer beugen und kotzen.
et resta encara una altra culta precaució, 
i és beure, abans de beure, 
una culleradeta d'oli cru. 
així l'alcohol navega molt ufà damunt l'oli 
i el mecanisme actua en arribar aquell moment 
sense necessitat dels dos dits a la gola.
dann gibt es da noch eine weitere kultivierte vorbeugemaßnahme: 
du trinkst, bevor du trinkst, 
einen teelöffel voll kaltgepreßten öls. 
so schwimmt der alkohol voll stolz auf dem öl 
und der mechanismus funktioniert, wenn der besagte moment sich naht, 
ohne daß zwei finger im rachen nötig wären.
jo he practicat les dues coses. ich habe beides praktiziert.
després pots beure encara. danach kannst du weitersaufen


 
V V
pare, 
no sabies llegir ni escriure. 
no sabies de lletra.
vater, 
du konntest weder lesen noch schreiben. 
du warst ohne schulbildung.
analfabet es diu d'això d'una manera expeditiva, 
un mot que em fa un gran dany cada vegada que l'escolte 
i l'entenc desdenyosament injust.
analphabet nennt man das leichthin, 
ein wort, daß mich schmerzt, immer wenn ich es höre 
und es verstehe, verachtungswürdig ungerecht.
caldria matisar. 
hom no pot dir analfabet impunement.
man müßte präzisieren. 
man sagt nicht ungestraft analphabet.
intuïtiu, em vares dur als millors mestres de venusa, 
més endavant de roma, 
i fins i tot em vas permetre anar a grècia. 
intuitiv brachtest du mich zu den besten lehrern in venusia, 
später dann nach rom 
und erlaubtest mir sogar, nach griechenland zu fahren.
com t'ho podria agrair, pare. wie könnte ich dir dafür danken, vater.
em recorde. 
i tu, dempeus darrer meu. 
jo escrivia, assegut a la taula, 
miraves els signes que traçava jo 
com si anasses llegint-los 
o patint-los, 
no ho sé.
ich denke zurück. 
und du, aufrecht hinter mir. 
ich saß am tisch und schrieb, 
du betrachtest die buchstaben, die ich zeichnete, 
als wärst du im begriff, sie zu lesen 
oder sie zu durchleiden, 
ich weiß es nicht.
de vegades em demanaves que et llegís allò que jo havia escrit. zuweilen batest du mich, dir vorzulesen, was ich geschrieben hatte.
no ho entenies, però ho intuïes. 
el meu llatí no era el teu llatí.
du verstandst es nicht, doch erahntest du den sinn. 
mein latein war nicht dein latein.
i callaves després. und dann schwiegst du.
ara, 
mentre escric açò, 
et sent al meu darrere, a les meues espatles, 
et tinc o et necessite.
jetzt, 
wo ich dies schreibe, 
spüre ich dich hinter mir, hinter meinem rücken 
habe ich dich oder brauche ich dich.
per això he interromput un himne a venus 
i t'he escrit açò 
molt devotament, 
pare. 
daher habe ich einen hymnus an venus unterbrochen, 
um dir dies zu schreiben, 
in treuer liebe, 
vater.


 
XL XL
la meua casa és gran i hi poden fer-ho 
simultàniament moltes parelles.
mein haus ist geräumig, und darin können es 
viele paare gleichzeitig treiben.
la meua casa és gran i jo sóc sol mein haus ist geräumig, und ich bin allein
assegut en el llindar a la porta de casa, 
experimente una estranya felicitat.
indem ich so auf der schwelle meiner haustür sitze, 
empfinde ich ein seltsames glücksgefühl.
una estranya dolcesa m'omple el cor, 
mentre darrere meu, 
a les meues espatles, als meus llits, 
reben els déus tributs anònims i febrils. 
eine seltsame süße erfüllt mir das herz, 
während hinter mir, 
in meinem rücken, in meinen betten, 
die götter namenlosen und fieberhaften tribut empfangen.

 
 
LIX LIX
suetoni, que és un fill de puta, 
cosa que no té cap mèrit, car tot ho féu la seua mare 
amb el consentiment i el consell del marit, 
a més d'ésser ell, suetoni, de pròpia collita, un bon cabró, 
parla de mi en termes més que maliciosos.
sueton, der ein hurensohn ist, 
was man ihm nicht als verdienst anrechnen kann, denn dafür ist seine mutter zuständig, 
mit der zustimmung und auf rat des ehemannes, 
sueton also, der zudem aus eigener ernte ein riesenarschloch ist, 
spricht über mich in einer mehr als boshaften weise.
allò que més em fot és que ho fa sense gràcia. am meisten treibt mir dabei die galle hoch, daß er es ohne witz tut.
com que té tan poc que agrair als déus, 
ha malparlat dels cèsars, 
de tot allò en què roma, millor o pitjor, creia.
weil er selbst den göttern so wenig zu danken hat, 
hat er die cäsaren in den schmutz gezogen, 
all das, woran rom, wohl oder übel, glaubte.
malparla ara de mi. 
m'ha posat a l'altura indiscutiblement del cèsar.
nun zieht er mich in den schmutz. 
er hat mich unwiderruflich mit dem cäsar auf eine stufe gestellt.
que els déus li ho paguen 
enfonsant-li una clava en el forat nefand. 
mögen die götter es ihm vergelten, 
indem sie ihm einen pfahl in das grause loch rammen.


 
LXVIII LXVIII
m'han censurat que pose 
als meus modestos herois 
noms grecs i no llatins.
man hat mir vorgeworfen, 
daß ich meinen bescheidenen helden 
griechische, und nicht lateinische namen gebe.
em fot i me'n fot 
d'aquests patriotes puristes 
d'una pàtria com un gra 
d'arròs inflat.
das ärgert mich und ich pfeife 
auf diese puristischen patrioten 
eines vaterlands, so groß 
wie ein gequollenes reiskorn.
no puc renunciar al patrimoni 
de la nostra vella cultura. 
més endavant, d'ací uns 
quants segles, un obscur 
poeta català donarà als 
seus herois noms llatins.
ich kann das erbe 
unserer alten kultur nicht aufgeben. 
später, in ein paar 
jahrhunderten, wird irgendein 
obskurer katalanischer dichter 
seinen helden lateinische namen geben.
la nostra cultura es va 
bastint entre sang i acers. 
també, cada vegada que escric 
un nom grec, experimente una 
estranya fascinació. com 
fan els militars, que solen 
posar als mapes breus agulles, 
minúscules banderes, jo pose 
els noms, i sota cada nom, 
com si el nom fos una pedra, 
alena impacient un grill o 
una cigala, i de vegades un 
escorpí.
unsere kultur entsteht 
zwischen blut und stahl. 
und außerdem, jedes mal, wenn ich 
einen griechischen namen schreibe, spüre 
ich eine seltsame faszination. so wie 
die militärs, die in ihre karten kurze nadeln 
zu stecken pflegen, 
winzige fähnchen, so verwende 
ich die namen, und unter jedem namen, 
als sei der name ein stein, 
atmet ungeduldig eine grille oder 
eine zikade, und zuweilen ein 
skorpion.
sapieu-ho tots d'una vegada: 
sóc llatí, amargament llatí. 
per això, desesperadament, 
enyore grècia.
so wißt denn, ein für alle mal: 
lateinisch bin ich, voll bitterkeit lateinisch. 
darum sehne ich mich, verzweifelt, 
nach griechenland.



Anmerkungen:

1. Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Verlags 7
Vicent Andrés Estellés - ein katalanischer Schriftsteller aus València 9
Leben und Werk 17
Einige Bemerkungen zu den einzelnen hier vertretenen Büchern 29
Gedichte in Auswahl
(katalanisch und deutsch)
El primer llibre de les èglogues (Das erste Buch der Eklogen) 37
La nit (Die Nacht) 53
El gran foc dels garbons (Das große Feuer aus Reisigbündeln) 67
Horacianes (Horatiana) 99
Antibes (Antibes) 153

2. Der Landessitte entsprechend trägt Estellés zwei Nachnamen: Andrés ist der Nachname des Vaters und Estellés der der Mutter. Alphabetisch wird er also stets unter A (gelegentlich als Andrés i Estellés) eingeordnet. Ähnlich wie Pablo Ruiz Picasso oder Federico García Lorca wird er jedoch häufig nur bei seinem Mutternamen, also «Estellés», genannt.

3. Dieses und die folgenden Interviewzitate entnehme ich Jaume Pérez Montaner / Vicent Salvador: Una aproximació a Vicent Andrés Estellés, València: Tres i Quatre, 1981.

4. Ich habe es vorgezogen, diesen Aspekt in der vorliegenden Anthologie zwar nicht totzuschweigen, aber doch auch nicht in den Mittelpunkt zu stellen, um einer übereilten und oberflächlichen Etikettierung als «erotischer Lyriker» vorzubeugen.

5. Sie sind reimlos, ohne feste Binnenzäsur, die Zeilenschlüsse werden durch häufiges Enjambement abgeschwächt und die Einteilung in zwei Quartette und zwei Terzette entspricht in den meisten Fällen keiner inneren Struktur des Gedichts.

6. In «Els amants» sind es beispielsweise klassische Elfsilber mit regelmäßiger Zäsur nach der vierten Silbe und Binnenreim.

7. Man denke nur an Szenen wie die in Nr. 36, in dem die toten

ehemaligen Patienten sich zusammenrotten, um dem soeben verstorbenen Arzt auf dem Friedhof einen heißen Empfang zu bereiten.

8. Gaius Suetonius Tranquillus, geboren etwa 70 n. Chr., gestorben etwa 140 n. Chr.

9. «Q. Horatius Flaccus, Venusinus, patre ut ipse tradit libertino et exactionum Coactore (ut vero creditum est salsamentario, cum illi quidam in altercatione exprobasset: `Quotiens ego vidi patrem tuum bracchio se emungentem!') [...]

Habitu corporis fuit brevis atque obesus, qualis et a semet ipso in saturis describitur [...]. Ad res Venerias intemperantior traditur; nam speculato cubiculo scorta dicitur habuisse disposita, ut quocumque respexisset ibi ei imago coitus referretur [...].»